Reviews

UNMENSCH "Scorn"

UNMENSCH „Scorn“
(Immortal Frost)
Genre: Melodic Black Metal

UnmenschDie 90er rufen (mal wieder) und das frisch gegründete Solo-Projekt UNMENSCH nimmt den Schrei auf und trägt ihn auf traditionelle Art und Weise weiter. Mit verhältnismäßig klarer Produktion, schnellen Riffs und melodischem Unterton schreien sich UNMENSCH auf acht (teilweise langen) Songs die Seele aus dem Leib. Vom atmosphärischen Beginn des Eröffnungstracks ,Let The World Drown‘ über die Maschinengewehrsalven sowie die direkten und Marduk-esken Gitarrenangriffe auf ,Storm Breaks Loose‘ bis hin zum verspielten Instrumentaloutro mit läutenden Kirchenglocken erhält man von UNMENSCH ziemlich genau das, was man sich erwartet – traditioneller (schwedischer) Melo-Black. Innovationsgrad null. Wer also mit Dark Funeral, der mittleren Phase von Marduk oder auch Lord Belial nichts anfangen kann, der ist bei „Scorn“ grundsätzlich Fehl am Platze. Auch als Die-Hard-Schwarzmetaller muss man sich die Frage stellen, ob es wirklich noch ein Album braucht, das im Wesentlichen nichts anderes macht als jene Bands, die vor circa 20 Jahren in dem Genre gewirkt haben. Die Antwort ist, wer hätte es gedacht, jein! Denn „Scorn“ einfach so abzutun, trägt den starken Momenten und Passagen des Albums zu wenig Rechnung. Da gibt es den verzerrten und aggressiv klingenden Gesang in Kombination mit sägenden Gitarren auf ,Conquered By Sin‘ oder das atmosphärische Stampfen auf ,The Path‘, bei welchem die Gitarrenklänge einen schlicht mitreißen und zum Headbangen animieren. Auch das treibende ,Wolf‘ macht Laune, weil die Produktion – wie schon erwähnt – klar ausgefallen, aber dennoch heavy genug ist, sodass die Kraft und Wucht eines solchen Melo-Tracks gut zum Ausdruck kommt. Gelungen sind in vielen Fällen auch die Lyrics, die im Wesentlichen klassische Black-Metal-Themen aufgreifen, aber eigenständig abarbeiten. Es ist nicht so, dass man „Scorn“ unbedingt brauchen würde, aber wenn man das Album von der Technik und den Songwritingskills betrachtet, so muss gesagt werden, dass diese Scheibe zu den besseren gehört, wenn es um den Melo-Black-Metal der 90er-Jahre geht! (JJ)
11 Punkte

Wer sich das Album anhören will, der kann das gleich hier unten tun. Und wem gefällt, was er oder sie hört, der hat auch gleich die Möglichkeit, das Album direkt beim Label vorzubestellen:

Verwendung von Cookies

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung Weitere Infos

Verstanden