Auch SOULBURN-Schlagzeuger Bob Bagchus zeigte sich am Telefon fürs Interview in der aktuellen Ausgabe #105 ziemlich redselig: Der Holländer wirkte ungemein entspannt, stand an dem Abend doch kein weiterer Promo-Termin mehr an. Nur ein paar Kumpels von der Arbeit würden später noch vorbeischauen, so dass laut Bob genügend Zeit sei, noch etwas über das eine oder andere Thema abseits des üblichen Programms zu sprechen.
Selbst ein Schreiberling, der ein gewisses Faible für obskure Bands aus den 70er Jahren hat, entdeckt dann und wann immer wieder mal ihm bis dato völlig unbekannte Formationen. Kein Wunder, dass man von den Texanern SPINY NORMEN mit Ausnahme eines Beitrags zum zweiten Teil der formidablen “Brown Acid”-Samplerreihe bis dato noch nie was gehört hat. Erst dieser Tage erscheint nämlich ein selbstbetiteltes Album, welches sich aus Material zusammensetzt, das von Mitte bis Ende der 70er an der Alvin-Gemeindeschule von ein paar “psychedelischen Mozarts” (O-Ton Band) im texanischen Houston eingespielt wurde und eine enorme musikalische Bandbreite offenbart. Gefilde wie Psychedelic, Acid, Prog und Hard Rock werden dabei gestreift, ohne jedoch einer gewissen Stilrichtung auf Gedeih und Verderb verhaftet zu sein. SPINY NORMEN experimentierten viel herum und klangen dabei immer enorm düster und ihrer Zeit um Meilen voraus. Insofern schickte sich der Verfasser dieser Zeilen an, das Mysterium um die Band etwas zu lüften.