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DOOL

Eingedenk der enormen stilistischen Bandbreite, die DOOL bedienen und die von klassischer Rockmusik über Dark Wave bis zu eingängigem Pop reicht, liegt es auf der Hand, dass die involvierten MusikerInnen in Bezug auf den persönlichen Geschmack als auch hinsichtlich Songwriting für die eigene Band über keinerlei einengende Schranken verfügen. Und doch gibt es genügend andere Künstler, die sich, einmal eine ureigene Ausdrucksform gefunden, nur mehr ausschließlich innerhalb jener eng gesteckten Grenzen bewegen. „Wenn sich Künstler selbst limitieren, ist das entweder eine Geldsache oder das Ganze basiert auf Erwartungshaltungen von außen“ analysiert Nick. „Ich denke, dass die interessanteste Arbeit von denjenigen Künstlern kommt, die sich im Laufe der Zeit beständig selbst neu erfinden und die durch Genregrenzen hindurchblicken. Ein großartiges Beispiel (und auch einer meiner absoluten Lieblingskünstler) ist David Bowie: Als er 1977 „Low“ herausbrachte, hagelte es viele schlechte Kritiken für dieses Album. Jahre später wurde die Scheibe jedoch als wegweisend bezeichnet, vor allen Dingen wegen dem scharfen Kontrast zwischen der A-Seite und der Ambient-mäßigen B-Seite. Andererseits gibt’s jedoch auch eine kleine Anzahl an Ausnahmen, nämlich Bands, für die gewisse „Formeln“ essentiell sind und die gut greifen: AC/DC und Motörhead fanden beide beispielsweise jeweils eine Formel, die sich im Laufe der Jahrzehnte nicht wirklich veränderte. Im Falle dieser beiden Gruppen ist das ok, ich mag viele Alben dieser Bands. Bei DOOL arbeiten wir jedoch keineswegs mit einer speziellen stilistischen Formel noch dachten wir auch nur vage an ein Konzept bevor „Here Now, There Then“ geschrieben wurde.“ Für die Veröffentlichung ihres Debüts suchten die Holländer den Schulterschluss mit der deutschen Plattenfirma Prophecy Productions. „Sie kontaktierten uns nicht lange nach Veröffentlichung des `Oweynagat`-Videos“ verrät Ryanne. „Außer ihnen waren viele andere Labels, sowohl Majors als auch unabhängige Plattenfirmen, daran interessiert, uns unter Vertrag zu nehmen. Wir fühlten jedoch, dass Prophecy im Moment am besten zu uns passen würde, da sie sehr ehrlich waren und mit uns auf einer zutiefst persönlichen Ebene kommunizierten. Wir sind ziemlich stolz darauf, nunmehr Teil ihrer Familie zu sein!“ Aufgrund der Tatsache, dass bei DOOL Ex-Musiker von Gruppen wie The Devil`s Blood oder Gold agieren, dürfte sich ein nicht unerheblicher Anteil der Fans auch aus dem Metal-Lager rekrutieren. Den „typischen DOOL-Anhänger“ per se gibt’s allerdings nicht, spricht die Gruppe doch Menschen aus den unterschiedlichsten musikalischen Lagern an. Nick sieht das ebenso: „Meiner Meinung nach ist es gut, dass es keinen „typischen DOOL-Fan“ gibt! Ich glaube, dass wir ein großes Publikum ansprechen werden, weil es in unserer Musik auch eine große Vielfalt an unterschiedlichsten Elementen zu entdecken gibt. Natürlich lassen sich diverse Metal-Elemente aufspüren, allerdings findet sich darin auch eine gute Dosis anderer Elemente. Diese Vermischung unterschiedlichster Einflüsse kam auf natürliche Art und Weise zustande. Wir hatten kein konkretes Konzept im Hinterkopf und zwangen uns auch nicht, genau so zu klingen.“ Derzeit sind die Booker der Band laut Nick sehr damit beschäftigt, Shows für DOOL an Land zu ziehen, sowohl in den Niederlanden als auch andernorts. „Bis dato wurden für Deutschland zwei Shows bestätigt: Beim „Hell Over Hammaburg“ am 4. März und im „Helvete Metal Club“ in Oberhausen einen Tag davor. Bis dato haben wir zumeist in den Niederlanden gespielt, weswegen wir gespannt darauf sind, nach Deutschland zu kommen und hoffentlich bald auch in Europa zu touren!

Text: Christian Wachter

Foto: www.facebook.com/allthosewhowanderaredool