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PURPENDICULAR

Sänger Robby Thomas Walsh hatte darüber hinaus noch einiges zu erzählen, wie beispielsweise welche Deep Purple-Scheibe er eigentlich am liebsten mag: „Ich genieße alle, wenngleich „In Rock“ und die „Scandinavian Nights“-Live-Scheibe von 1970 meine persönlichen Highlights sind.“ Bis dato hatten PURPENDICULAR so einige Male die Ehre, vor einem größeren Publikum aufzutreten, beispielsweise 2013 in der „International Music Hall Arena“ in Moskau. „Ja, wir sind schon in großen Arenen und auf großen Festivals aufgetreten. Beim holländischen „Bospop“ beispielsweise waren etwa 9.000 Leute zugegen, letzten Januar spielten wir zusammen mit Genesis und Jethro Tull in Minehead, UK, vor 3.000 Leuten, nicht zu vergessen natürlich auch der Auftritt in Moskau, den du erwähntest. 2014 traten wir zudem vor über 5.000 Menschen in Bulgarien auf. Hinsichtlich dem „Bospop“ erinnere ich mich daran, dass wir uns zuvor noch im Hotel ein paar Drinks genehmigten. Das Festival fand außerhalb der Stadt Weert auf dem Land statt…hast du jemals „Benny Hill Chase“ gesehen? – Nun, so in etwa sah das aus, als wir versuchten, den Veranstaltungsort zu finden: Der Weg war nicht allzu gut ausgeschildert, weswegen wir zu spät dort ankamen und als letzte auf die Bühne mussten.“

2014 in Polen wäre es fast soweit gewesen, dass PURPENDICULAR zusammen mit ihren Heroen Deep Purple eine Bühne geteilt hätten. Robby ist jedoch guter Dinge, dass ein Supportslot in Zukunft doch mal klappt. Angesichts des vollen Terminkalenders PURPENDICULARs drängt sich einem nahezu der Verdacht auf, dass die Jungs der Bühne mehr Bedeutung beimessen als dem Tonstudio. „Ich persönlich ziehe klar Konzerte vor, ich brauche einfach das Publikum und das Adrenalin! Im Studio spielt man für Maschinen und die vergeben keine Fehler! Live is in the moment and studio is for life. Bezüglich der Aufnahmen unseres neuen Albums „Venus To Volcanus“ war`s jedoch weitaus leichter, weil Produzent und Engineer Herbert Bucher wusste, wie ich ticke: Er erlaubte es mir, ganze Songs fünfmal Strophe für Strophe zu singen, so dass wir daraus die besten Takes aussuchen konnten. Auf diese Weise bleibt man frisch, denn man wird nicht gleich bei der ersten Zeile des ersten Stückes angehalten, um das Ganze immer und immer wieder zu wiederholen. Das tötet den Fluss und ermüdet einen mental ziemlich schnell, zudem ist diese Arbeitsweise meiner Meinung nach alles andere als produktiv. Das war dieses Mal im Studio anders, aber ich weiß, dass es für einen Produzenten, der es nicht gewohnt ist, mit mir zu arbeiten, ein Alptraum sein kann! Herbert fragte mich wie ich mit unterschiedlichen Musikern im Studio oder gar live klarkomme? Ich sagte, dass sie mir ihre Sicht der Dinge schildern, worauf ich dann meine erzähle und nach fünf Minuten kommen wir beide überein, dass ich recht hatte, haha!“

Mehr als drei oder vier neue, eigene Songs vom aktuellen Album „Venus To Volcanus“ wird man livehaftig allerdings nicht bestaunen können: Das Hauptaugenmerk auch der heutigen PURPENDICULAR-Setlists liegt nach wie vor klar auf dem Vermächtnis der glorreichen Deep Purple. „Neben den Klassikern spielen wir auch immer noch ein/zwei obskure Tracks für die Hardcore-Fans. Vor einiger Zeit bat ich jeden in der Band darum, seine Lieblingssongs aufzuschreiben und eine Setlist zusammenzustellen. Das Ergebnis war, dass die dann teilweise so lang waren, dass wir wohl sieben Stunden auf der Bühne hätten stehen müssen, um die Stücke alle zu spielen, haha! Letzten Endes wird unser zukünftiges Programm ziemlich ausgewogen sein, so dass jeder das zu hören kriegt was er am liebsten mag. Wir spielten auch mit dem Gedanken, eine Show auf die Beine zu stellen, bei der wir ausschließlich eigene Songs zocken, aber das wäre nicht fair, weder den Stücken noch dem Publikum gegenüber, weil die Leute heutzutage eher Material hören wollen, das sie kennen. Kann sein, dass wir so etwas mal in Zukunft angreifen werden, aber momentan werden wir unsere eigenen Songs mit denen aus unserem Purple-Repertoire mischen.“

 

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