
Man bräuchte vermutlich die Kombinationsgabe eines Sherlock Holmes, um alle Film- und Serienadaptionen des legendären Detektivs aus der Feder von Arthur Conan Doyle vollständig aufzuzählen – ganz zu schweigen von den zahllosen Interpretationen in Romanen, Hörbüchern und Comics. Gerade in den letzten Jahren hat der Meister der Deduktion eine regelrechte Renaissance erlebt, oft in Form moderner Pastiches mit frischen Blickwinkeln. Die neueste Variante trägt den etwas sperrigen Titel „Sherlock & Daughter – Zwei Holmes sind besser als einer“ und setzt auf eine klassische, aber wirkungsvolle Prämisse: Sherlock Holmes, hier gespielt von David Thewlis, sieht sich plötzlich mit einem gefährlichen Verbrechersyndikat konfrontiert, das gezielt sein Umfeld ins Visier nimmt. Ein Problem, das selbst für ihn nicht im Alleingang zu lösen ist. Passend dazu tritt mit Amelia Rojas (Blu Hunt) eine junge Amerikanerin auf den Plan, die nicht nur seine Hilfe benötigt, um das Verschwinden ihrer Mutter aufzuklären, sondern auch eine weitaus persönlichere Frage mitbringt: Könnte Holmes ihr Vater sein? Diese doppelte Ausgangslage sorgt für eine angenehme Dynamik, die über den reinen Kriminalfall hinausgeht, ohne dabei allzu tiefgründig zu werden. Die Serie erfindet das Rad sicher nicht neu und bedient sich vertrauter Muster des Genres. Dennoch funktioniert sie als kurzweilige Krimiunterhaltung erstaunlich gut. Wer keine radikale Neuerfindung erwartet, sondern solide erzählte Fälle mit einem kleinen emotionalen Twist schätzt, wird hier durchaus fündig. (FT)
Bewertung: 3