LEGACY - The Voice from the Darkside

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Andreas Schiffmann (AS)

Andreas Schiffmann (AS)

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PROTOTYPE „Catalyst“

Thursday, 17 April 2014 12:23 Published in A-Z

Die Zeit vergeht: Die melodischen US-Thrasher PROTOTYPE bekommen seit beinahe 20 Jahren keinen Fuß in die Mainstream-Tür, obwohl sie von jeher Fans von Bands wie Nevermore gefallen dürften. Woran liegt es? Sicherlich nicht am gehobenen Prog-Handwerk oder den markanten Refrains wie jenen des Titel-Tracks, und von 'My Own Deception'. Die neue Rhythmusgruppe hat sich dahingehend ausgezahlt, dass Bass und Drums – auch produktionsbedingt – wunderbar miteinander verzahnt werden und die Band tight wie Hölle klingen lassen, ohne dass klangtechnisch Synthetik eingewoben werden musste. Dies macht die häufig tief fräsenden Riffs weniger maschinell, zumal zahlreiche sachte Parts (das Zwischenspiel 'Illuminatum') für Auflockerung sorgen. Das sehr dynamische 'The Chosen Ones' stellt neben 'The Ageless Heart Of Memory' das Highlight des vierten Albums der Band dar. 'Cynic Dreams' hingegen rutscht ebenso durch wie der Brüllaffe 'Into Oblivion' (auf Into Eternity machen, oder wie?) oder das zu lange 'Gravity Well'. Klampfer und Sänger Vince gelingt es leider zu selten, packende Melodien aus seiner immer leicht belegten Stimme zu kitzeln – und dies ist auch der Grund dafür, dass PROTOTYPE weiterhin und bei aller Sympathie im gehobenen Mittelmaß stecken werden. 'Exiled' gereicht ihnen aber zumindest zu einem Mini-Hit. (AS)

ORTEGA „1634“

Monday, 14 April 2014 12:14 Published in A-Z

Warum uns nicht die aktuelle ORTEGA-Scheibe „A Flame Never Rises On Its Own“ auf den Tisch flattert, bleibt schleierhaft, aber wie dem auch sei: „1634“ kam 2010 heraus, wurde nun lizensiert und zeigt die Gröninger als eine von vielen Sludge-Bands mit Post-Vorsatz: dicke Riffs, dünne Ärmchen, wenn es ums Stemmen eigener Vorstellungen geht. Rhythmisch agiert die Gruppe weniger schleppend als sprunghaft, zu hören schon während des ersten Stücks 'Into The Waves' und später in 'Octagon'. Ein wenig Wasserrauschen gereicht den Holländern ebenso wenig zur Originalität wie der ab 'Shipwrecked' eingesetzte Synthesizer. Richard Postma klingt wie der tausendste Steve von Till und schafft es nicht, den hinsichtlich ihrer Motivik austauschbaren Tracks (im Schnitt sieben Minuten lang) Charakter zu verleihen. In 'The Siren' singt Nikky Sriamin von Quantum Theory mit und hievt ORTEGA gleich eine Stufe höher, auch weil die eingesetzte Geige für eine wünschenswert neue Klangfarbe sorgt (die Polen Indukti lassen grüßen). Das treibende 'Chaser' ist das beste Stück dieser zu stark von den Zutaten Außenstehender geprägten, gänzlich überraschungsfreien Scheibe. Potenzial verschenkt, freier Download hier: www.ortegaband.bandcamp.com. (AS)

Prätentiöser Titel und Band-Name, ebensolche Song-Bezeichnungen… Daniel Corchado von den Todesmetallern The Chasm hat mit MAGNUM ITINER INTERIUS ein episch-doomiges Seitenprojekt aus der Taufe gehoben, dessen zweites Album die Spätneunziger-Lesart des Subgenres hervorkehrt, also immer leicht nach Gothic klingt. Angesichts der verspielten Songs darf man Daniel gratulieren, alles selbst eingespielt zu haben. Gesang bleibt im Übrigen außen vor, sodass die Songs abzüglich (zu) zahlreicher Zwischenspiele – Keyboard-Geplänkel und Geräuschkulissen – eine mäandernde, Soundtrack-artige Qualität annehmen. Griffige Motive gibt es dennoch, vor allem in 'A Mirage Of Your Journey' und 'The Shattered Dream', im psychedelischen 'Pitchblack Stream' oder während 'The Spreadingt Rift' das auch auf den beiden Alben des Psychotic Waltz-Ablegers Darkstar stehen könnte – Ambient mit handfesten Gitarren quasi. Das besonders melodische 'Scorn To The Inevitable Ruin' ist das stärkste Stück der Scheibe, der abschließende Titel-Song als neunminütige Kulmination ein repräsentativer Anspieler für Menschen, die etwas mit dem frühen Katalog von Season Of Mist oder Holy Records anfangen können. MAGNUM ITINIER INTERIUS könnten kompakter klingen, was aber nicht bedeutet, dass sie langweilen: Ausschweifung gehört bei einzelkämferischen Egoisten eben zum guten Ton. (AS)

LORD OF THE GRAVE „Green Vapour“

Friday, 04 April 2014 12:07 Published in A-Z

Auf seiner zweiten Scheibe geht das nunmehrige Duo LORD OF THE GRAVE orthodox vor wie auf „Rauhnacht“. Die fünf Stücke von „Green Vapour“ brechen Doom auf seinen Kern herunter, klingen aber nicht plump, womit die Basler den verblichenen Reverend Bizarre nahe stehen. Was ihnen dabei abgeht, sind die frischen Melodien und der lyrische Feinsinn, das Augenzwinkern von Albert Witchfinder. 'Raping Zombies', das erste und mit einer Viertelstunde Spielzeit längste Stück, gefällt vor allem ab der Hälfte (der early-Cathedral-Wiedergänger 'Mountain Rites' ist auf kürzerer Strecke leider genauso strukturiert), wenn nach einer beseelten Lead-Passage zum schmissigen Sabbath-Swing gebeten wird. Das schwebende Ende stellt sogar großes Tennis dar und macht das zu lange stampfende, dann mäandernde Titelstück im Anschluss sowie das redundante Finale '0015' beinahe entbehrlich. Im gesangslosen 'Horsepuncher' wiederum gefallen die doppelten Leadgitarren und der jammige Charakter, wobei man hoffen darf, dass sich die Macher verstärken und live mit diesem Zeug zu Potte kommen. Immerhin steht ein verwaister Thron da und wartet auf einen Nachfolger. Um ihn zu erklimmen, fehlt LORD OF THE GRAVE sowohl kompositorisch als auch gesanglich der letzte Feinschliff. „Green Vapour“ bleibt somit typische Kost für Genre-Alleskäufer. (AS)

(c) 2012 www.legacy.de

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