LEGACY - The Voice from the Darkside

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Andreas Schiffmann (AS)

Andreas Schiffmann (AS)

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SHINTO KATANA „Redemption“

Monday, 18 August 2014 10:32 Published in Pressure Zone

Den Gitarrenton von Bolt Thrower paaren die Australier SHINTO KATANA auf ihrem neuen Album mit der einseitigen Wucht des primitivsten Hardcore unter der Sonne. „Redemption“ wäre ein einziger zusammenhangloser Breakdown, gäbe es nicht abseitige Zwischenspiele wie das Piano am Ende des Titelstücks oder unterschwellige Melodien ('Blackguard', 'Internal Warfare') der wirklich pervers sägenden Klampfen hinterm Stakkato-Einerlei. Nicht dass daraus runde Songs entstünden, aber zumindest lassen sich die Tracks auseinanderhalten – auch weil Frontsau Dave manchmal Sprechgesang bemüht ('Outlaws') und sich von seinen Kollegen an den Saiten Harmonien aus Skandinavien importieren lässt wie in 'Ghost'. Würden SHINTO KATANA ein wenig häufiger auf die Tube drücken, speziell auch innerhalb der jeweils im Schnitt vier Minuten lang gleichmütig walzenden Lieder, wäre „Redemption“ ein überdurchschnittliches Album; so wirken die zwölf Stücke wie nicht zu Ende gedacht beziehungsweise als hätten die Musiker ihre Einflüsse schlecht verinnerlicht und könnten nur oberflächlich wiedergeben, was jene konsequent für sich selbst erarbeitet haben (grobes Foul: die DeathCore-Anbiederung 'Corners'). Für Menschen, denen Shattered Realm oder Born From Pain das Höchstmaß an Konzentration abverlangen, mag dies mehr als genug sein; im Großen und Ganzen ist es aber zu wenig.

SEVENDUST „Black Out The Sun“


Monday, 18 August 2014 10:30 Published in Pressure Zone

Dass Gitarrist Clint Lowery sein Nebending Dark New Day eigentlich nicht braucht, bezeugt SEVENDUSTs erstes Album nach dreijähriger Pause, von dem man gleichwohl mehr erwartet hätte als Stagnation auf für die Band gewohntem Niveau. Ausgehend vom hymnisch versonnenen 'Faithless' entspinnt sich der erwartbare Reigen aus Slipknot light ('Till Death', 'Nobody Wants It') und, angesichts des dicht selbstproduzierten Sounds, notwendigen lichten Momenten ('Picture Pefect' und 'Cold As War', ein Glanzpunkt mit hintergründigem Wah-wah und starkem Text) im Rahmen der ewigen Balance zwischen Aggression und melodischen Eingeständnissen an prosaische Hörgewohnheiten. Allerdings darf man den Amerikanern zugute halten, dass sie nicht nach dem Setzkastenprinzip komponieren, auch wenn ihre Refrains im Mittelpunkt stehen (höre das Titelstück oder 'Dark AM', beides eindeutig genauso Schwachpunkte wie die Ballade 'Got A Feeling'). Das tiefer gelegte 'Mountain' rangiert mit hörenswertem Solo nahe am klassischen Rockformat, wohingegen 'Dead Roses' und die logische Single 'Decay' stimmig Dissonanzen zur Geltung bringen, sodass „Black Out The Sun“ nie zu glatt gerät. Lajon Witherspoon ist neben Lowerys flammendem Spiel der entscheidende Faktor, wenn es um SEVENDUSTs gehobenen Status innerhalb der US-Szene für modernen Rock mit Metal-Ansätzen geht. Langfristig wird sich die Band bei gleichbleibender Ausrichtung allerdings selbst gegen die Wand fahren.

RUNPIGRUN „If I Fly“ MCD

Monday, 18 August 2014 10:28 Published in Pressure Zone

Was diese ostdeutschen Debütanten vom Gros der stumpfen Riff-Rocker abhebt, ist die zuweilen agil verspielte Arbeit der beiden Gitarristen Patrick und Mike (auch Leadsänger). Das erste Lebenszeichen von RUNPIGRUN bringt im weiten Alternative-Bereiche eine interessante Ausrichtung zu Gehör: 'Endless Wonder' verfügt über einen müde klingenden Refrain, der just deswegen besonders eingängig ist, was man vom Titelstück, das ähnlich funktionieren soll, nicht sagen kann. Der Frontmann klingt wie ein schwachbrüstiger Chris Cornell, und die zuckelnde Anmutung des Stücks verweist eher auf Allerwelts-Indie bis Pop Punk, als sich wie die ersten beiden Songs zwischen Stoner und Grunge (beides dasselbe?) anzusiedeln. Der Aufhänger für das stilistisch repräsentative 'Hard To Find' ist wiederum ein schlichtes und gewaltiges Riff, von dem die Leipziger zwischendurch zugunsten luftigerer Arrangements abrücken, was der Hookline zugute kommt. Der überraschende Rhythmuswechsel zum Ende hin spricht für die kompositorische Intelligenz der Band, wie auch 'Let Me In', das ein wenig an die frühen Blackmail erinnert, ein erstes Album in Aussicht stellt, auf dass man in Anbetracht der ungezwungenen Genre-Vermengung gespannt sein kann – wenn RUNPIGRUN ihre gesanglichen Schwächen ausbügeln (das letzte Stück 'Not A Solution' leidet darunter) und ihre Stärken forcieren: eindringliches wie smartes Songwriting mit Anspruch.

REDLEFT „Now Or Never“

Monday, 18 August 2014 10:26 Published in Pressure Zone

Fürs Radio geeigneten Allerwelts-Rock spielt diese 2010 in Schwäbisch Gmünd gegründete Band: Die elektronischen Elemente, die wahrscheinlich REDLEFTs findiger Produzent zu verantworten hat, heucheln Muse vor und wirken so bieder wie die aufgeblasenen Arrangements beziehungsweise pathetischen Texte von Sänger Fabian Bruck, der croonen möchte wie David Coverdale und doch nur wie eine Indie-Hühnerbrust klingt. Dementsprechend wirken die Stücke der Band wie eine Mischung aus beliebigem Zeitgeist und AOR. Die Weichspüler 'Bad To Past', 'Let Me Be' und 'Please Hate Me' kommen so gänzlich ohne Biss aus, dass es ein Ärgernis für jeden Fan von zupackender Gitarrenmusik darstellt. Die Dancefloor-Sounds während 'Dreamer' – zwischendurch befremdlich zur Ballade umgemodelt – sind übelster Flitter aus dem Setzkasten, genauso wie die handelsüblichen Arrangements mit überlagerten Akustik- und E-Gitarren, klimperndem Coldplay-Piano sowie gestelztem Funk-Pop der Marke Maroon 5. Das allseitige Gluckern aus irgendwelchen Prozessoren möchte verhehlen, dass die Gitarristen altbewährte Grundkurs-Riffs für ihre auf den dicken Rubel ausgelegten Kompositionen verwenden (nicht zu vergessen den Gesangs-Detuner während 'Matter Of The Heart'). Jagt diesen Dreck über den Äther, bis jeder Mainstream-Hörer REDLEFTs Album kauft oder aus dem Netz rippt, aber verschont uns damit. „I want to scream I love you“, heißt es am Ende; würden sie doch bloß einmal laut werden…

(c) 2012 www.legacy.de

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