PREACHING TO THE GODLESS
Blutgott steht ganz oben auf dem Plakat. Die vier Süddeutschen aus dem Debauchery-Umfeld können mit Extreme Metal samt Judas-Priest-Kante punkten und haben eine schön gruselige Show im Gepäck, die gut zu den Fantasy-Lyrics passt. Die Sachsen, also dieser alte bärbeißige germanische Volksstamm, sind der Namens- und Themengeber für Saxorior, die auch eine gut angriffslustige Mischung aus Black Metal, Pagan-Sound und den epischen Bathory zum Besten geben. Home Reared Meat, das ist Rassel-Grindcore mit Mistgabel und Strohhut, der Country-Einschlag sollte zum Bauernhof-Ambiente der Gegend perfekt passen. Disminded fallen heuer mit ihrem Geschrote zwischen Thrash- und Death Metal fast aus dem Rahmen, können jedoch mit den fetten Riffattacken und bestialischem Geschrei sicher den einen oder anderen neuen Fan einfangen. Halt! Endlevel aus Balingen haben die Riffs auch bei Destruction und Slayer gelernt und können in Sachen Thrash ein Wörtchen mitreden.
Pagani, also Heidenleute, das sind auch Sagenbringer, die ihren derben Death Metal mit lieblichen Melodien anreichern und sich sogar eine moderne Kante in der Musik gönnen. Und auch Jarl zählen sich zu denen, die mit Pagan Metal die Welt erobern wollen, der ist aber in seiner Ausrichtung hörbar schwärzer und frostig klirrend gerifft und gar markerschütternd gekeift. Silence To The Fallen ist Old School Death Metal, angereichert mit garstiger Kriegsthematik und malmend-walzender Durchschlagskraft, während U.R.N. (Universe Raise Nothingness) für stark chaotisches, kantig gerifftes und heftig urtümliches Schwarzmetall-Gebell steht.
THOSE TO BECOME THE GODLESS
Tickets ordert man gleich direkt auf der Homepage. Früher Vogel und Frühvogel-Supporter ist schon der Katze zum Opfer gefallen. Das Wochenend-Billett am gottlosen Berg kostet 89,- Euro und in der Supporter-Variante einen Zehner mehr. Das Regularium bleibt easy: Es ist genug Platz für alle da. Jegliche Politik muss draußen bleiben, weil hier die Krawallmusik Hauptsache ist. Glasverbot. Das Zelt darf mit ans heilige Blech oder halt andersrum. Grillen auf offenem Feuer oder Holzkohle ist nicht! Vor Ort gibt es wieder verschiedenste Getränkestände und Fressbuden. Von Wurst bis vegan ist da für jeden was dabei. Porzellantoiletten und Duschen gibt es auch, und wer mit Handicap kommt, dem wird ein Weg freigeschaufelt, um am Berg der Gottlosen auch jede Menge Spaß haben zu können.
Wedekind Gisbertson
gm-oa.com