LEGACY - The Voice from the Darkside

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Chalina Lüning (CL)

Chalina Lüning (CL)

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SPIT LIKE THIS "Normalityville"

Monday, 03 March 2014 21:13 Published in A-Z

Na das ist doch mal was Ungewöhnliches! SPIT LIKE THIS ist an sich schon ein verwirrender Bandname, die Musik dazu setzt dem Ganzen noch das Sahnehäubchen auf. Nach ihrem Debütalbum im Jahre 2010 haben die Engländer etliche Auftritte verbuchen können. Unter anderem haben sie Wacken, das Hard Rock Hell in ihrer Heimat und mehrere Einzelkonzerte im Gepäck. Sie werben mit vielen Likes auf Facebook und einer Vielzahl von Fanmails – doch wie schaut es aus mit der musikalischen Qualität der Band? Die schockigen Londoner lassen sich in keine Genre-Schublade stecken. Ihre Musik ist ein Potpourri aus Glam Metal, Horrorpunk, Gothic Rock, Rock’n’Roll und Sleaze Rock. Klingt komisch? Der Albumtitel der zweiten Auskopplung „Normalityville“ klingt nach alten Kulthorrorfilmen und den Misfits. Im Opener ‚Sick’ wird klar gestellt, dass sie auch härtere Töne drauf haben. Metal, Horror und eine Portion Disturbed mischen sich unter den Song, während die anfänglichen Drumpassagen im zweiten Song ‚Normalityville’ Marilyn Mansons ‚The Beautiful People’ recht nahe kommen. Sänger Lord Zions Stimme kann es mit den Wave-Sängern der guten alten 1980er aufnehmen und unterstreicht die Lieder mit einem punkig-rotzigen Timbre. Zehn Songs, die nicht spektakulär, aber frech daherkommen. SPIT LIKE THIS sind wirklich keine Band, die man einfach hinnimmt. Musikalisches Können beweisen sie, aber Geschmäcker sind verschieden. Diese außergewöhnliche Band macht es einem nicht leicht. Mehrmaliges Hören ist notwendig, um sie zu lieben. 

In Nürnberg ist buchstäblich die Hölle los. Nachdem der erste, zweite und irgendwann auch der letzte Menschenansturm auf die Rockfabrik versiegt ist, gibt es kein Durchkommen mehr. Neben Gerangel, Schweiß und den üblichen Verständigungsschwierigkeiten herrscht noch Frust ob der geringen Flüssigkeitszufuhr (zur Bar gibt es nur den Weg über die Treppe. Selbstmord!), stickige Luft und die nicht enden wollende Warterei auf die großen Meister des Heavy Metal. Es hätte sicher nicht geschadet, 100 Tickets weniger zu verkaufen, um so einen Stress zu vermeiden.

Wie dem auch sei. Die Großen des Abends schicken zuerst die amerikanischen Thrash-Pioniere von WARBRINGER als Vorband auf die Bühne. Was für ein Brett! Die Jungs aus Kalifornien sind schon zehn Jahre im Geschäft, und das merkt man ihnen an. Neben ihrem aktuellen Album "IV: Empires Collapse", werden auch alte Schinken wie 'Combat Shock' und 'Born Of The Ruins' ausgepackt. WARBRINGER haben eine Stunde Spielzeit, die sie mit Bravour meistern. Showeinlagen und Musik vom Feinsten - professionell bis in die Haarspitzen!

Des Weiteren waren noch ELM STREET angekündigt, kommen aber nicht. Es gibt dazu auch keine Erläuterung. Nach einer notwendigen Umbaupause stehen die heiß ersehnten Stars des Abends auf die Bühne. Jon Schaffer und sein Team sind bestens für zwei volle Stunden Spielzeit gerüstet. Die Hits von früheren Alben, wie 'The Hunter' und 'The Last Laugh' vom "Dark Saga"-Album oder 'Burning Times' und der Ohrwurm 'Disciples Of The Lie' von "Something Wicked This Way Comes" begeistern durchweg. ICED EARTH hätten gut und gerne noch zwei weitere Stunden spielen können, denn hier folgt ein Megasong auf den nächsten. Allerdings verwundert es, dass der Kommerz-Hit 'Anthem' nicht gespielt wird. Letztlich auch nicht verkehrt, denn so können die altgedienten Fans in den Klängen der Vergangenheit schwelgen.

 

 

Ein Samstagabend in Chemnitz kann sich bei der richtigen Gesellschaft und einem heißersehnten Event im Südbahnhof durchaus auszahlen. Um 18.30 Uhr brettern die Norweger von SVARTTJERN los, um ihren rohen Black Metal auf Sachsen loszulassen. 30 Minuten purer Terror und Blasphemie, natürlich auch aus ihrem neuen Album, das pünktlich zur Tour erschien. Da raunt der eine oder andere Fan mal die Frage „Kommt mir das nur so vor oder spielen die wie die alten Black Metal-Bands in den 90ern?“ Schade um den schnarrigen Sound, aber trotzdem: Daumen hoch für die Musiker, das war wirklich eine gute Show.

Weiterhin brechen die Kolumbianer INQUISITION – bereits Ende der 80er gegründet - alle Regeln. Sie spielen guten, harten, schnellen und verdammt abwechslungsreichen Black Metal. Zu zweit. Was einigen 5-Mann-Bands an Bombast und Überzeugungskraft fehlt, das schlagen die zwei allein heraus. Sänger und Gitarrist Dagon pendelt zwischen zwei Mikros hin und her, um für die Fans besser sichtbar zu sein. Klasse, was man zu zweit auf der Bühne alles hinbekommen kann. Wem da nicht die Kinnlade nach unten geklappt ist, der hat nicht gescheit zugehört. Den lohn gibt es spätestens, als CRADLE OF FILTH Applaus für alle Bands fordern – denn da liegen INQUISITION weit vorn.

Die Dritten des Abends fallen ein wenig aus dem Tour-Konzept. IN SOLITUDE sind wahrlich ein Schmankerl und vom Stil her eher dem Heavy Metal und Prog Rock der 70er Jahre zuzuordnen als dem extremen Brett, das sonst diesen Abend geboten wird. Die Schweden bieten klare Linien, Refrains und Bridges. Wer sie bisher noch nicht kannte, dem mag die Band als ungewöhnlich oder auch unpassend in Erinnerung geblieben sein. Dies ändert nichts daran, dass sie musikalisch eine Vielzahl an spielerischen Möglichkeiten zum Besten geben. Sänger Hornper zaubert mit seiner Stimme eine mystische Melancholie in den Raum und gibt mit 'Sister' und 'Witches Sabbath' zwei der ausdrucksstärksten Stücke von sich.

Nun folgen die beiden Hauptacts, bei denen der Umbau der Bühne deutlich länger dauert als bei den Vorbands. Mehr Klimbim, mehr Technik. Als das Intro BEHEMOTH ankündigt, wird der Jubel groß. Mit dem Song 'Blow Your Trumpets Gabriel' aus dem neuen Langspieler „The Satanist“ begeistern die Polen die Menge. Auch Hits für ältere BEHEMOTH-Kenner werden präsentiert. 'Christians To The Lions' oder auch 'As Above So Below' bringen die Jünger in Chemnitz zum Jubeln. Die Band agiert professionell und bietet eine tolle Bühnenshow. Nergal schwenkt mitunter ein Weihrauchfass – Kult! Die Pyros und das Plastikkonfetti dürfen natürlich auch nicht fehlen, um die Show abzurunden. Kostüme, ein brummendes Intro und ein vielseitiges Mienenspiel tragen zur Vollkommenheit bei. Blackened Death Metal par excellence! BEHEMOTH sind und bleiben ein Individuum in diesem Genre.

Zu guter Letzt geben sich die englischen Bombast-Black-Metaller CRADLE OF FILTH die Ehre. Die Engländer spielen viele Hits aus ihrem Songrepertoire und trumpfen mit ihrer cineastischen Show und den aufwendigen Kostümen auf. Opener ist der Knüppler 'Cthulhu Dawn'. CRADLE OF FILTH bieten eine komplexe Show mit ihren gewohnt intelligenten Texten, technischem Spiel und surrealen Themen. Das Hauptaugenmerk legt die Band auf ihre Top-Alben „Cruelty And The Beast“ und „Dusk And Her Embrace“. Sänger Dani Filth beeindruckt mit seiner Stimmwucht von der ersten Minute an und fordert die Fans zum Mitsingen und Mitklatschen auf. Insgesamt ist die Show wirklich gelungen, und bei den Bands war für jeden Geschmack etwas dabei. Schade nur, dass die Location ungepflegt und marode und zudem nebenan eine Bad Taste-Party zugange war. Egal, denn: Eine weitere Europa-Tour ist erwünscht!

Die Pilgerin

Tuesday, 25 February 2014 09:45 Published in Movies

 

Tilla Willinger ist ein Wildfang, der wohl behütet aufgewachsen ist. Ihr Vater ist ein bekannter Kaufmann und ihr Bruder habgierig und versessen darauf, das Erbe seines Vaters anzutreten. Als der Vater sterbenskrank wird, lässt sie ihm eine Medizin brauen, nach der es ihm schlagartig wieder besser geht. In dieser Hochphase setzt er sein Testament auf, in dem steht, dass der Verlobte Tillas das Familienunternehmen weiterführen wird, sobald er verstorben ist. Dies kann Bruder Ottfried nicht auf sich beruhen lassen und erstickt seinen Vater. Um an das Erbe zu kommen, will er das Testament verschwinden lassen und Tilla mit dem schleimigen Stadtratsgenossen Veit Gürtler verheiraten. Der verstorbene Willinger hat verfügt, dass sein Herz nach seinem Tod nach Santiago de Compostela gebracht wird, damit seine Seele gerettet werden kann – er war Schuld an dem Tod eines Mädchen, da er tatenlos zugesehen und ihr im wichtigen Moment nicht zur Hilfe gekommen war. Doch Ottfried denkt nicht mal daran, die Bitte umzusetzen, sondern arrangiert seine und Tillas Hochzeit, damit die Familie sich mit den Gürtlers verbünden und über die Geschäfte der Stadt herrschen kann. Also nimmt Tilla Reißaus, schneidet dem Vater das Herz aus der Brust und macht sich allein auf den Jacobsweg, auf dem ihr das eine oder andere Hindernis in den Weg kommt. „Die Pilgerin“ ist ein erstaunlich guter Fernseh-Zweiteiler, der mit überzeugendem Schauspiel und tollen Requisiten besticht. Iny Lorentz’ Romanverfilmung wurde sehr gut umgesetzt und bezaubert dank der tschechischen Landschaft einmal mehr.

 

HOLLYWOOD BURNOUTS "Kick Up A Notch"

Thursday, 20 February 2014 21:16 Published in A-Z

Die Glam-Rocker spielen schon seit 2008 ihren sleazigen Sound auf nationalem sowie internationalem Boden und beglücken die Hörerschaft diesen Sommer mit einem neuen Album. „Kick It Up A Notch“ heißt es und wird jeden Fan von Haarspray-Frisuren und Steel Panther mit Sicherheit verzücken. Da ihr erstes Album Schweiß, Nerven sowie Weihnachten und Silvester 2011 gekostet hat, lassen es die jungen Musiker beim zweiten Mal etwas entspannter angehen. Bei diesem Werk wird nicht mehr mit Gerätschaften aus den 1970ern herumexperimentiert, um mit den Vorbildern – zumindest technisch – gleich zu stehen. Im Sommer 2012 haben sie schon mit den Aufnahmen für die neue Auskopplung begonnen und sind bereit, die Bretter wieder einmal mit Größen wie Cinderella oder Bonfire zu teilen. "Kick Up A Notch" bietet alles, was ein gutes Sleaze-/Glam Rock-Album benötigt: authentische Texte, Hits zum Abfeiern, Balladen und peppige Songs, die einladen, das Autofenster herunter zu kurbeln und lautstark mitzubrüllen. Jeder Song steht für ein Thema, mit dem sich fast jeder Rocker identifizieren kann. Der Opener ‚Ghost’ ist ein hymnengleicher Song, der Sehnsucht nach Zeiten erweckt, in denen man viel geträumt hat und der Boden unter den Füßen fehlte. Es geht weiter mit ‚Out Of Hell’, dessen Refrain sehr überzeugt - mitreißende Melodie, energiegeladen und kraftvoll! Die Ballade ‚Coming Home’ erinnert an Bon Jovis beste Zeiten und lädt ein zum lässigen Kopfwippen. Alles in allem ist "Kick Up A Notch" musikalisch keine Innovation, aber ein verflucht cooler Sommer-Soundtrack! 

HOLLYWOOD BURNOUTS "Kick Up A Notch"

Thursday, 20 February 2014 21:09 Published in A-Z

Die Glam-Rocker spielen schon seit 2008 ihren sleazigen Sound auf nationalem sowie internationalem Boden und beglücken die Hörerschaft diesen Sommer mit einem neuen Album. „Kick It Up A Notch“ heißt es und wird jeden Fan von Haarspray-Frisuren und Steel Panther mit Sicherheit verzücken. Da ihr erstes Album Schweiß, Nerven sowie Weihnachten und Silvester 2011 gekostet hat, lassen es die jungen Musiker beim zweiten Mal etwas entspannter angehen. Bei diesem Werk wird nicht mehr mit Gerätschaften aus den 1970ern herumexperimentiert, um mit den Vorbildern – zumindest technisch – gleich zu stehen. Im Sommer 2012 haben sie schon mit den Aufnahmen für die neue Auskopplung begonnen und sind bereit, die Bretter wieder einmal mit Größen wie Cinderella oder Bonfire zu teilen. "Kick Up A Notch" bietet alles, was ein gutes Sleaze-/Glam Rock-Album benötigt: authentische Texte, Hits zum Abfeiern, Balladen und peppige Songs, die einladen, das Autofenster herunter zu kurbeln und lautstark mitzubrüllen. Jeder Song steht für ein Thema, mit dem sich fast jeder Rocker identifizieren kann. Der Opener ‚Ghost’ ist ein hymnengleicher Song, der Sehnsucht nach Zeiten erweckt, in denen man viel geträumt hat und der Boden unter den Füßen fehlte. Es geht weiter mit ‚Out Of Hell’, dessen Refrain sehr überzeugt - mitreißende Melodie, energiegeladen und kraftvoll! Die Ballade ‚Coming Home’ erinnert an Bon Jovis beste Zeiten und lädt ein zum lässigen Kopfwippen. Alles in allem ist "Kick Up A Notch" musikalisch keine Innovation, aber ein verflucht cooler Sommer-Soundtrack! 

FROSTTIDE "Awakening"

Wednesday, 19 February 2014 20:55 Published in A-Z

Seit 2009 hexen die jungen Männer von FROSTTIDE durch Finnland und verbreiten ihre stimmungsvolle, atmosphärische und bezaubernde Musik. Frostig, erhaben und Kräfte messend mit Größen wie Korpiklaani oder Ensiferum, schaffen sie es, den Hörer in ihren Bann zu reißen. Als Melodic Folk Metal tituliert die Band ihren Stil und kann schon einiges an Auftritten und Festivals für sich verbuchen. Hierzulande sind sie noch recht unbekannt, schaffen aber sicherlich den Sprung in die Menge mit ihrem Debütalbum „Awakening“, welches seit kurzem erhältlich ist. Eine gute Mischung aus Pagan/Folk, melodischen Death Metal-Klängen, Keyboard-Passagen, die stets an Winter erinnern, Männerchören und der grölenden Stimme des Sängers, die die eisige Winterlandschaft zu untermalen weiß. Die Drums erinnern an eine galoppierende Herde Pferde, und die Riffs sind fantasievoll und stimmig. „Awakening“ kränkelt an einem mit der Zeit recht monoton daherkommenden Gesang, das machen die technische Raffinesse und die dominanten, schönen Keyboardklänge aber wieder wett. Anspieltipp ist 'Siege', ein brachialer und zugleich überaus melodischer Song wie ein anrollender Blizzard, der einem entgegen wälzt und die Kälte des Wintergotts spüren lässt. Sicherlich merkt man bei FROSTTIDE, dass sie bekannte Idole haben und sich an sich an die Pagan Metal-Schiene anpassen. Schade, denn es steckt genug Potential in den Musikern, um der Musik ihren eigenen Stempel aufzudrücken. Vielleicht kommt das noch, wir dürfen gespannt sein!

Timor Et Tremor

Tuesday, 28 August 2012 19:50 Published in Archiv

Metal, Mystik und Melodie

Lange Zeit waren TIMOR ET TREMOR nur im Internet präsent, mit ihrem neuen Silberling geben sie sich nun die Ehre, auch vom gemeinen Volke die ihnen zustehende Aufmerksamkeit zu bekommen. „Chattic Black Metal“ mag nicht jedem ein geläufiger Begriff sein, denn die vier Jungs aus dem Kasseler Raum bezeichnen ihre Musik danach und ehren somit den vor hunderten von Jahren existierenden germanischen Stamm, der in Nordwesthessen – und somit der Heimat von TIMOR ET TREMOR – wurzelte: rau, druckvoll, rasend und doch episch und verzaubernd.

Die Band liefert mit ihrem neuen Album „Upon Bleak Grey Fields“ nach drei Online-Veröffentlichungen den ersten Silberling ab. Da wird es Zeit, dass die Truppe samt Klangwerk mal vorgestellt wird. Sänger Hendrik gibt uns die Ehre. Sachlich und auf den Punkt kommend antwortet er uns auf die vielen Fragen, die wir ihm stellen. Folglich beginnen wir mit der Bandentstehung: „TIMOR ET TREMOR wurden 2005 von Jan gegründet, nachdem er bei Twilight Prophecies ausgestiegen war, wo Marco (Gitarre) und ich zu dem Zeitpunkt noch aktiv waren. Der Wunsch, Black Metal zu machen, war aber bereits weit vorher vorhanden. Von der ursprünglichen Besetzung ist nur noch Jan (Schlagzeug) übrig. Nachdem relativ kurze Zeit nach Bandgründung alle anderen ausgestiegen waren, kamen erst Marco und dann ich dazu, und so blieb es dann auch erst einmal ein paar Jahre, bis 2009 Martin als zweiter Gitarrist dazu gestoßen ist. Seitdem ist die Besetzung stabil.“ Während der Hype um die Viking- und Pagan Metal-Szene entflammte, blieben die jungen TIMOR ET TREMOR standhaft ihrem eigenen Stil treu und erschufen einen Musikstil fernab des Schubladendenkens. Die vier Hessen kreierten einen Stil, der sachte an Pagan kratzt, sich mit Black Metal vereint und sich schlussendlich zu einem rauen Meer aus mystischen, atmosphärischen und derben Klängen ergießt. Wenn es um die Aufgaben innerhalb der Band geht, ist Hendrik demokratisch: „Songwriting und Composing übernehmen in der Regel alle gemeinsam bei uns im Proberaum. Irgendwer bringt eine Idee mit, und alle arbeiten daran und bringen sich ein, bis ein Song daraus wird - oder oft genug auch nicht! Bei uns ist das eher ein fließender Prozess. In unseren Texten gibt es einen roten Faden, welcher sich immer in einer Art und Weise um Naturmystik und die dunklen Seiten der menschlichen Existenz dreht. Wir haben nichtsdestotrotz auch ein, zwei Ausflüge in die Geschichte gemacht. Beispielsweise mit dem Song ‚Varus’, der sich auf unserem ersten Album „My Oaken Chest“ befindet.“

Liebhaber der Naturmystik

Natürlich wird die Band immer wieder vor der Frage stehen, warum sie sich den Begriff „Chattic Black Metal“ für ihren Musikstil ausgesucht haben. „Chattic Black Metal ist für uns die Symbiose aus düsterer Atmosphäre und Melodie, gepaart mit den Einflüssen der Gegend um uns herum und der Mystik, die uns umgibt. Eben unsere Vision von Black Metal. Natürlich steckt einiges mehr dahinter, als man in diesem Rahmen verdeutlichen könnte.“ Mit dem neuen Album „Upon Bleak Grey Fields“ standen TIMOR ET TREMOR zum ersten Male im Studio. „In erster Linie war unsere erste Studioerfahrung arschkalt. Selbst der Kaffee in der Maschine ist eingefroren. Abseits der klimatischen Rahmenbedingungen im Harz hat die Arbeit mit Torsten im Metal Sound Studio wirklich Spaß gemacht, auch wenn wir ein straffes Programm hatten, da nur eine Woche Zeit für die Aufnahmen war. Er hat sich ausgezeichnet auf unseren Stil eingestellt und einen sehr guten Job gemacht. Und mal eine Woche nur mit der Band und dem Songmaterial zu tun zu haben, war eine super Erfahrung! Wenn ich zurückblicke und das neue Album mit den beiden Online-Veröffentlichungen vergleichen soll, dann ist ein erster Gedanke, dass nun zum ersten Mal Martins Ideen in das Songwriting mit eingeflossen sind, was die Songs von „Upon Bleak Grey Fields“ um eine Ebene bereichert. Zudem haben wir uns auch alle musikalisch weiterentwickelt, was sich natürlich im neuen Album widerspiegelt.“

Ausbleibende Freiluftauftritte

Das vorherige Album „My Oaken Chest“, das Demo „The Winding Path“ und die EP „Towards The Shores Of Light“ wurden bisher nur  im Internet für lau veröffentlicht und von den Bandmitgliedern in der heimischen Klangschmiede produziert. Somit haben sich auf dem neuen Werk die Klangqualität und der (Werbe-)Status auf dem musikalischen Markt für die Band deutlich verbessert. Zudem gibt es noch ein paar heitere Schmankerl auf dem neuen Album. Schunkelwütige werden sie sofort erkennen! Da möchte man doch wirklich mal wissen, wann es die Herren denn mal auf Tour bzw. auf ein Festival verschlägt. „Tja, eine Tour wäre natürlich eine tolle Sache, aber bisher gibt es leider keine Angebote oder Gelegenheiten dazu. Es ist mitunter wirklich schwierig geworden, als Band noch auf die Bühne zu kommen, besonders wenn man im Black Metal beheimatet ist. Eine Entwicklung, die uns sehr missfällt. Im Moment läuft noch unsere Bewerbungsoffensive, was Festivals angeht, aber vermutlich wird es erst nächstes Jahr dazu kommen, dass wir mal unter freien Himmel zu hören sind. Privat ist der eine oder andere von uns natürlich auf den Sommerfestivals anzutreffen.“ Unverständlich, dass die Band unbekannt erscheint, wo sie doch auf Internet-Plattformen schon diverse Referenzen eingeheimst haben. Wenn es vorher mit dem Marketing nicht so gut geklappt hat, so wird es mit „Upon Bleak Grey Fields“ sicherlich besser werden.

Im Moment sind die vier Schwarzmetaller ordentlich am Planen, auch wenn die Festivalsaison ohne TIMOR ET TREMOR vonstatten geht. „Im Moment versuchen wir, ein paar Gigs zu spielen, und natürlich hat auch das Songwriting für das nächste Album schon wieder begonnen.“ Eifrig sind sie ja und konzentrieren sich nebenbei nicht auf andere Bandprojekte – was bei der knapp bemessenen Freizeit der Bandmitglieder kein Wunder ist. Auf die Frage hin, was sie persönlich mit ihrer Musik, dem Chattic Black Metal verbinden, geht Hendrik kurz in sich und antwortet dann: „Vermutlich am ehesten die Freiheit, die Musik zu machen, die uns gefällt und Dinge die uns bewegen, musikalisch zu verwirklichen.“

Betonte Demokratie

Musik entsteht aus Emotionen, welche Philosophie versteckt sich hinter TIMOR ET TREMOR? „Zumindest keine, die in Stein gemeißelt ist. Wir versuchen, Klischees zu vermeiden und werden uns nicht verbiegen. Entscheidungen, gleich welcher Natur, werden demokratisch getroffen. Ich denke, das könnte man am ehesten als unsere Philosophie zusammenfassen.“ Auf ihrer Homepage betonen die Vier unter dem Titel „Statement“, dass sie sich von allen Ideologien und politischen Richtungen distanzieren. Leider ist dies heutzutage nötig, da noch viele Blindgänger im Black Metal (und nicht nur dort) unterwegs sind. Etwas, was wirklich nicht sein muss. TIMOR ET TREMOR haben viele musikalische Einflüsse, wie sie selber sagen. Sicherlich finden sich bei jeder Band Parallelen zu anderen Musikern oder dem bestimmten Stil einer Band. „Helden im Musikbusiness haben wir nicht, aber es gibt Künstler die den einen oder anderen von uns inspirieren. Ich als Sänger bin zum Beispiel sehr beeindruckt von Mortuus und seiner Leistung bei Funeral Mist und Marduk.“ Hendrik darf nicht nur von ihm beeindruckt sein, sondern sich auch stimmlich mit dem Herrn Mortuus messen, denn mit „Upon Bleak Grey Fields“ bringt der Sänger von TIMOR ET TREMOR eine Glanzleistung zustande.

Privat ist die Band sehr tolerant, was die Musikgeschmäcker der Bandkollegen angeht: „Da gehen die Welten teils sehr weit auseinander. Generell mögen wir logischerweise alle irgendwie Black Metal, aber wohl jeder ein anderes Subgenre. Aber auch abseits des Black Metal gibt es Sachen, die der eine oder andere von uns mag. Da sind wir sehr verschieden.“ Gut so, denn sonst wäre dieser interessante Stil Chattic Black Metal niemals entstanden. Hendrik bedankt sich höflich für das Interview und beendet es  passend mit dem Leitsatz der Band: „Yet to arise, never to surrender.“

MAGIE DER BERGWELT – MIT PANFLÖTENKLÄNGEN

Saturday, 01 September 2012 00:02 Published in Movies

Wer einen 3D-kompatiblen Fernseher besitzt und sich von unbeschreiblich schöner Natur fesseln lassen möchte, muss unbedingt auf dieses Exemplar der Dokumentarfilmwelt zurückgreifen. Wenn nicht, ist es kein Drama, und doch entgeht einem ein gewaltiges Erlebnis. „Magie der Bergwelt – mit Panflötenklängen“ bietet dem Zuschauer alles, was an einem Tag der Entspannung gut tut: die faszinierende Bergwelt Österreichs, ihre Seen und Wälder, der Krimml-Wasserfall sowie zahlreiche Tropfsteinhöhlen. Die zauberhafte Musik von Szabolcs Kövi unterstreicht die majestätische Atmosphäre. Einigen Zuschauern wird sicherlich der eine oder andere Kommentar zu den jeweiligen Orten fehlen, die einem präsentiert werden. Trotzdem lohnt es sich in „Magie der Bergwelt – mit Panflötenklängen“ hineinzuschauen; man bekommt für alle Sinne ein fabelhaftes Fünf-Gänge-Menü serviert. Im Bann der Bildgewalt. Meditativ, wunderschön – egal ob in 2D oder 3D. 

 

Extras: 2D- sowie 3D-Version

 

 

 

THAI BOX FIGHTER

Friday, 31 August 2012 22:57 Published in Movies

Ganz „Rocky“-like kommt der Film daher und zeigt tausendfach gesehene Prügelszenen im Stil des thailändischen Muay Thai. Ahmad ist von Beruf Ingenieur und reist von seiner Heimat Katar ins ferne Thailand, um professioneller Thai-Boxer zu werden. Mit seinen Restfinanzen macht er sich auf ins fremde Land und merkt schnell, dass das Geld nicht reicht. Zudem fällt es ihm schwer, Kontakte zu knüpfen, denn Ausländer im traditionellen Muay Thai werden nicht gern gesehen. Ahmad ist am Ende, doch als er sich selbst aufgegeben hat, bekommt er eine Chance: Trainer Apidej nimmt ihn in sein Lager auf und bildet ihn zu einem echten Kämpfer aus. Nach kurzer Zeit tritt er zu professionellen Kämpfen an, doch nicht nur die faszinieren ihn. Heimlich stiehlt er sich zu illegalen Fights und lernt, was es heißt, zu verlieren. „Thai Box Fighter“ ist absolut nichts Neues im Kampfkunstgenre, aber durchaus unterhaltsam, solide und actiongeladen – für alle Dojo-Freunde und solche, die es werden wollen!

Extras: keine

 

 

 

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