Reviews

ONDFØDT "Dödsrikets Kallelse"

(Immortal Frost)
Genre: Black Metal

OndfodtDer Tod mag Finnland, wie es aussieht, zumindest kamen die letzten Jahre wieder starke schwarzmetallische Werke aus dem sumpfigen, kalten und Alkohol-geschwängerten Land. ONDFØDT sind eine unbekannte Truppe, die 2014 ihr Debütalbum „Hexkonst“ vorgelegt haben und die auch keine bekannten Musiker in ihren Reihen vorweisen kann. Das schadet nichts, ist es doch schön, wenn neues Blut die Szene belebt – „Dödsrikets Kallelse“ weist elf knackige Songs und damit eine Spielzeit von gut 35 Minuten auf, wobei der letzte Track ,Kun Minä Kuolen‘ ein Hämys-Cover und keine eigene Komposition darstellt. Man gibt also Gas und will den Hörer, die Hörerin nicht mehr belästigen als notwendig ist. Dabei kann man von Belästigung nicht sprechen, denn: Das Zweitwerk der finnischen Truppe ist genau das, was es sein will - ein handwerklich gut gemachtes und atmosphärisches Black-Metal-Album. Wer sowohl mit norwegischen Größen wie (frühen) Darkthrone oder Gorgoroth sowie mit finnischen Klassikern à la Horna etwas anfangen kann, der wird sich bei „Dödsriket Kallelse“ wohl fühlen. Das Album ist erstaunlich dynamisch und variationsreich ausgefallen, und zwar sowohl was die Songs untereinander als auch was unterschiedliche Elemente in den einzelnen Tracks bedeutet. Das ruhige und von düsteren Melodien getragene Intro ,Den Sista Färden‘ gipfelt dann zum Beispiel in dem Brecher ,Födömd I Evihejt‘, welches mit einer noisigen Soundwand loslegt, gesprochene Vocals bietet und schließlich mit typischen Black-Metal-Riffing in einen Midtempo-Track übergeht. Es macht großen Spaß, ONDFØDT bei ihrer Arbeit zuzuhören, auch wenn sich natürlich kein bisschen Innovation auftut. Aber die Herren schaffen es gut, sowohl die verträumt-romantische Seite des Black Metal (,Dödens Dröm‘) als auch die martialisch-aggressive Seite (,Fri Från Slaveri‘) gekonnt umzusetzen, ohne dass es nur ekklektisch wirkt. Alles in allem: Ein Album, das man nicht verpassen sollte, wenn man gern zu schwarzmetallischen Klängen abschädelt! Und apropos: Finntroll-Fans aufgepasst: Sänger Vreth kann man auf diesem Album hören (siehe Song unten). (JJ)

12 Punkte


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