LEGACY - The Voice from the Darkside

Switch to desktop

28 Feb

MANUEL TRUMMER „Sympathy For The Devil?“

Rate this item
(1 Vote)

Der Untertitel würde den Rezensionsblock sprengen: „Transformationen und Erscheinungsformen der Traditionsfigur Teufel in der Rockmusik“. Man merkt bereits, dass es sich hier um eine wissenschaftliche Arbeit, genauer gesagt um eine Dissertation im Fach Volkskunde beziehungsweise Vergleichende Kulturwissenschaften handelt. Trummer lehrt in Regensburg und hat seine Dissertation bereits auf der Tagung Metal Matters im Juni 2010 in einem zusammenfassenden Vortrag vorgestellt. Dabei liest sich seine Abhandlung zur „Traditionsfigur Teufel“ sehr flüssig und kann ohne tiefgehende Vorkenntnisse verstanden werden, was jedoch nicht heißen soll, dass das Niveau dieses Buchs unter einer allzu gefälligen Aufarbeitung leidet. Da jedoch ein Großteil in der geschichtlichen Paraphrase der Rock- und Metal-Evolution besteht, werden schon satt bekannte Details, etwa der norwegischen Black Metal-Szene, erneut referiert. Das Problem, dass akademische Arbeiten stets die Einordnung der Fragestellung fordern und Komplexe für die Betreuer der Arbeit auch aufgrund formaler Vorgaben nochmals nacherzählt werden müssen, zieht sich durch Trummers Schrift. Gerade bei einer Motivforschung zum Teufel und dem Nachweis, wie er jeweils in den verschiedenen Jahrzehnten verstanden wird, kommt der Verfasser andererseits nicht um die Nacherzählung herum. Für ein unterhaltendes Buch ist die ausführliche Erzählung der einzelnen Geschichten sicher von Vorteil, doch wissenschaftlich wirken manche der Kapitel ein wenig redundant. Wie nun Black Metal-Bands den Teufel auf ihren Platten vorführen, könnte man leicht durch bewusstes Hören selbst nachvollziehen, ohne dass Trummer Lyrics und Artworks paraphrasieren müsste. Jedoch muss man dem Buch zugutehalten, dass es ein umfassendes Szenebild liefert, das zu weiteren Gedanken anregt und eben die Rolle des Teufels in der Musikgeschichte darlegt – eine umfassende Arbeit, die sich mit ein wenig Bildung gut verstehen lässt. 

Additional Info

(c) 2012 www.legacy.de

Top Desktop version