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Goatfuneral

Man hat ja nun sechs Jahre, seit der Vierer-Split „Thuringian Supremacy Vol. 1“, nichts mehr von euch gehört. Warum? Zumal das Volume 1 ja eigentlich suggeriert, dass da noch weitere Teile hätten folgen sollen.

Yantit: Dass man nichts von uns hört, heißt ja nicht, dass wir nichts machen. Ich denke, das klärt sich auch im Verlauf des Interviews, und die Wahrscheinlichkeit, dass es einen weiteren Teil von „Thuringian Supremacy“ geben wird, ist jetzt auch nicht soo gering.

Möchtest du etwas zu dem neuen Song erzählen, den du für die Compilation gemacht hast?

Yantit: Ich denke, viele Worte muss man darüber nicht verlieren Er bringt auf den Punkt, was wir mit GOATFUNERAL zu sagen haben, sowohl musikalisch als auch inhaltlich. Es gibt altmodischen Black Metal auf die Ohren… mehr nicht.

War es schwierig, nach der Zeit wieder in den „GOATFUNERAL-Modus“ zu kommen, oder ging dir die Nummer leicht von der Hand?

Yantit: Nein, nicht wirklich (lacht). Für GOATFUNERAL habe ich alle paar Wochen oder Monate mal eine Idee. Wenn dem so ist, werden ein paar Riffs archiviert und dann in „Ruhe gelassen“. So entstand über die Zeit dann ein relativ großer Fundus an Material, und wir müssen nur entscheiden, ob wir an etwas weiterarbeiten oder es verwerfen.

Dass Mitch singt, ist ja vorher schon herausgekommen. Ihr seid ja eng befreundet, war es da klar, dass nur Mitch bei dem Projekt singen darf, oder war das auch einfach die praktischste Lösung?

Yantit: Nein, die Idee, unter dem Banner GOATFUNERAL zu musizieren, stammt zwar von mir, hätte Mitch aber keine Lust darauf gehabt, wäre sie damit aber auch schon wieder gestorben. So wurde das Ganze einfach zu einem schönen „Hobby“, das uns einmal mehr verbindet, und die Erinnerung an die Zeit vor 2000, in der Black Metal für uns das war, was er eigentlich sein sollte, am Leben hält. Man darf dabei auch nicht vergessen, wie alles begann, und das werden wir auch nicht.

M. Roth: Wenn die Möglichkeit besteht, mit Yantit auch außerhalb des Eisregen-Kosmos etwas auf die Beine zu stellen, werde ich nie „nein“ dazu sagen, es ist immer schön, gemeinsam Zeit zu verbringen und an etwas zu arbeiten. Fürs GOATFUNERAL-Album „Bastion Lucifer“ hat er mir vorab einen Stapel Texte und die fertigen Kompositionen dazu mit der Aufforderung „Mach was draus“ in die Hand gedrückt. Ich habe dann geschaut, zu welchem Stück welcher Text passt, und die kompletten Gesangsarrangements erarbeitet. Eine spannende Herangehensweise, zudem komplett anders als von Eisregen zu der Zeit gewohnt. Mittlerweile haben wir Teile dieser Arbeitsweise auch für Eisregen adaptiert, man lernt ja nie aus, was auch gut so ist.

Du hast mir ja schon mal von so einigen Rezis erzählt, bei denen die Schreiber sich wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert haben bzw. die man schon fast als Themenverfehlung bezeichnen muss. Kannst du erzählen, was die abstrusesten, dümmsten Sachen waren, die da so kamen?

Yantit: Eine der besten und aufschlussreichsten Rezis habe ich ja angehängt (online hier zu lesen). Der Vergleich zwischen Panzerkreutz und GOATFUNERAL ist auf jeden Fall großartig und absolut lesenswert, haha.

Warum hast du dich eigentlich jetzt dafür entschieden, das Geheimnis zu lüften?

Yantit: Wie gesagt, viele wussten ja eh schon, dass wir es sind. Auf der anderen Seite fragen aber auch immer wieder welche nach GOATFUNERAL. Jetzt, zum zehnjährigen Jubiläum, fand ich die Idee, unsere Beiträge zur Split mit Dies Fyck, zur „Thuringian Supremacy“-4-Split, das „Bastion Lucifer“-Album und „Luzifer spricht“ auf einem Tonträger und in einem würdigen Rahmen erneut zu veröffentlichen, großartig, da ein Teil der alten Sachen bereits vergriffen ist und wir auch ganz gute Karten haben, das Ganze erstmals auf Vinyl pressen zu lassen.

M. Roth: Eine Dekade ist immer ein guter Anlass für so was.

Ist diese Offenlegung, wer eigentlich hinter GOATFUNERAL steckt, in Verbindung mit der Compilation ein Schlussstrich? Ist das Kapitel GOATFUNERAL damit beendet, oder geht es erst richtig los?

Yantit: Nein, weder noch. Es wird sich nichts ändern, sprich: Wenn die Zeit gekommen ist, machen wir ein weiteres Album oder werden Teil einer Split-Veröffentlichung.

Man kann es sich anhand der GOATFUNERAL-Musik ja denken, aber dennoch: Bitte führe für unsere Leser mal aus, was für dich Black Metal bedeutet/wie Black Metal sein sollte.

Yantit: Puh… darauf habe ich keine pauschale Antwort. So, wie es das, was von Venom bis zu norwegischen Bands wie Burzum, Darhthrone usw. in den Neunzigern Black Metal war, nicht mehr gibt. Für mich persönlich ist Black Metal zum einen das Gefühl, das mich überkommt, wenn ich mich an diese Zeit erinnere. Andererseits aber auch bestimmte Personen, wie Attila Csihar, Jürgen Bartsch, Morgan Håkansson oder Daniel Rostén (vor allem wegen Funeral Mist). Diese Leute werden für mich immer das bleiben, was Black Metal ausmacht. Von einzelnen Bands fangen wir jetzt gar nicht erst an…

Was hältst du von der aktuellen Szene? Machst du da auch positive Entwicklungen aus?

Yantit: Wie gesagt, dabei sollte man zwischen damals und heute unterscheiden. Dass es 2016 keinen neuen Neunziger-Jahre-Black-Metal mehr geben kann, erklärt sich von selbst. Ich gehöre zwar nicht zu den Leuten, die alles Neue aus Prinzip scheiße finden, aber viel Spannendes gab es für mich in der letzten Zeit nicht. Was aber auch nicht stört, solange Bands wie Bethlehem, Mysticum oder Mayhem aktiv bleiben.

Wenn ihr es auf drei Alben eingrenzen müsstest, die euch im Black Metal am meisten bedeuten, welche wären das?

Yantit: Ich nenne einfach mal die, die es heute sind: Mayhem „Deathcrush/De Mysteriis Dom Sathanas“, Mysticum „In The Streams Of Inferno“ und „Maranatha“ von Funeral Mist.

M. Roth: Bei mir sind das Darkthrone „Under A Funeral Moon, Mayhem „De Mysteriis...“ und Burzum „Det Som Engang Var“.

Habe ich etwas Wichtiges vergessen, das ihr gerne noch anbringen würdest? Was möchtet ihr den GOATFUNERAL-Hörern oder auch euren Kritikern gerne mit auf den Weg geben?

Yantit: Eigentlich nichts… außer dass die Eisregen-Kritiker auch in Zukunft Eisregen und nicht GOATFUNERAL (wegen Eisregen) kritisieren mögen. Wenn das nicht möglich ist, sollen sie bitte sterben gehen.

M. Roth: Dem bleibt nix hinzuzufügen.