LEGACY - The Voice from the Darkside

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Thursday, 17 February 2000 01:00

 

Ragnarok

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Ein rohes und simpel gezeichnetes Bild springt dem Betrachter ins Auge. Die neue RAGNAROK-CD „Diabolical Age“ setzt neue Maßstäbe im Genre der geschmacklosen CD-Cover. Dafür metern die Norweger auf ihrem dritten Machwerk aber auch los, als gelte es, die verlorene Ehre zurückzugewinnen. John Thomas Bratland, kurz Jontho, seines Zeichens Schlagzeuger des wilden Haufens, stand mir in einem kurzen E-mail-Interview Rede und Antwort.
LEGACY: Ihr nehmt euch augenscheinlich Zeit für das Veröffentlichen eines neuen Albums. Es scheint fast so, als ob einige norwegische Bands, zum Beispiel Helheim oder Emperor, eben einfach zwei Jahre brauchen, um etwas Neues herauszubringen. Seid ihr so langsam beim Komponieren, oder woran liegt es?
JONTHO: Ja, wir waren etwas langsam, was das Songwriting für das neue Album angeht. Außerdem gab es einige persönliche Probleme, wie einen Todesfall in der Familie oder einfach Schwierigkeiten mit der Besetzung. Und natürlich sind wir auch nicht die fleißigsten. Verschiedene Studio-Termine mußten abgesagt werden, da unser Budget einfach zu gering war. Schließlich gab es auch Probleme während des Studioaufenthalts selbst, das Mixen gestaltete sich schwierig und so weiter. Egal, das neue Album ist jetzt da und ich denke, in musikalischer Hinsicht es ist großartig geworden. Dennoch werden wir wohl einige der Songs in einem anderen Studio noch einmal neu aufnehmen.
L: Ihr spielt rohen und brutalen Black Metal. Ist da ein großer Unterschied zwischen euren ersten beiden Alben und „Diabolical Age”? Mögt ihr keine Synthesizer?
J: Unser Stil hat sich seit dem letzten Album stark verändert. Der Hauptgrund ist wohl der Fakt, daß wir alle an unseren Instrumenten besser geworden sind und eben schneller und technischer spielen als bisher. Wir haben immer noch viel Melodie in unseren Songs, allerdings sind jetzt die Gitarren die melodieangebenden Instrumente und nicht mehr das Keyboard, wie auf den bisherigen zwei Scheiben. Ebenso haben sich die Texte etwas verändert und sind jetzt satanischer im Sinne unserer Glaubensauffassung und nicht, um gegen das Christentum zu wettern. Wir haben keine Abneigung gegen Synthesizer, aber wir waren der Auffassung, daß zuviel davon nicht gut für die Musik ist.
L: Euer Bandname ist der nordischen Mythologie entlehnt und bedeutet grob übersetzt ‘der Weltuntergang‘. Eure Texte und euer Symbolismus sind satanisch. Versucht ihr, Satanismus und nordische Mythologie zu vermischen, so das überhaupt möglich ist?
J: Zuerst spielten wir Viking Metal, da das damals ein relativ neuer Stil war. Daher gaben wir uns den Namen RAGNAROK. Der Stil der Musik paßte aber nicht zu unserer Weltanschauung und unseren Vorstellungen, also packten wir die Wikinger zurück zur Vergangenheit. Unsere wirkliche Botschaft ist Satanismus und nicht Paganismus! Wir überlegten uns, ob wir unseren Namen ändern sollten, aber wir hatten mittlerweile soviel Feedback aus der Szene bekommen, außerdem paßt der Name letztlich auch zur Musik, so daß wir uns dagegen entschieden. Wir sind wohl auch nicht die einzigen, die einen Namen aus der nordischen Mythologie verwenden und puren satanischen Black Metal spielen. Wir konzentrieren uns vor allem auf die Musik, die Texte und die Botschaft, die damit verbunden ist, und der Name kommt erst an zweiter Stelle.
L: Ist Satanismus reine Unterhaltung für euch? Ich meine, euer Symbolismus ist so simpel, daß ich das kaum ernstnehmen kann. Oder glaubt ihr tatsächlich an Satan beziehungsweise Gott?
J: Um das gleich klarzustellen: wir benutzen Satanismus nicht zu Unterhaltungszwecken! Ich habe mich bereits mit Satanismus auseinandergesetzt, lange bevor ich eine Black Metal-Band gründete. Ich habe diesen Stil gewählt, um eine satanische Botschaft zu vermitteln. Bei RAGNAROK war es so, daß wir zu Beginn nicht diejenigen waren, die die Musik schrieben, und so formte sich dieses Konzept, das sich aus der nordischen Mythologie herleitet. Jerv, unser Bassist, und ich selbst waren immer schon Satanisten und werden es immer sein. Der Symbolismus auf „Diabolical Age” paßt einfach hervorragend zur Platte, wenn man das Konzept versteht. Wir versuchen, eine Vision der Zukunft zu vermitteln. Das ist kein Pop-Millenniums-Album! Wenngleich dieses Jahr das Jahr des Drachen ist, und der Drache ein Symbol Satans ist. Wie dem auch sei, ich bete keine Person namens Satan an, sondern sehe Satan als eine Kraft der Natur.
L: Wie ich hörte, wollen euch Voices Of Wonder diesen Sommer auf Tour schicken? Habt ihr bereits Ersatz für euren Sänger gefunden, der euch gleich nach den Aufnahmen verließ?
J: Es gibt noch nichts Konkretes, aber ich habe mit Silenoz von Dimmu Borgir gesprochen. Vielleicht gibt es im Mai und im Juni eine kleine Tour mit uns, Dimmu Borgir und Dark Funeral. Außerdem gibt es Pläne, daß wir auf ein paar Festivals spielen, eventuell auch in Wacken. Wir haben noch keinen neuen Sänger, aber Caligula von Dark Funeral wird als Session-Sänger aushelfen, bis wir einen haben.
Soviel von Jontho. Ich fände es gut, wenn die Band mal wieder nach Deutschland finden würde. Kontakt: RAGNAROK, c/o Jontho, Box 489, 1701 Sarpsborg, Norwegen; E-mail: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. .

Jan Fischer

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