LEGACY - The Voice from the Darkside

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Christian Wachter (CW)

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PAGAN ALTAR "Judgement Of The Dead" Re-Release

Monday, 14 April 2014 12:42 Published in A-Z

Bei vorliegendem Werk handelt es sich streng genommen um die Wiederveröffentlichung einer Wiederveröffentlichung: Ursprünglich wurde das erste PAGAN ALTAR-Album bereits im Jahre 1982 aufgenommen, allerdings wurde die Scheibe erst 1998 unter dem Titel "Vol. 1" und mit einem anderen Cover versehen offiziell herausgebracht. Es sollten weitere sieben Jahre ins Land ziehen, bis Black Widow Records sich dieses fulminanten Debüts annehmen würden: Deren Vinylversion des Albums firmierte unter dem ursprünglich intendierten Titel "Judgement Of The Dead" und beinhaltete neben dem Bonustrack `March Of The Dead (First Version)` noch ein kultiges Heft als LP-Beilage, das die Band-Geschichte ausführlich rekapitulierte und massig bis dato unveröffentlichte Fotos barg. Zwischendrin erschien auch mal eine qualitativ minderwertige Kopie dieses Re-Releases. Cruz Del Sur widmen sich also nach der jüngsten Wiederveröffentlichung der "The Time Lord"-EP nunmehr auch dem Debüt der Briten. Ob selbiges auch mit einem Extraheftchen ausgestattet sein wird, darüber vermag der Rezensent an dieser Stelle leider keine Auskunft zu geben, da ihm lediglich die digitale Version der rundum remasterten Neuauflage vorliegt. Fest steht jedenfalls, dass neben dem ursprünglich vorgesehenen Cover-Artwork die genialen sieben Songs dieser Scheibe enthalten sind, so dass das Ganze der ursprünglich intendierten Fassung des Longplayers wohl am nächsten kommt. Überhaupt zählen die auf "Judgement Of The Dead" enthaltenen Tracks mit zum Besten, was PAGAN ALTAR jemals gemacht haben: Die Stücke versprühen eine ureigene Atmosphäre. Über den mehr oder weniger offenkundigen Sabbath-Reminiszenzen thront eine kauzige Identität. Wenngleich äußerst heavy und düster setzen sich die Songs unweigerlich und nahezu unbemerkt in der Großhirnrinde fest und verlassen Herz und Seele des geneigten Hörers fortan nimmermehr. "Judgement Of The Dead" widmet sich konzeptuell voll und ganz dem Konzept der schwarzen Magie, was sich natürlich in Cover, Song-Titeln und Texten vollends niederschlägt. Fazit: Dies ist einer derjenigen Klassiker, die eigentlich in jeder ernstzunehmenden Sammlung schwermetallischer Musik stehen sollten! (CW)

OJM "Volcano"

Monday, 14 April 2014 12:07 Published in A-Z

Klar, 70er-Heavy-Rock ist momentan in wie noch nie: Überall sprießen Nachwuchs-Combos wie aus dem Nichts hervor. Allein OJM wurden bereits anno 1997, also lange vor dem derzeit grassierenden Retrotrend, ins Leben gerufen. "Volcano" stellt bereits das fünfte Album der Italiener dar, von denen zwei Musiker anfangs noch mit der Düster-Legende Paul Chain zusammen musizierten. Im Laufe der Zeit vermochten sich OJM in der Szene zu etablieren, was nicht zuletzt zum fruchtbaren Zusammenarbeiten mit Größen wie Brant Bjork (Ex-Kyuss, Ex-Fu Manchu) und Michael Davis (MC5) führte. Bei den Aufnahmen zu "Volcano" nun machte es sich indes Dave Catching (Eagles Of Death Metal, Queens Of The Stone Age) auf dem Produzentenstuhl gemütlich und sorgte sogleich für einen erdigen, warmen Vintage-Sound. Musikalisch lassen sich durchaus einerseits die genannten Kyuss, aber auch MC5 als offensichtliche Einflüsse nennen. Sprich, traditioneller Riff-Rock vermählt sich mit stickigen Wüsten- und Stoner-Elementen. Darüber hinaus schwingt immer auch ein gewisses psychedelisches, hypnotisches Element mit. Dennoch wurzelt die Musik der Südeuropäer klar im guten, alten Rock‘n‘Roll. Komplexe, überfrachtete Arrangements sucht man woanders, hier regieren zumeist nachvollziehbare Strukturen. Dann und wann gleiten OJM jedoch auch etwas ab in die erwähnten psychedelischen Klangmuster, allerdings ohne die fest vorgegebene Marschroute großartig außer Acht zu lassen. Natürlich stehen die Italiener in der Tradition solch genreprägender Heroen wie den erwähnten MC5, Kyuss, Blue Cheer oder Grand Funk Railroad. In letzter Konsequenz jedoch bietet man auf "Volcano" nichts wirklich Neues oder Revolutionäres. Sicherlich ist dieser Umstand zweifelsohne diesem speziellen Stil immanent, jedoch würde man sich so manches Mal wünschen, OJM würden mehr ein eigenes Gesicht zeigen. So bleibt eine zwar lohnenswerte, aber dennoch nicht wirklich überragende Scheibe, die Fans der oben genannten Formationen trotz der genannten Kritikpunkte mal antesten sollten. (CW)

NOVALIS "Bumerang"

Wednesday, 09 April 2014 12:44 Published in A-Z

"Bumerang", das zehnte NOVALIS-Album, stellt eine besondere, ungewöhnliche Veröffentlichung im Backkatalog der deutschen Romantik-Rocker dar: Entstanden im Jahr 1984, wies das Bandgefüge zu jener Zeit erste Zerfallserscheinungen auf: Bassist Heinz Fröhling hatte die Gruppe verlassen, und auch Ausnahmesänger und Texter Fred Mühlböck liebäugelte mit Ausstiegsgedanken.  Bumerang  sollte dann auch das letzte NOVALIS-Album mit Mühlböck hinter dem Mikro sein. Gebracht hatte der Ausstieg weder dem Vokalakrobaten noch seiner ehemaligen Band etwas: Mühlböcks Soloalbum "Nichts als Liebe" ging bei Erscheinen 1987 weitestgehend unter, und auch mit "Nach uns die Flut" aus dem Jahr 1985 konnten NOVALIS mit dem neuen Frontmann Ernst Herzner an Bord nicht an vergangene Erfolge anknüpfen. Logisch, dass die Formation nach diesen Querelen zu Grabe getragen wurde. Vieles auf "Bumerang" war damals neu im Hause NOVALIS, und trotzdem boten die Jungs altbekannte Qualität: So war dies die erste Platte, die nicht auf einem textlichen Gesamtkonzept beruhte, sondern zehn in sich abgeschlossene Geschichten offerierte. Trotz der Tatsache, dass zur Entstehungszeit der Scheibe die Neue Deutsche Welle ihren Siedepunkt erreicht hatte, bewahrten sich NOVALIS die ihnen eigene, urtümliche Herangehensweise ans Songwriting. So entstand unter der Obhut von Produzent und Keyboarder Lutz Rahn zehn verträumte, romantisch-sphärische, unverkennbar eigenständige Musik. Das fängt bei einem Instrumental wie `Über Stock und Stein` an und hört bei dem hitverdächtigen, melancholischen `Torero der Nacht` auf. Dazwischen gibt es viele Nuancen, die von Michael Fuchs-Gamböck in den Linernotes treffend irgendwo zwischen Art Rock à la Alan Parsons Project oder den mittleren Genesis lokalisiert werden. Für den Mix zeichnete damals kein Geringerer als Drafi Deutscher Junior verantwortlich. Die Wiederveröffentlichung von "Bumerang" kommt völlig ohne Bonustracks aus, bietet aber dem geneigten Fan die Möglichkeit, seine NOVALIS-Sammlung zu vervollständigen. Das Album klingt trotz fehlenden Konzepts durchaus homogen. Zwar wird die Qualität der Meisterwerke aus den siebziger Jahren nicht erreicht, dennoch hat man es hier mit einem viel zu wenig beachteten Juwel zu tun. (CW)

MY SECRET ISLAND "I Miss The Day"

Tuesday, 08 April 2014 12:22 Published in A-Z

Ausgehend vom kunterbunten Cover-Artwork bis hinüber zur ungewöhnlichen Musik bieten MY SECRET ISLAND eine in sich stimmige EP mit Ohrwurmcharakter. 2010 machte die Formation mit der limitierten "The First Stories"-EP erstmals auf sich aufmerksam. Nunmehr gibt es mit "I Miss The Day" einen weiteren Silberling, der lediglich mit vier Songs daherkommt. Und dabei handelt es sich bei drei von diesen Tracks um unterschiedliche Versionen ein und desselben Stückes. Diese sind jedoch von Grund auf verschieden und unterstreichen die Experimentierfreudigkeit von MY SECRET ISLAND: Ob nun die "Ghost In The Guitar Scale"-, die "Dark"- oder schlichtweg die Standard-Version: Irgendwie bricht sich trotz der unterschiedlichen Spielarten, in denen ein und derselbe Song dargeboten wird, überall eine unverkennbare, eigene Note unmittelbar Bahn. Dies liegt vor allen Dingen an Mark van Merms unnachahmlichem, charismatischem Gesang. An irgendetwas erinnert doch dieses spezielle, quäkende Timbre? - Verdammt richtig! Mit Rush könnte man MY SECRET ISLAND musikalisch nun so gut wie kaum vergleichen, aber die Vocals erinnern doch stark an Geddy Lees markante Stimme, und trotzdem schafft es Mark, weitestgehend eigenständig zu klingen. Musikalisch operiert MY SECRET ISLAND irgendwo zwischen Beat-Musik der 60er Jahre, den Smashing Pumpkins und Patti Smith: Eine wilde, eine krude Mischung fürwahr! Während man auf  The First Stories  noch den Doors-Klassiker `Riders On The Storm` coverte, hat man sich dieses Mal den sechziger-Jahre-Hit `Sheila` von Tommy Roes (bei uns wohl bekanntester Hit: `Dizzy`) zur Brust genommen. Das Stück stellt schlichtweg einen verdammt einprägsamen Ohrwurm dar, also Vorsicht beim Genuss!   So schnell kriegt man das Ding nicht mehr aus dem Kopf. Natürlich kann man eine Band nicht anhand von nur drei verschiedenen Versionen eines recht kurzen Songs sowie einer Coverversion beurteilen: Dennoch schnellen bei "I Miss The Day" alle Daumen des Rezensenten nach oben. (CW)

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