Live

PARTY.SAN METAL OPEN AIR

10.-12.08. Schlotheim, Flugplatz Obermehler

Marduk & Abbath & Candlemass & Overkill & Possessed & Morbid Angel & Nile & Darkened Nocturn Slaughtercult & Vader & Mantar & God Dethroned & Demilich & Autopsy & Dew-Scented & Humilation & Insomnium & Inquisition & Vada & Moonsorrow & Dawn Of Disease & Krater & Demolition Hammer & u.v.m.

 

Euer Line-Up hat auch dieses Jahr wieder viele internationale Geheimtipps dabei, die loyal zur Untergrundszene stehen. Nach welchen Kriterien wählt ihr jedes Jahr die Acts aus, und worauf freust du dich ganz besonders 2017?

Jarne: Das PARTY.SAN METAL OPEN AIR steht seit jeher für eine ausgewogene Bandauswahl, und es ist schwierig, den Booking-Prozess in leicht verständliche Worte zu fassen. Wir sind riesige Fans der Musik und versuchen immer wieder, eine gesunde Mischung aus alten und neuen Helden zusammenzustellen. Die Bands, die bei uns spielen, müssen authentisch sein und zu uns passen. Ich denke, unsere Besucher verstehen, worum es uns hier geht. Ich freue mich sehr auf Merciless, welche dieses Jahr ihr 30-jähriges Jubiläum bei uns feiern – sie haben übrigens schon ihr 20-jähriges Jubiläum bei uns gefeiert. 

 

Ihr bleibt euch stets treu und setzt auf Qualität statt Quantität – rechnet ihr dieses Jahr wieder mit einer übersichtlichen Menge von 9.000 Besuchern, oder ist eine kleine Steigerung zu erwarten?

Jarne: Es wird einem nicht immer leicht gemacht, diesen Grundsatz umzusetzen. Wir stellen uns dem großen Kommerz entgegen und supporten nicht jeden dahergelaufenen Trend. Wir fahren dieses Konzept seit mehr als 20 Jahren und wollen daran auch nichts ändern. Wir hoffen, unsere Besucher erkennen das und würdigen diese Entscheidung. Wir gehen davon aus, dass sich die Anzahl unserer Besucher nicht verändern wird. Bei dieser Größe fühlen wir uns am wohlsten, und keine Angst: Wir werden wohl keine Crowdfunding-Kampagne anschieben...

 

Rummel und Riesenräder sind nichts, was Besucher mit dem PARTY.SAN in Verbindung bringen, hier dreht sich noch alles um die Musik selbst. Gibt es dennoch Tipps wie einen speziellen Essensstand oder ähnliche nicht-musikalische Dinge, die man sich als Besucher bei euch ansehen sollte?

Mieze: Ja, da hast du Recht. Einen Rummelplatz wird es bei uns nicht geben. Das heißt aber nicht, dass wir außer einer Bühne nichts anzubieten haben, was wir nicht ebenfalls als Metal-kompatibel ansehen. Hinsichtlich Essensangebot achten wir seit Jahren auf hohe Qualität und Abwechslung. Jeder Stand wird von uns auf diese Parameter geprüft und gegebenenfalls zur Nachbesserung aufgefordert. Wir können sogar mit Stolz sagen, dass mit dem Essensangebot eine so hohe Qualitätsmarke gesetzt wurde, dass auch andere Veranstaltungen unser Konzept übernommen haben. Abseits davon können wir auch auf verschiedene Getränkestände verweisen, die ebenso einmalig sind. Zu erwähnen sind hier unsere Freunde von Brutz & Brakel, den legendären Havana-Stand und das im letzten Jahr eingeführte Whisky-Pub. Kurz gesagt, wir versuchen außerhalb der oberflächlichen „Bespaßung“ ein Festival zu veranstalten, wo dem Gast dennoch alles geboten wird, was abseits der Bühnen in unseren Augen wichtig ist. Das mag alles sehr altbacken klingen, aber so sehen wir die Dinge als Fans von Heavy Metal.

 

Für die, die gern sorgenfrei leben, gibt es bei euch eine Flatrate für Duschen und Spültoiletten. Wie viel wird sie kosten? Und was ist absolut essenziell auf eurem Campingplatz?

Mieze: Die Dusch- und WC-Flatrate wird durch ein befreundetes Unternehmen angeboten. Auch in diesem Jahr wird das Bändchen 7,- EUR kosten. Unser Zeltplatz befindet sich auf den sog. Sicherheitsflächen auf einem Verkehrslandeplatz. Deshalb sind diese Flächen dräniert, was das Einschlagen von Zeltheringen teils recht schwierig macht. Also sollte man sich darauf besonders vorbereiten und keine Spielzeug-Anker mitbringen. Aber genau da fangen teils auch die Schwierigkeiten wieder an. Die Zeltanker müssen am Ende der Veranstaltung auch wieder entfernt werden – am besten direkt vom Besucher. Leider bleiben zu viel Müll, Zelte und Pavillons liegen – und eben auch die Zeltanker. Der Besucher sollte verstehen, dass er die Höhe des Ticketpreises zum Teil selbst in der Hand hat. Je mehr Müll wir entsorgen müssen, und je mehr Personal wir dafür benötigen, umso höher wird der Preis im Folgejahr sein. Eigentlich ganz einfach...

 

Nach über 20 Jahren gehört das PARTY.SAN auch längst zum Urgestein der deutschen Festivalszene – hättet ihr anno 1996 geglaubt, dass das Projekt sich derart entwickeln würde? Wie konntet ihr immer wieder zurück auf die Füße klettern, falls es mal Schwierigkeiten gab?

Jarne: Wir sind bescheidene Leute. Wir haben zwar daran gedacht zu überleben, aber was daraus nach mehr als 20 Jahren wurde, realisieren wir auch erst jetzt. Unsere Beharrlichkeit, Zurückhaltung, Loyalität und eine gute Planung haben uns scheinbar bis hierher gebracht. Ein gutes Gefühl, das aber jedes Jahr neu erarbeitet werden muss. In diesem Bereich schenkt dir niemand etwas. Wir versuchen, aus Fehlern zu lernen und uns nicht unterkriegen zu lassen. Fail and repeat.    

 

Anne Catherine Swallow

www.party-san.de