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DARKENED NOCTURN SLAUGHTERCULT & HECATE ENTHRONED & AUÐN & DEUS MORTEM & SIELUNVIHOLLINEN & ONDFØDT & ERNTE & WYRMDS & MALUM & DARKMOON WARRIOR & FORSAKEN LEGION & GATEWAY TO SELFDESTRUCTION & PAINFUL & SEVEROTH & DRUDENSANG & DØDSFALL

Während vielerorts der Festivalsommer mit Bierlaune und Sonnenbrille eingeläutet wird, entscheidet man sich in Aarburg ganz bewusst für die andere Richtung: weniger Smalltalk, mehr Substanz. Das BLACK HOLE FEST VII verwandelt die Musigburg erneut in einen Brennpunkt für kompromisslosen Black Metal – intensiv, dicht und frei von dekorativem Beiwerk. Und wie jedes Jahr ist zu erwarten, dass auch die diesjährige Ausgabe perfekt organisiert sein wird – was nicht zuletzt daran liegt, dass die Musigburg in Aarburg mit einem ziemlich fetten Sound sowie einer coolen Clubgestaltung aufwarten kann.

Ebenso liest sich das diesjährige Billing wie ein Manifest. Darkened Nocturn Slaughtercult stehen seit Jahrzehnten für unerschütterliche Konsequenz und eine Live-Präsenz, die eher Beschwörung als Konzert ist. Keine Showeffekte, sondern alles verschlingende Dunkelheit und misanthropischer Hass – the dead hate the living! Mit Hecate Enthroned (die gerade ihre „Reunion“ angekündigt haben) zieht zudem ein Hauch britischer 90er-Düsternis durch Aarburg – episch, okkult, mit jener Mischung aus Atmosphäre und Härte, die live weit schneidender wirkt als jede Studioversion.

Fucking heavy!

Auðn wiederum bringen die charakteristische isländische Melancholie ins Spiel: weit gespannte Klanglandschaften, frostige Melodien und eine Intensität, die weniger über Geschwindigkeit als über Hypnose funktioniert. Deus Mortem wiederum setzen auf orthodoxe Schärfe und konzentrierte Aggression – polnischer Black Metal ohne Umwege. Aus Finnland reisen Ondfødt und Sielunvihollinen an und liefern nordische Kälte in unterschiedlichen Ausprägungen: einmal rasend und direkt als klassischer orthodoxer Black Metal, und einmal hypnotisch und fucking heavy!

Mit Ernte ist auch die Schweiz prominent vertreten – düster, eigenständig und längst mehr als nur ein Geheimtipp, inklusive einem neuen Album im Gepäck. Bands wie Malum, Darkmoon Warrior, Forsaken Legion oder Wyrmds erweitern das Spektrum zwischen okkulter Finsternis, Blackened Death und klassischer Schwarzmetall-Tradition. Das Programm wirkt dabei nicht beliebig, sondern kuratiert: Jede Band fügt dem Gesamtbild eine eigene Nuance hinzu.

Die Musigburg ist für dieses Konzept wie geschaffen. Kein weitläufiges Gelände, keine Distanz zwischen Bühne und Publikum – stattdessen Club-Atmosphäre mit maximaler Nähe. Wer hier steht, steht mittendrin. Genau das macht den Reiz aus: Musik wird nicht konsumiert, sondern körperlich erfahren.

Ein Städtchen im Ausnahmezustand

Das BLACK HOLE FEST VII findet vom 30. April bis 2. Mai in Aarburg statt. Festival- und Tagestickets sind erhältlich. Indoor-Location, zentrale Lage, klare Ausrichtung auf Musik und Gemeinschaft – alles andere ist Nebensache. Trotzdem: Der Club ist direkt in Bahnhofsnähe, dort gibt es auch einen Bankomaten (wer keine Schweizer Franken in der Tasche hat) sowie einen kleinen Laden zum Einkaufen. Außerdem: In Laufnähe (circa 20 Minuten) ist auch ein Hotel, in dem auch diverse Bands häufiger untergebracht sind. Wer Black Metal als ernsthafte Kunstform begreift und nicht als bloßes Stilzitat, sollte dieses Wochenende im Kalender markieren.

Jonathan Jancsary

blackholeagency.ch

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