PHOSPHOR „Weltenbrand“

Phosphor - Weltverband

(Ottenburg/Soulfood)
Genre: Neue Deutsche Härte 2.0
Lange Zeit war unklar, ob „Weltenbrand“ überhaupt als physisches Album veröffentlicht werden kann. Die Finanzierung stand auf der Kippe. PHOSPHOR haben darum eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, die unerwartet große Resonanz erhielt. Nun ist das zweite Werk der Band um Dirigent und Sänger Ben Richter (Thanateros, Ex-Evereve) da. Als Vorgeschmack erschien Mitte Juli der Album-Opener ‚Drachenzeit‘ als Single. Dieser Song steht stellvertretend für „Weltenbrand“ und vereint alle Trademarks von PHOSPHOR. Die Band ausschließlich als Neue Deutsche Härte zu kategorisieren, greift zu kurz, denn PHOSPHOR gehen mehr als einen Schritt weiter. Die Band peppt ihren Sound mit Metal, Punk und Dark- beziehungsweise Gothic-Rock auf. Ben Richter ist auch nicht der typische, stereotype NDH-Brüllwürfel, sondern singt melodisch, charismatisch und mit unverkennbarem Timbre. Die Produktion ist sehr erdig und druckvoll, jedoch nicht unnötig aufgeblasen wie bei der Konkurrenz. Neben einem Gospel-Chor (!) erhielten PHOSPHOR prominente Unterstützung von Trommelbube Simon Rippin (unter anderem Fields Of The Nephilim), Geigerin Shir-Ran Yinon (New Model Army, Eluveitie, Haggard) und Antje Dieckmann von Patenbrigade: Wolff. Letztere sorgt mit ihrer süßen Stimme für eine Extraportion Pop im hymnischen ‚Dein Weg‘. Stark! Ein weiterer potentieller Hit ist das düster startende, sich dann episch öffnende ‚Frei und wild‘. Besonders gefällt dem Rezensenten das schüchterne Punk-Moment bei PHOSPHOR, stellvertretend beim aggressiven ‚Krieg (U.S.A.)‘. Mit „Weltenbrand“ ist PHOSPHOR ein mächtiges, spannendes Werk geglückt, das sich nicht auf Klischees und Genre-Standards ausruht, sondern unbequem sein möchte. (LS)
13 Punkte