LEGACY - The Voice from the Darkside

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Christian Wachter (CW)

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SAINT IVO "Doomestication"

Wednesday, 23 April 2014 12:29 Published in A-Z

Wieder einmal eine von Grund auf mysteriöse Band bei Ván Records: Gründungsjahr? Darüber gibt`s keine Infos. Musiker? Keine Infos. Veröffentlichungen, die vor "Doomestication" herauskamen? Fehlanzeige. Was ist, und was bleibt, ist dieses Debüt-Werk, wobei man auch hier nicht sagen kann, ob es sich um ein volles Album oder lediglich um eine etwas längere MCD/Mini-LP handelt... Denn mit nicht einmal einer halben Stunde Spielzeit dürfte man kaum von einem regulären Longplayer sprechen können; wobei, die letzte Saint Vitus-Scheibe "Lillie: F-65" dauerte auch auf nicht viel länger. Doch der Heilige Vitus ist ein gutes Stichwort: Nicht nur im Band-Namen dürfte bei SAINT IVO ein gewisser Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung der US-amerikanischen Doom-Legende zu finden sein, auch die Musik geht des Öfteren in die von den Kaliforniern angepeilte Musikrichtung. Zäh, langsam und düster geht die deutsche Formation zu Werke, ohne allerdings ähnliche Klassiker schreiben zu können wie die Jungs um Wino Weinrich und Dave Chandler. Dafür fehlt den sieben auf "Doomestication" enthaltenen Stücken die gewisse Durchschlagskraft und das Gespür für einprägsame Arrangements. Dabei gehen SAINT IVO jedoch ebenso Song-dienlich wie spartanisch zu Werke und verzichten auf großartige Ausschmückungen. Das längste Stück `Let The Demons Have Shelter` schlägt mit fast fünfeinhalb Minuten zu Buche, der Rest kratzt grad mal an der Vier-Minuten-Marke. Der Gesang auf "Doomestication" hätte etwas kraftvoller und charismatischer daherkommen können, so vermögen die Vocals jedenfalls kaum Akzente zu setzen. Hm, vielleicht versuchen wir, abschließend noch etwas Licht ins Dunkel dieser Gruppe zu bringen, indem wir uns mit dem Band-Namen beschäftigen? Der Heilige Ivo Hlory von Kermartin gilt als Schutzheiliger der Juristen: Ein verdeckter Hinweis, dass man es bei den Musikern hinter SAINT IVO mit des Teufels Advokaten zu tun hat?! Wie dem auch sei: ein guter, aber kein meisterlicher Einstand! (CW)

REX SHACHATH "Sepulchral Torment"

Tuesday, 22 April 2014 12:30 Published in A-Z

Neben 70er-/Okkult-Rock steht momentan die traditionelle Todesbleischiene ganz hoch im Kurs: Dies ist auch bis nach Belfast durchgedrungen, so dass sich Ende letzten Jahres ein paar junge Musiker aufmachten, um unter dem Banner REX SHACHATH auch Nordirland auf der weltweiten Death Metal-Landkarte zu verorten. „Sepulchral Torment“ ist dann auch das allererste Zeugnis dieser britischen Formation und rein vom qualitativen Aspekt her bereits in diesem frühen Stadium eine durchaus lohnenswerte Angelegenheit. Die Produktion ist relativ klar, zur gleichen Zeit klingen die sechs Songs jedoch keineswegs zu glattpoliert, sondern schön kraft- und druckvoll. An einer gewissen Todesblei-Schule orientieren sich die Nordiren indes nicht, hier treffen unterschiedlichste Einflüsse von Morbid Angel über Nihilist bis zu Autopsy und Asphyx aufeinander. Handwerklich kann man den Jungs kein X für ein U vormachen, darüber hinaus verfügt man auch über ein gutes Gespür für mitreißende Arrangements: Die einzelnen Parts fließen logisch ineinander, deplatzierte Breaks sind Mangelware. Die Songs kommen direkt auf den Punkt und dürften jedem Death Metal-Maniac runterlaufen wie Öl. Allerdings bleibt bei allen Jubelarien fürderhin die Erkenntnis, dass auch REX SHACHATH auf „Sepulchral Torment“ nichts wirklich Neues oder gar Revolutionäres eingespielt haben. Man hört eben klar, woher die Einflüsse der Jungs stammen. Etwas mehr Experimentierfreudigkeit würde man sich in Zukunft wünschen. Momentan haben die Nordiren halt nur eine exzellente Debüt-MCD eingespielt. Einen ureigenen Ausdruck müsste man im Laufe der nächsten Zeit finden. Potential ist bei den Insulanern jedenfalls en masse vorhanden, der Szene dürfte aus dem Hause REX SHACHATH noch einiges bevorstehen… Wollen nur hoffen, dass diese MCD keine Eintagsfliege ist! (CW)

PANDEMIC GENOCIDE "Mighty Apocalypse"

Thursday, 17 April 2014 12:02 Published in A-Z

PANDEMIC GENOCIDE wurden zwar bereits 2003 ins Leben gerufen, allerdings erscheint nach diversen Demos und Split-Veröffentlichungen mit den ebenfalls aus Polen stammenden Formationen Soulless, Arminius und Obscure erst jetzt der Debüt-Longplayer der Osteuropäer. Bei Death Metal aus unserem östlichen Nachbarland denkt man sogleich natürlich an Vader, Behemoth sowie an ähnlich klingende Formationen in deren Gefolge wie beispielsweise Hate, Devilyn und dergleichen. Auch PANDEMIC GENOCIDE können einen gewissen Einfluss dieser Gruppen nicht leugnen. Vielleicht liegt diese nebulöse Nähe zu den Gründungsvätern des polnischen Death Metal, Vader, allerdings auch darin begründet, dass sich beide Gruppen sehr von Morbid Angel haben inspirieren lassen? Nein, so richtig polnisch klingen PANDEMIC GENOCIDE keineswegs! Die stilistische Nähe zur Legende um David Vincent und Trey Azagtoth ist manchmal äußerst offenkundig. Das Duo geht indes weniger rabiat mit dem Erbe des morbiden Engels um als Formationen wie Angelcorpse, Degial oder die Landesvettern von Azarath: Auf „Mighty Apocalypse“ wirkt alles gut durchstrukturiert und am richtigen Fleck platziert, ohne allerdings einen gewissen aggressiven, ungestümen Charakter hintenanstehen zu lassen. PANDEMIC GENOCIDE schaffen es jedoch leider nicht, einen eigenen Stil zu etablieren. Über die offensichtlichen Morbid Angel-Einflüsse hinaus finden sich auf dem Debüt der beiden Polen noch diverse Reminiszenzen an Florida-Größen wie Deicide/Amon oder meinetwegen auch Obituary/Xecutioner. Was bleibt, ist ein an und für sich eigentlich recht anständiges Death Metal-Werk, das schön düster daherkommt, sich auf die grundlegenden Elemente dieser Musik konzentriert, und das konsequent die musikalischen Scheuklappen aufsetzt. Ein bisschen mehr Offenheit, ein bisschen mehr Mut zur Eigenständigkeit würde man sich von PANDEMIC GENOCIDE zukünftig wünschen. (CW)

PAGAN ALTAR "Judgement Of The Dead" Re-Release

Monday, 14 April 2014 12:42 Published in A-Z

Bei vorliegendem Werk handelt es sich streng genommen um die Wiederveröffentlichung einer Wiederveröffentlichung: Ursprünglich wurde das erste PAGAN ALTAR-Album bereits im Jahre 1982 aufgenommen, allerdings wurde die Scheibe erst 1998 unter dem Titel "Vol. 1" und mit einem anderen Cover versehen offiziell herausgebracht. Es sollten weitere sieben Jahre ins Land ziehen, bis Black Widow Records sich dieses fulminanten Debüts annehmen würden: Deren Vinylversion des Albums firmierte unter dem ursprünglich intendierten Titel "Judgement Of The Dead" und beinhaltete neben dem Bonustrack `March Of The Dead (First Version)` noch ein kultiges Heft als LP-Beilage, das die Band-Geschichte ausführlich rekapitulierte und massig bis dato unveröffentlichte Fotos barg. Zwischendrin erschien auch mal eine qualitativ minderwertige Kopie dieses Re-Releases. Cruz Del Sur widmen sich also nach der jüngsten Wiederveröffentlichung der "The Time Lord"-EP nunmehr auch dem Debüt der Briten. Ob selbiges auch mit einem Extraheftchen ausgestattet sein wird, darüber vermag der Rezensent an dieser Stelle leider keine Auskunft zu geben, da ihm lediglich die digitale Version der rundum remasterten Neuauflage vorliegt. Fest steht jedenfalls, dass neben dem ursprünglich vorgesehenen Cover-Artwork die genialen sieben Songs dieser Scheibe enthalten sind, so dass das Ganze der ursprünglich intendierten Fassung des Longplayers wohl am nächsten kommt. Überhaupt zählen die auf "Judgement Of The Dead" enthaltenen Tracks mit zum Besten, was PAGAN ALTAR jemals gemacht haben: Die Stücke versprühen eine ureigene Atmosphäre. Über den mehr oder weniger offenkundigen Sabbath-Reminiszenzen thront eine kauzige Identität. Wenngleich äußerst heavy und düster setzen sich die Songs unweigerlich und nahezu unbemerkt in der Großhirnrinde fest und verlassen Herz und Seele des geneigten Hörers fortan nimmermehr. "Judgement Of The Dead" widmet sich konzeptuell voll und ganz dem Konzept der schwarzen Magie, was sich natürlich in Cover, Song-Titeln und Texten vollends niederschlägt. Fazit: Dies ist einer derjenigen Klassiker, die eigentlich in jeder ernstzunehmenden Sammlung schwermetallischer Musik stehen sollten! (CW)

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