LEGACY - The Voice from the Darkside

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Andreas Schiffmann (AS)

Andreas Schiffmann (AS)

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STEAK NUMBER EIGHT „The Hutch“

Friday, 12 September 2014 21:08 Published in Pressure Zone

Die blutjungen Belgier gehen in die dritte Runde, diesmal ohne den Promi-Bonus, mit Mastodon-Producer Matt Bayles gearbeitet zu haben. Der Sound von STEAK NUMBER EIGHT orientiert sich aber immer noch stark an den US-Vorreitern, genauer gesagt deren Phase der Emanzipation vom Hardcore-affinen Sludge ab „Leviathan“. Der Opener 'Cryogenius' bedient sich etwa beim gleichen leicht orientalischen Tonmaterial wie Hinds und Kelliher. Die schwebenden Momente des Post Rock bleiben ebenfalls weiterhin erhalten ('Photonic'), zumal Gitarrist Brent Vanneste häufiger denn je seine Genre-gemäß artig nölende Stimme erklingen lässt. Der Gesamt-Sound fällt indes vergleichsweise polternd aus ('Black Eyed'), was zu den mitunter unfertig anmutenden Kompositionen passt. 'Ashore' beispielsweise bricht zu abrupt ab. Hinsichtlich ihrer Spielkultur haben die vier Musiker hörbar den störrischen Noise Rock aus den Staaten verinnerlicht ('Exile Of Our Marrow'), was die Rohheit ihrer neuen Songs teilweise entschuldigt, aber am Ende nicht darüber hinwegtäuscht, dass sie sich zu sehr auf einen Sound verlassen, den andere quasi erfunden haben. STEAK NUMBER EIGHT legen nette Blaupausen vor, in Form von 'Pilgrimage Of A Blackheart' aber nur einen wirklich packenden Song. Der Rest provoziert Aha-Erlebnisse nach dem Motto: Ach, das haben wir nicht viel anders schon von sonst jemandem gehört. Die Beinahe-Instrumentals 'Tearwalker' und 'Push Pull' wollen zu viel und funktionieren nach ähnlichem Rezept: Isis-Soundwälle aufbauen, Wut ausdrücken und am Ende nahezu scheißfreundlich schwelgen. So ähnlich wie aktuell auch bei The Ocean gewinnt man den Eindruck, die Combo suche händeringend nach Ideen, um sich selbst relevanter zu machen als das, was sie eigentlich sind, nämlich zu streng einer Szene verhaftet. Wer als Fan in derselben aufgeht, findet wiederum deshalb Gefallen an „The Hutch“, aber bekehrt wird hier niemand.

ICHABOD KRANE “Day Of Reckoning”

Monday, 01 September 2014 08:32 Published in A-Z

Tracklist:

  1. Dark Valentine
  2. Hypnotized       
  3. Unwanted        
  4. Final Warning        
  5. Fallen Angel        
  6. Evil in You        
  7. Nothing without you        
  8. Struggle Within        
  9. Immortal        
  10. Nostadamus


Rezension:

Es ist allenthalben die B-Liga des US-Metal, die sich bei ICHABOD KRANE zusammengetan hat, nämlich Mitglieder von Sleepy Hollow und Halloween. Gemeinsam frönen die Detroiter einer klanglich scheppernd dünn inszenierten Form des Althergebrachten: “Day Of Reckoning” bietet landestypischen Power Metal, der an abgegriffenen Song-Strukturen und einseitigem Tempo krankt (das schnellere ‘Final Warning’ ist geradezu eine Wohltat). Jeff Schlinz, ein klassischer Halford-Wiedergänger, kann sich um Kopf und Kragen kreischen, ohne bleibenden Eindruck zu hinterlassen, weil man seine Floskeln ebenso kennt wie jene seiner Mitmusiker. Klänge die Produktion nicht so grell, würden ICHABOD KRANE gleich viel heavier wirken, wohingegen angesichts der manchmal manischen Solo-Arbeit (‘Hypnotized’) auch so schon fast Euphorie aufkommt. Wer sich für neuere Metal Church oder die langsameren Tracks der frühen Vicious Rumours erwärmt und über den Sound hinwegsieht, hat Freude hieran, der Rest bleibt auch wegen der redundanten Ausdrucksform dieser Band bei den Originalen.

SHINTO KATANA „Redemption“

Monday, 18 August 2014 10:32 Published in Pressure Zone

Den Gitarrenton von Bolt Thrower paaren die Australier SHINTO KATANA auf ihrem neuen Album mit der einseitigen Wucht des primitivsten Hardcore unter der Sonne. „Redemption“ wäre ein einziger zusammenhangloser Breakdown, gäbe es nicht abseitige Zwischenspiele wie das Piano am Ende des Titelstücks oder unterschwellige Melodien ('Blackguard', 'Internal Warfare') der wirklich pervers sägenden Klampfen hinterm Stakkato-Einerlei. Nicht dass daraus runde Songs entstünden, aber zumindest lassen sich die Tracks auseinanderhalten – auch weil Frontsau Dave manchmal Sprechgesang bemüht ('Outlaws') und sich von seinen Kollegen an den Saiten Harmonien aus Skandinavien importieren lässt wie in 'Ghost'. Würden SHINTO KATANA ein wenig häufiger auf die Tube drücken, speziell auch innerhalb der jeweils im Schnitt vier Minuten lang gleichmütig walzenden Lieder, wäre „Redemption“ ein überdurchschnittliches Album; so wirken die zwölf Stücke wie nicht zu Ende gedacht beziehungsweise als hätten die Musiker ihre Einflüsse schlecht verinnerlicht und könnten nur oberflächlich wiedergeben, was jene konsequent für sich selbst erarbeitet haben (grobes Foul: die DeathCore-Anbiederung 'Corners'). Für Menschen, denen Shattered Realm oder Born From Pain das Höchstmaß an Konzentration abverlangen, mag dies mehr als genug sein; im Großen und Ganzen ist es aber zu wenig.

SEVENDUST „Black Out The Sun“


Monday, 18 August 2014 10:30 Published in Pressure Zone

Dass Gitarrist Clint Lowery sein Nebending Dark New Day eigentlich nicht braucht, bezeugt SEVENDUSTs erstes Album nach dreijähriger Pause, von dem man gleichwohl mehr erwartet hätte als Stagnation auf für die Band gewohntem Niveau. Ausgehend vom hymnisch versonnenen 'Faithless' entspinnt sich der erwartbare Reigen aus Slipknot light ('Till Death', 'Nobody Wants It') und, angesichts des dicht selbstproduzierten Sounds, notwendigen lichten Momenten ('Picture Pefect' und 'Cold As War', ein Glanzpunkt mit hintergründigem Wah-wah und starkem Text) im Rahmen der ewigen Balance zwischen Aggression und melodischen Eingeständnissen an prosaische Hörgewohnheiten. Allerdings darf man den Amerikanern zugute halten, dass sie nicht nach dem Setzkastenprinzip komponieren, auch wenn ihre Refrains im Mittelpunkt stehen (höre das Titelstück oder 'Dark AM', beides eindeutig genauso Schwachpunkte wie die Ballade 'Got A Feeling'). Das tiefer gelegte 'Mountain' rangiert mit hörenswertem Solo nahe am klassischen Rockformat, wohingegen 'Dead Roses' und die logische Single 'Decay' stimmig Dissonanzen zur Geltung bringen, sodass „Black Out The Sun“ nie zu glatt gerät. Lajon Witherspoon ist neben Lowerys flammendem Spiel der entscheidende Faktor, wenn es um SEVENDUSTs gehobenen Status innerhalb der US-Szene für modernen Rock mit Metal-Ansätzen geht. Langfristig wird sich die Band bei gleichbleibender Ausrichtung allerdings selbst gegen die Wand fahren.

(c) 2012 www.legacy.de

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