LEGACY - The Voice from the Darkside

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Dominik Irtenkauf (DOI)

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R. EVOLVER „Pol Pot Polka“

Friday, 07 March 2014 21:30 Published in Books & Fanzines

Lange musste man schon auf die Fortführung der Abenteuer der super sexy Agentin Kay Blanchard warten: Jetzt erschien R.Evolvers Fortführung der großen Schlacht endlich im Wiener Spezialistenverlag für Trashkultur: bei Evolver Books. Erneut wird nicht lange gefackelt und stante pede in die Handlung eingeführt. (Agentin Blanchard hätte jetzt einen dreckigen Spruch auf den Lippen.) Im Buch werden in einer gefälligen Sprache alle politischen Korrektheiten ausgebügelt, denn eine sexy Agentin wie Kay Blanchard hält sich nicht mit Gentleman-Diplomatie auf, sondern verteilt freigiebig Schläge und Tritte in alle Richtungen. Die Handlung ist jetzt nicht episch neu oder groß angelegt: Es gibt einen Bösewicht, der eine schlagkräftige Truppe von Handlangerinnen beschäftigt, und manche Szenen scheinen direkt aus der großen Trashkultur entliehen worden zu sein. Oder wahlweise auch aus „James Bond“-Filmen, wenn die auch nicht so frech und frei auf auch gar nichts Rücksicht nehmen. Ärgerlich bei der Taschenbuchausgabe ist der zu feste Einband, so dass man die Seiten kaum umklappen kann, ohne befürchten zu müssen, dass sie sofort wieder zurückschnellen. Der Leim scheint besonders fest zu sein – das Paperback liegt nicht gerade leicht in der Hand, zumindest beim Umblättern nicht. Dem Rezensenten ist nicht bekannt, ob dies nur ein einmaliger Produktionsfehler ist oder es die ganze Auflage betrifft. So viele Worte müssen zu diesem Werk eigentlich gar nicht mehr verloren werden: fetzige Action ohne Tiefsinn oder anderen Firlefanz in dieser Art. 

KUOLEMANLAAKSO „Uljas uusi maailma“

Monday, 03 March 2014 20:08 Published in A-Z

Mastermind Laakso mag den Hörern von Chaosweaver bekannt sein. KUOLEMANLAAKSO startete als One-Man-Projekt eben jenes Finnen, der von Triptykons starkem Album „Eparistera Daimones“ beeindruckt war und melodisch wie zugleich todtraurige Stücke schreiben wollte. Was zunächst im stillen Kämmerchen geschah, wuchs sich gleich zu einer richtigen Band aus, bei der auch Mitglieder von Swallow The Sun, Barren Earth und eben Chaosweaver zu finden sind. Die Original-Bands geben schon eine deutliche Vorstellung von der Marschrichtung des Finnenprojekts. Man kann sagen, was man will, aber die Finnen scheinen ein starkes Händchen im Doom-Genre zu haben, mehr noch, wenn sie es mit melancholischen Stimmungen wie im Falle von späten Sentenced verbinden. KUOLEMANLAAKSO haben all dies, und noch etwas mehr: nämlich einen ganz speziell eigenen Zugang. Sänger Kotamäki screamt auch auf „Uljas uusi maailma“ den Doom Metal der Jungs in eine härtere Dimension. Es ist alles andere als Funeral Doom, der bei den Finnen im hohen Norden gerne mal angeschlagen wird. Woran das liegen mag, darüber mag sich jeder Hörer zu Hause sein eigenes Bild machen. „Uljas uusi maailma“ verfügt sogar über einen bestechenden Groove, wenn man so weit gehen möchte, dieses Wort im Kontext einer Doom Metal-Rezension zu gebrauchen. KUOLEMANLAAKSO singen in ihrer Muttersprache und haben damit nicht nur sich, sondern auch den Hörern einen großen Gefallen getan: Die Scheibe wächst mit jedem Hören. Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist die Koproduktion von V. Santura (Dark Fortress, Triptykon), in dessen Woodshed Studios das Album aufgenommen wurde. Santura ließ es sich auch nicht nehmen, bei fünf Tracks selbst Gitarrenspuren einzuspielen. Orthodoxe Doom-Fanatiker sollten sich KUOLEMANLAAKSO vielleicht ein wenig vorsichtiger zu Gemüte führen. Wiewohl bereits der zweite Track, ‚Kuun Lapset‘ („Kinder des Mondes“ auf Deutsch), sehr doomig wirkt, die Gitarren bauen diese episch-sakrale Dimension auf, die dem Doom seine Eleganz verleiht. Jedoch sind Kotamäkis Vocals sicher recht aggressiv für übliches Doom-Verständnis. Obwohl, mittlerweile gehören ja Screams und Grunts auch zum Reservoir der Doom-Sänger. Die Musiker zeigen, dass sie ihr Handwerk gut gelernt haben, und noch mehr, dass sie bereit sind, eigene Ideen zu entwickeln. Die Wiederholung gehört zu diesem Genre wie das Amen in die Kirche. KUOLEMANLAAKSO, was übrigens auf Finnisch das Death Valley in den USA bezeichnet, machen das Beste daraus. (DOI)

SECRETS OF THE SKY „To Sail Black Waters“ MCD

Saturday, 01 March 2014 21:35 Published in A-Z

Leider ging das New Yorker Label, das das Debüt von SECRETS OF THE SKY zunächst veröffentlichen wollte, pleite. Daraufhin fanden die Kalifornier Kolony Records aus Italien, die das Debüt mit vier Tracks nun im Oktober weltweit veröffentlichen. Eindrücklich bieten SECRETS OF THE SKY eine breite Palette an Einflüssen: Grundtenor ist sicherlich eine Sludge-Befindlichkeit, die sich mal mehr in Richtung Doom, mal mehr in Richtung Black bewegt. „To Sail Black Waters“ schafft es, zwischen epischen Läufen im Track ‚Black Waters‘ bis hin zum Opener ‚Decline‘, der zunächst Gitarrenwände aufbaut, um sie später auf der Platte wieder einfallen zu lassen, zu unterhalten. Klargesang wechselt sich mit aggressiven Vocals ab, jedoch nie in hektischer Komprimierung, sondern sich Zeit lassend und entwickelnd. Die vier Tracks bilden einen Zusammenhang, der nicht abreißt, sondern ineinander greift und durchaus auch zum mehrmaligen Hören inspiriert. Die Musik ist schwer, wie sie in den USA im Kontext der Post Metal-Schiene gitarrentechnisch viel umgesetzt wird – andererseits kommen luftige Tendenzen zum Tragen. Von der Außenwirkung des Artworks über die Musik bis hin zum Konzept, das möglicherweise dahinter steckt, macht „To Sail Black Waters“ neugierig auf den Release. Einziger Wermutstropfen: Wo ist der Groove?

AETERNUS „...And The Seventh His Soul Detesteth“

Saturday, 22 February 2014 14:26 Published in A-Z

Sieben lange dürre Jahre musste man auf dieses neue Lebenszeichen der norwegischen Dark-Metaller warten. AETERNUS bezeichnen sich selbst als Dark Metal. Die näheren Hintergründe werden im Interview in dieser Ausgabe erforscht. Der Begriff leuchtet bis zu einem gewissen Grad ein, denn die Bergener mischen brutalen US-amerikanischen Death Metal mit Black Metal-Riffs. Besonders spannend wird es, wenn Sänger Ares, der auch die Gitarre und den Bass bedient, brutale Death-Growls anschlägt. „...And The Seventh His Soul Detesteth“ ist eine starke Scheibe geworden, weil trotz der extremen Ausrichtung der Band das Material recht komplex und vielfältig ist. Beim ersten Mal Hören wird man enttäuscht sein, weil man zunächst denkt: Das soll alles gewesen sein? Warum grunzt er und kreischt nicht? Doch der Schlusssong ‚The Spirit Of Illumination‘ besitzt die Bedrohlichkeit Immolations und verbindet dies mit der Radikalität des norwegischen Black Metal, ohne je in Geschwindigkeitsrausch verfallen zu müssen. AETERNUS begnügen sich nicht mit einem Einheitstempo, sondern variieren stark, so dass ‚The Confusion Of Tongues‘ schnell beginnt, dann jedoch ungefähr nach der Hälfte in Midtempo übergeht, mit diesen unnachahmlichen norwegischen Black Metal-Gitarren. Ares grunzt nicht mehr, sondern versucht sich in heiserem Sprechgesang. ‚Hubris‘ begnügt sich gleich im Anschluss mit Akustikgitarren, was an dieser Stelle auf dem Album ziemlich stark kommt. ‚Reap What You Saw‘ startet dann gleich wieder mit zünftigem Death Metal durch. „...And The Seventh His Soul Detesteth“ legt nicht nur starke Songstrukturen, sondern auch Ideen vor. So experimentell-avantgardistisch wie manche andere Gruppe aus Bergen oder dem Rest des Landes sind AETERNUS dann jedoch nicht, denn sie bleiben bei ihrem Schusterhandwerk. Dieses Handwerk jedoch hat in den 20 Jahren der Bandgeschichte an hoher Qualität gewonnen. Für dieses Album haben sich AETERNUS Zeit gelassen, und das hat dem Material keinesfalls geschadet. Ganz im Gegenteil: Wie austauschbar sind inzwischen In Flames- und Soilwork-Scheiben, die im Jahresrhythmus auf den Markt geworfen werden. Doch wie gesagt: Es ist mit zwei, drei Durchgängen nicht getan!

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