LEGACY - The Voice from the Darkside

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Chalina Lüning (CL)

Chalina Lüning (CL)

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SPIT LIKE THIS "Normalityville"

Monday, 03 March 2014 21:13 Published in A-Z

Na das ist doch mal was Ungewöhnliches! SPIT LIKE THIS ist an sich schon ein verwirrender Bandname, die Musik dazu setzt dem Ganzen noch das Sahnehäubchen auf. Nach ihrem Debütalbum im Jahre 2010 haben die Engländer etliche Auftritte verbuchen können. Unter anderem haben sie Wacken, das Hard Rock Hell in ihrer Heimat und mehrere Einzelkonzerte im Gepäck. Sie werben mit vielen Likes auf Facebook und einer Vielzahl von Fanmails – doch wie schaut es aus mit der musikalischen Qualität der Band? Die schockigen Londoner lassen sich in keine Genre-Schublade stecken. Ihre Musik ist ein Potpourri aus Glam Metal, Horrorpunk, Gothic Rock, Rock’n’Roll und Sleaze Rock. Klingt komisch? Der Albumtitel der zweiten Auskopplung „Normalityville“ klingt nach alten Kulthorrorfilmen und den Misfits. Im Opener ‚Sick’ wird klar gestellt, dass sie auch härtere Töne drauf haben. Metal, Horror und eine Portion Disturbed mischen sich unter den Song, während die anfänglichen Drumpassagen im zweiten Song ‚Normalityville’ Marilyn Mansons ‚The Beautiful People’ recht nahe kommen. Sänger Lord Zions Stimme kann es mit den Wave-Sängern der guten alten 1980er aufnehmen und unterstreicht die Lieder mit einem punkig-rotzigen Timbre. Zehn Songs, die nicht spektakulär, aber frech daherkommen. SPIT LIKE THIS sind wirklich keine Band, die man einfach hinnimmt. Musikalisches Können beweisen sie, aber Geschmäcker sind verschieden. Diese außergewöhnliche Band macht es einem nicht leicht. Mehrmaliges Hören ist notwendig, um sie zu lieben. 

In Nürnberg ist buchstäblich die Hölle los. Nachdem der erste, zweite und irgendwann auch der letzte Menschenansturm auf die Rockfabrik versiegt ist, gibt es kein Durchkommen mehr. Neben Gerangel, Schweiß und den üblichen Verständigungsschwierigkeiten herrscht noch Frust ob der geringen Flüssigkeitszufuhr (zur Bar gibt es nur den Weg über die Treppe. Selbstmord!), stickige Luft und die nicht enden wollende Warterei auf die großen Meister des Heavy Metal. Es hätte sicher nicht geschadet, 100 Tickets weniger zu verkaufen, um so einen Stress zu vermeiden.

Wie dem auch sei. Die Großen des Abends schicken zuerst die amerikanischen Thrash-Pioniere von WARBRINGER als Vorband auf die Bühne. Was für ein Brett! Die Jungs aus Kalifornien sind schon zehn Jahre im Geschäft, und das merkt man ihnen an. Neben ihrem aktuellen Album "IV: Empires Collapse", werden auch alte Schinken wie 'Combat Shock' und 'Born Of The Ruins' ausgepackt. WARBRINGER haben eine Stunde Spielzeit, die sie mit Bravour meistern. Showeinlagen und Musik vom Feinsten - professionell bis in die Haarspitzen!

Des Weiteren waren noch ELM STREET angekündigt, kommen aber nicht. Es gibt dazu auch keine Erläuterung. Nach einer notwendigen Umbaupause stehen die heiß ersehnten Stars des Abends auf die Bühne. Jon Schaffer und sein Team sind bestens für zwei volle Stunden Spielzeit gerüstet. Die Hits von früheren Alben, wie 'The Hunter' und 'The Last Laugh' vom "Dark Saga"-Album oder 'Burning Times' und der Ohrwurm 'Disciples Of The Lie' von "Something Wicked This Way Comes" begeistern durchweg. ICED EARTH hätten gut und gerne noch zwei weitere Stunden spielen können, denn hier folgt ein Megasong auf den nächsten. Allerdings verwundert es, dass der Kommerz-Hit 'Anthem' nicht gespielt wird. Letztlich auch nicht verkehrt, denn so können die altgedienten Fans in den Klängen der Vergangenheit schwelgen.

 

 

Ein Samstagabend in Chemnitz kann sich bei der richtigen Gesellschaft und einem heißersehnten Event im Südbahnhof durchaus auszahlen. Um 18.30 Uhr brettern die Norweger von SVARTTJERN los, um ihren rohen Black Metal auf Sachsen loszulassen. 30 Minuten purer Terror und Blasphemie, natürlich auch aus ihrem neuen Album, das pünktlich zur Tour erschien. Da raunt der eine oder andere Fan mal die Frage „Kommt mir das nur so vor oder spielen die wie die alten Black Metal-Bands in den 90ern?“ Schade um den schnarrigen Sound, aber trotzdem: Daumen hoch für die Musiker, das war wirklich eine gute Show.

Weiterhin brechen die Kolumbianer INQUISITION – bereits Ende der 80er gegründet - alle Regeln. Sie spielen guten, harten, schnellen und verdammt abwechslungsreichen Black Metal. Zu zweit. Was einigen 5-Mann-Bands an Bombast und Überzeugungskraft fehlt, das schlagen die zwei allein heraus. Sänger und Gitarrist Dagon pendelt zwischen zwei Mikros hin und her, um für die Fans besser sichtbar zu sein. Klasse, was man zu zweit auf der Bühne alles hinbekommen kann. Wem da nicht die Kinnlade nach unten geklappt ist, der hat nicht gescheit zugehört. Den lohn gibt es spätestens, als CRADLE OF FILTH Applaus für alle Bands fordern – denn da liegen INQUISITION weit vorn.

Die Dritten des Abends fallen ein wenig aus dem Tour-Konzept. IN SOLITUDE sind wahrlich ein Schmankerl und vom Stil her eher dem Heavy Metal und Prog Rock der 70er Jahre zuzuordnen als dem extremen Brett, das sonst diesen Abend geboten wird. Die Schweden bieten klare Linien, Refrains und Bridges. Wer sie bisher noch nicht kannte, dem mag die Band als ungewöhnlich oder auch unpassend in Erinnerung geblieben sein. Dies ändert nichts daran, dass sie musikalisch eine Vielzahl an spielerischen Möglichkeiten zum Besten geben. Sänger Hornper zaubert mit seiner Stimme eine mystische Melancholie in den Raum und gibt mit 'Sister' und 'Witches Sabbath' zwei der ausdrucksstärksten Stücke von sich.

Nun folgen die beiden Hauptacts, bei denen der Umbau der Bühne deutlich länger dauert als bei den Vorbands. Mehr Klimbim, mehr Technik. Als das Intro BEHEMOTH ankündigt, wird der Jubel groß. Mit dem Song 'Blow Your Trumpets Gabriel' aus dem neuen Langspieler „The Satanist“ begeistern die Polen die Menge. Auch Hits für ältere BEHEMOTH-Kenner werden präsentiert. 'Christians To The Lions' oder auch 'As Above So Below' bringen die Jünger in Chemnitz zum Jubeln. Die Band agiert professionell und bietet eine tolle Bühnenshow. Nergal schwenkt mitunter ein Weihrauchfass – Kult! Die Pyros und das Plastikkonfetti dürfen natürlich auch nicht fehlen, um die Show abzurunden. Kostüme, ein brummendes Intro und ein vielseitiges Mienenspiel tragen zur Vollkommenheit bei. Blackened Death Metal par excellence! BEHEMOTH sind und bleiben ein Individuum in diesem Genre.

Zu guter Letzt geben sich die englischen Bombast-Black-Metaller CRADLE OF FILTH die Ehre. Die Engländer spielen viele Hits aus ihrem Songrepertoire und trumpfen mit ihrer cineastischen Show und den aufwendigen Kostümen auf. Opener ist der Knüppler 'Cthulhu Dawn'. CRADLE OF FILTH bieten eine komplexe Show mit ihren gewohnt intelligenten Texten, technischem Spiel und surrealen Themen. Das Hauptaugenmerk legt die Band auf ihre Top-Alben „Cruelty And The Beast“ und „Dusk And Her Embrace“. Sänger Dani Filth beeindruckt mit seiner Stimmwucht von der ersten Minute an und fordert die Fans zum Mitsingen und Mitklatschen auf. Insgesamt ist die Show wirklich gelungen, und bei den Bands war für jeden Geschmack etwas dabei. Schade nur, dass die Location ungepflegt und marode und zudem nebenan eine Bad Taste-Party zugange war. Egal, denn: Eine weitere Europa-Tour ist erwünscht!

Die Pilgerin

Tuesday, 25 February 2014 09:45 Published in Movies

 

Tilla Willinger ist ein Wildfang, der wohl behütet aufgewachsen ist. Ihr Vater ist ein bekannter Kaufmann und ihr Bruder habgierig und versessen darauf, das Erbe seines Vaters anzutreten. Als der Vater sterbenskrank wird, lässt sie ihm eine Medizin brauen, nach der es ihm schlagartig wieder besser geht. In dieser Hochphase setzt er sein Testament auf, in dem steht, dass der Verlobte Tillas das Familienunternehmen weiterführen wird, sobald er verstorben ist. Dies kann Bruder Ottfried nicht auf sich beruhen lassen und erstickt seinen Vater. Um an das Erbe zu kommen, will er das Testament verschwinden lassen und Tilla mit dem schleimigen Stadtratsgenossen Veit Gürtler verheiraten. Der verstorbene Willinger hat verfügt, dass sein Herz nach seinem Tod nach Santiago de Compostela gebracht wird, damit seine Seele gerettet werden kann – er war Schuld an dem Tod eines Mädchen, da er tatenlos zugesehen und ihr im wichtigen Moment nicht zur Hilfe gekommen war. Doch Ottfried denkt nicht mal daran, die Bitte umzusetzen, sondern arrangiert seine und Tillas Hochzeit, damit die Familie sich mit den Gürtlers verbünden und über die Geschäfte der Stadt herrschen kann. Also nimmt Tilla Reißaus, schneidet dem Vater das Herz aus der Brust und macht sich allein auf den Jacobsweg, auf dem ihr das eine oder andere Hindernis in den Weg kommt. „Die Pilgerin“ ist ein erstaunlich guter Fernseh-Zweiteiler, der mit überzeugendem Schauspiel und tollen Requisiten besticht. Iny Lorentz’ Romanverfilmung wurde sehr gut umgesetzt und bezaubert dank der tschechischen Landschaft einmal mehr.

 

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