Zum Hauptinhalt springen

ALCEST & AMENRA & AMORPHIS & ANGELUS APATRIDA & ANIMALS AS LEADERS & ARMORED SAINT & ARTHUR BROWN & AURA NOIR & BAEST & BATUSHKA & BLACKBRAID & BLEED FROM WITHIN & BODYCOUNT & BÖLZER & BORKNAGAR & CARPENTER BRUT & CASTLE RAT & CLAWFINGER & CORONER & CORROSION OF CONFORMITY & COVEN & CRADLE OF FILTH & CRYPTOPSY & DEAFHAVEN & DEATH ANGEL & DECEASED & DEICIDE & DEMOLITION HAMMER & DER WEG EINER FREIHEIT & DESERTED FEAR & DEVOURMENT & DRACONIAN & FALLUJAH & FIT FOR AN AUTOPSY & GRAVE & ILL NIÑO & ILLDISPOSED & IMMINENCE & IMMOLATION & INSOMNIUM & INTERNAL BLEEDING & IOTUNN & KATATONIA & KMFDM & KYLESA & LEFT TO DIE & MARDUK & METAL CHURCH & MISTHYRMING AND NERGAL PLAY BEHEMOTH'S SVENTEVITH & MONSTROSITY & MUNICIPAL WASTE & NEVERMORE & NOVEMBER'S DOOM & OLD MAN'S CHILD & ONSLAUGHT & PERTURBATOR & PRIMUS & PSYCHONAUT & RATOS DE POÃRO & REVOCATION & SACRED REICH & SADISTIC INTENT & SAMAEL & SANGUISUGABOGG & SAOR & SEPTIC FLESH & SÓLSTAFIR & TERROR & THE 3RD AND THE MORTAL & THE CASUALTIES & THE GHOST INSIDE & THE RUINS OF BEVERAST & THE SISTERS OF MERCY & THY ART IS MURDER & THY CATAFALQUE & TORMENTOR & TRIPTYKON & VADER & VIO-LENCE & WARDRUNA u.v.m.

Das Brutal Assault bleibt ein Sonderfall im Festivalzirkus – nicht nur wegen seines extrem breit aufgestellten Billings, sondern vor allem wegen seiner einzigartigen Kulisse. Die alte Festungsanlage von Josefov mit ihren bröckelnden Mauern, verwinkelten Gängen und schweren Toranlagen schafft eine Atmosphäre, die sich kaum reproduzieren lässt. Direkt daneben: die kleine Garnisonsstadt Josefov, deren ruhige Straßen im Kontrast zum lärmenden Innenhof fast surreal wirken. Wer einmal dort war, weiß: Dieses Setting trägt einen erheblichen Teil zum Erlebnis bei – und macht das Festival zu weit mehr als einer bloßen Aneinanderreihung von Konzerten.

WER BELAGERT DIE FESTUNG?

Das Line-up 2026 unterstreicht einmal mehr den Anspruch, möglichst viele Facetten harter Musik abzubilden, ohne beliebig zu wirken. Mit Body Count steht ein Headliner im Programm, der auch nach Jahrzehnten nichts von seiner Durchschlagskraft verloren hat. Wucht, Haltung und eine ordentliche Portion Wut sind hier garantiert. Dem gegenüber stehen Primus, die mit ihrem eigenwilligen, fast schon sperrigen Ansatz einen komplett anderen Zugang bieten – und genau dadurch perfekt ins Konzept passen.

Im extremen Lager geht es wenig überraschend kompromisslos zur Sache. Deicide liefern gewohnt präzisen Death Metal, während Marduk für die kalte, unerbittliche Black-Metal-Variante stehen. Ergänzt wird das durch Thrash-Gewalt von Demolition Hammer sowie klassisch geprägte Heavy-Metal-Kost von Armored Saint. Dazu kommen Acts wie Metal Church oder Nevermore (endlich zurück!), die für viele Besucher einen nostalgischen, aber keineswegs verstaubten Gegenpol bilden.

Auch die experimentelleren und moderneren Ausprägungen finden ihren Platz. Master Boot Record bringen ihre unverwechselbare Mischung aus elektronischer Ästhetik und Metal-Attitüde auf die Bühne, während Acts aus dem Core-Umfeld zusätzliche Dynamik ins Programm bringen. Genau diese Reibung zwischen den Stilen macht den besonderen Reiz des Festivals aus.

Ein deutliches Ausrufezeichen setzt auch die düstere und atmosphärische Fraktion. Wardruna gehören zu den intensivsten Live-Erfahrungen überhaupt – weniger Konzert, mehr Ritual – und steht auf dem offiziellen Flyer sicher nicht zu Unrecht als großer Headliner neben Body Count und Primus. Draconian und Insomnium liefern dazu den passenden Soundtrack zwischen Melancholie und Wucht, während Amorphis einmal mehr zeigen dürften, wie man musikalische Tiefe mit visuellem Anspruch verbindet.

Abseits der großen Namen lohnt sich wie immer der Blick ins Detail. Misþyrming sorgen mit einem besonderen Set für Gesprächsstoff (ist da etwa Nergal dabei?), Left To Die bringen ein Stück Death-Metal-Geschichte zurück auf die Bühne, und zahlreiche kleinere Acts liefern genau jene Überraschungsmomente, für die das Brutal Assault bekannt ist.

MEHR ALS NUR EIN FESTIVAL

Doch selbst ein derart dichtes Line-up ist nur ein Teil des Gesamtpakets. Drei Bühnen sorgen für nahezu durchgehende Beschallung, während sich in den Gewölben der Festung zusätzliche Programmpunkte verstecken: Kunstausstellungen, ein Horror-Kino und der berüchtigte KAL-Absinth-Club bieten genug Abwechslung für jene, die zwischendurch eine Pause vom Bühnenbetrieb brauchen. Im Innenhof treffen sich schließlich alle wieder – zwischen Merch-Ständen, Food-Meile und improvisierten Ruheoasen.

Organisatorisch zeigt sich das Festival routiniert. Tickets lassen sich unkompliziert über die Website buchen, ebenso Parkplätze, Schließfächer oder Unterkünfte. Vom klassischen Camping bis hin zu komfortableren Optionen in der Umgebung ist alles möglich. Wichtig zu wissen: Das gesamte Gelände ist bargeldlos organisiert, bezahlt wird über einen Chip im Festivalbändchen.

Unterm Strich bleibt das Brutal Assault ein Pflichttermin für alle, die Metal nicht nur konsumieren, sondern in seiner ganzen Bandbreite erleben wollen – eingebettet in eine Kulisse, die ihresgleichen sucht.

Jonathan Jancsary

brutalassault.cz/en