LEGACY - The Voice from the Darkside

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Andreas Schiffmann (AS)

Andreas Schiffmann (AS)

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Der Erfolg von STEVEN WILSONs aktuellem Album in den weltweiten Charts erinnert wieder an mehrerlei: Ja, Tonträger werden noch gekauft (und überteuerte Shirts wie heute an der Merch-Theke), und immer mehr Musiker müssen sich einen geschrumpften Kuchen teilen. Von den im Vergleich zu den goldenen Jahren des Business eben nicht gigantischen Absatzzahlen allein hält sich der Prog-Gott wider Willen nicht über Wasser, und wer weiß, inwieweit sich Tourneen selbst vor ausverkaufter Halle wie heute mit so toller Videoshow, 5.1-Sound sowie einer Spitzenband wie dieser monetär lohnen? Nein, der Brite begründet seine Existenz längst aus mehreren Standbeinen, etwa der Arbeit mit Kscope und als Produzent – vor allem aber natürlich durch einen über die Jahre gereiften Stil, den man live trotz monströser Artrocker (das verstörende ‘Index’) in der Tat über große Melodien (‘Harmony Korine’, ‘The Raven That Refused To Sing’) und Emotionen statt durch verkopfte Kälte definiert. Dafür steht der Bandleader selbst, der barfuß mit schulterlangem Haar und Brille immer noch auf seine Gitarre eindrischt wie ein zu spät gekommener Grunger, genauso wie seine Truppe – der stille Gitarrenvirtuose Guthrie Govan mit seinem gleichsam ungekünstelten Pendant Adam Holzman an den Synthesizern, Bassist und Stickist Nick Beggs, der nebenbei singt, als gehe es um sein Leben, und Drummer Marco Minnemann, an dessen Spiel auch Gehörlose erkennen, dass ihm jeder einzelne Schlag diebische Freude bereitet. Passend zum XTC-Shirt lautet sein O-Ton (nicht nur) heute dann auch sinngemäß: “Man bringt mich gemeinhin mit der Musik der Sechziger und Siebziger in Verbindung, aber ich bin ein Kind der Achtziger.”

WILSON bringt selbstverständlich viel von “Hand. Cannot. Erase.”, quasi die verdichtete Essenz des Konzepts in Begleitung stimmungsvoller Bilder, die nie zur großspurigen Stadionrock-Farce ausarten wie zum Beispiel trotz aller Liebe bei den Säulenheiligen Rush; dies verwebt er jedoch geschickt mit thematisch passendem Stoff aus dem Backkatalog von Porcupine Tree (‘Lazarus’) und den älteren Solowerken (‘Insurgentes’, ‘Sleep Together). Das Ganze dauert rund zwei kurzweilige Stunden, klingt atemberaubend, sieht klasse aus und bereitet vom jungen Opeth-Fan bis zum alten Proggie im Anzug jedem Spaß. Wer noch nicht erkannt hat, das STEVEN WILSON kein Held für eine elitäre Masse ist, der immerzu revolutionieren und erneuern muss, hat im Moment wahrscheinlich die beste Gelegenheit dazu, dies nachzuholen. Gut zu wissen, dass es Musik mit Herz und Anspruch auch heute noch schafft, ihre Zeitlosigkeit dank Massentauglichkeit zu zementieren – darum ist dieser Künstler gerade mit Recht in aller Munde und ungeheuer wichtig.

 

Setlist

First Regret/3 Years Older

Hand Cannot Erase

Perfect Life

Routine

Index

Home Invasion

Lazarus

Harmony Korine

Insurgentes

Ancestral

Happy Returns

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The Watchmaker

Sleep Together

Sectarian

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The Raven That Refused To Sing

IN THE NAME OF THE SON – SPRICH DEIN GEBET

Friday, 20 March 2015 17:37 Published in Multimedia-News

Wohin heitere Religionskritik in Bildern führen kann, hat man in Frankreich jüngst allzu schmerzlich erfahren, und auch wenn der Belgier Vincent Lannoo (“Vampires”) mit seiner derben Satire IN THE NAME OF THE SON, die zu Hause siebenfach für die Filmauszeichnung Magritte nominiert wurde, ausschließlich auf den Katholizismus abzielt, bleibt dem Zuschauer das Lachen mitunter im Halse stecken, und das ist wohl durchaus so beabsichtigt.

Mit Leidenschaft für Sprache, Ton und Musik

Monday, 23 February 2015 17:07 Published in Multimedia-News

Das Studio PLANET VOICE im schönen Krefeld bietet ein professionelles Rundum-glücklich-Paket für alle, die sich buchstäblich dem guten Ton verschrieben haben, angefangen bei der Konzeption von Audioprodukten über Textbearbeitung bis natürlich zur Aufnahme selbst und deren Endveredlung mittels Klangdesign und Mastering. Wichtig dabei für Betreiber Christoph Walter und sein Team: höchste Qualität bei gleichzeitig umgänglicher Atmosphäre abliefern.

 

Wiebke Puls liest Olga Grjasnowas Geschichte von Leyla (lesbische, invalide Tänzerin) und Altay (ein Schwuler mit gebrochenem Herzen), zwei gescheiterten Existenzen in vorgespiegelter Ehe, die sie führen, um familiären Konventionen gerecht zu werden, was im Widerspruch zum Schauplatz Berlin kurz nach der Wende steht, denn schließlich erschien zu jener Zeit alles möglich. Der Neubeginn des Paares fällt dementsprechend krampfhaft übermütig aus, weil sich beide auf Teufel komm raus neu erfinden möchten und dabei die rastlose Jonoun in ihre persönlichen Unzulänglichkeiten verstricken. Eifersucht und Ausschweifung vor dem Hintergrund allseitiger Aufbruchstimmung wirken glaubwürdiger als die bemüht multikulturelle Anlage der Protagonisten (jüdisch, muslimisch, kommunistisch, anarchistisch) sowie manch fragwürdige Charakter- und Handlungsentwicklung als solche, doch der drastische Erzählstil macht vieles davon wieder wett. Am Ende bleibt sie offen, die Frage nach der Definition von Liebe und ob selbige wirklich erwünscht sei, so sehr man sich oberflächlich danach sehen mag. (AS)

 

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