LEGACY - The Voice from the Darkside

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Christian Wachter (CW)

Christian Wachter (CW)

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Eigentlich unverständlich, wieso MR. SIDEBURN AND THE BARONS „Highballing The Jack“ als Eigenveröffentlichung unters Volk bringen. Denn es hätte sich doch leicht eine Plattenfirma finden müssen, die gewillt gewesen wäre, diesen puren Adrenalin-Rock’n‘Roll zu veröffentlichen. Schließlich gibt`s Veröffentlichungen wie diese heutzutage wie Sand am Meer, ein gewisser kommerzieller Erfolg dürfte damit quasi automatisch einhergehen. Indes gibt es heutzutage wirklich unzählige Alben wie diese: Eine pulsierende Rhythmusabteilung, eingängige wie mitreißende Riffs und dreckiger Gesang gehen eine in sich stimmige Symbiose ein. Etwas Social Distortion hier, etwas Motörhead da, dazu noch eine Prise Ramones, und irgendwo inmitten von Hellacopters und Psychopunch trifft man auf MR. SIDEBURN und seine adelige Hintermannschaft. Dass dergleichen gutklassige Ware zwischen Rock’n‘Roll und Punk Rock aus deutschen Landen kommt, ist ein Lichtblick. Erleichternd auch, dass das Quartett auf die englische Sprache zurückgreift anstatt Peinlichkeiten und Plattitüden auf Deutsch vorzutragen. Gut, die Lyrics von „Highballing The Jack“ sind durchweg der standardisierten Rock’n‘Roll-Schublade entnommen. Eine wirkliche Botschaft außer „Long Live Rock’n‘Roll!“ wird hier eigentlich nicht verbreitet. Aber das erwartet man angesichts eines solchen Sounds auch nicht unbedingt. Wohl aber hätte man sich manches Mal etwas mehr Ecken und Kanten gewünscht. Insbesondere der namensgebende Sänger Ralf Sideburn müsste etwas mehr Akzente setzen und seiner Stimme mehr Charisma verleihen. „Highballing The Jack“ ist so kein absolutes Highlight, wohl aber eine mehr als solide Rock-Platte, die verdammt viel Spaß bereitet. Wenn man es künftig schafft, mit einem eigenständigeren Sound etwas mehr aus dem Einheitsbrei herauszuragen, könnte eine höhere Bewertung drin sein… So sind es nur satte zehn Punkte mit eindeutiger Tendenz nach oben. Kontakt: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., www.sidebaron.de.

SWINGIN´ UTTERS "Poorly Formed"

Friday, 12 September 2014 21:10 Published in Pressure Zone

Die SWINGIN` UTTERS sind bereits seit einem Vierteljahrhundert in der Szene unterwegs und liefern in schöner Regelmäßigkeit abwechslungsreiche Musik ab. Gegründet in der sonnigen San Francisco Bay Area, steht mit “Poorly Formed” nunmehr Album Numero acht in den Startlöchern. Vorab gab`s bereits die Single `The Librarians Are Hiding Something`, die auf dieser Scheibe nunmehr als Opener verbraten wurde. Das zweiminütige Stück bringt kurz und knapp die Qualitäten der SWINGIN` UTTERS auf den Punkt: Eingängigkeit, interessante Texte, pure Dynamik. Und trotz der Tatsache, dass die Musik der Kalifornier bereits von Beginn an zündet, brennen sich die Melodien eher unterschwellig ins Großhirn des Hörers, um dort für längere Zeit zu verweilen. Denn nicht nur die lange Band-Geschichte beweist eindrucksvoll, dass die SWINGIN` UTTERS beileibe kein One-Hit-Wonder sind: Zuweilen agiert man unbequem und präsentiert sich so unvorhersehbar wie nur irgendwie möglich. „Poorly Formed“ ist wohl so sehr von schrammeligem Garage geprägt wie kaum ein anderes Album der Band. Darüber hinaus bleibt jedoch immer wieder Zeit für herrlich melancholische Indie-Klänge oder Ur- respektive Proto-Punk. Und wenn die Formation in einem Song wie `I`m A Little Bit Country` dann auch noch gediegene Bluegrass-Romantik bemüht, dürfte dem Leser wie Schuppen von den Augen fallen, dass auf „Poorly Formed“ Abwechslung Trumpf ist. Allerdings gelingt den Amis das Kunststück, nie in irgendeiner Weise verfahren zu klingen. Alles wurde in einen Sound eingebettet, der eben typisch SWINGIN` UTTERS ist. Man vermag kaum Bezugspunkte zu bemühen, die 14 allesamt relativ kurzen Stücke stehen absolut für sich. Ob man das jetzt nun gut finden muss, liegt im Auge des Betrachters respektive Hörers: Geschmäcker sind schließlich verschieden. Fest steht jedoch, dass die Kalifornier mit „Poorly Formed“ einen Genre-Stern auf die Menschheit losgelassen haben. Hm, aber von welchem Genre war gleich noch mal die Rede…?

FORENSICK "The Prophecy"

Monday, 01 September 2014 08:29 Published in A-Z

Tracklist:

  1. Hero Of The Day
  2. Doomsday Machine
  3. Dark Secret
  4. Time Of Resistance
  5. When The War Begins
  6. Beast Within
  7. Lonesome Words
  8. New Reality
  9. The Prophecy

Rezension:

Rein dem Äußeren der Musiker nach zu urteilen könnte man FORENSICK durchaus als Band irgendwo im Fahrwasser zwischen Emo, Metalcore und Melodic Punk einordnen. Richtig nach Metal sieht eigentlich nur ein einziger der fünf Herren aus. Der Band-Name hingegen weist eher in Richtung pathologischem Grindcore, wohingegen das an apokalyptische Maja-Prophezeiungen (wie war das noch mal mit dem Weltuntergang 2012?) erinnernde Cover eher Erinnerungen an kitschige Fantasy-Projekte erweckt. Dass FORENSICK dann erdigen, traditionellen Heavy Metal zocken, verblüfft. Es verblüfft zudem weit mehr, dass das Quintett das Ganze auch noch relativ gut bewerkstelligt! Dabei darf man sich allerdings nicht daran stören, dass Anleihen an jüngere Ergüsse aus dem Lager Iron Maiden ständig präsent sind. Dies verleugnet auch die Plattenfirma im Infoblatt keineswegs: Wie denn auch, alles andere wäre blanker Hohn! Wenn das Stichwort „jüngere Iron Maiden“ fällt, weiß der geneigte Fan, dass dabei mitnichten kompakte, leicht mitsingbare Songs herauskommen. So auch hier: Nur ein einziges Mal unterschreitet ein Stück die Fünf-Minuten-Marke ('Dark Secret'), während der die Platte abschließende Titeltrack beispielsweise bereits an der Länge von neun Minuten kratzt. Natürlich demonstrieren die fünf Jungs hier, dass sie ihre Instrumente ziemlich gut beherrschen. Bei aller Epik, Dramatik und spieltechnischen Versiertheit, die hier zur Schau gestellt wird, versuchen es FORENSICK trotzdem, ansprechende Songs zu schreiben. So ist der Hörer letzten Endes zwiegespalten: Einerseits wohnt „The Prophecy“ kaum ein eigener Charakter inne. Andererseits ist das Ganze handwerklich ziemlich gut in Szene gesetzt. Letzten Endes etablieren sich die Schwaben mit ihrem Zweitwerk in der Szene hoffnungsvoller Newcomer aus hiesigen Landen zumindest im gehobenen Mittelfeld. (CW)
8 Punkte

HERZLOS "Zweipunktnull"

Monday, 18 August 2014 09:45 Published in Pressure Zone

Deutsch(punk)rock hat dieser Tage nicht zuletzt wegen Größen wie Frei.Wild und Konsorten Hochkonjunktur: Überall sprießen neue Bands aus dem Boden und firmieren unter Namen wie Unherz, Kärbholz, Kneipenterroristen, Unantastbar, Wilde Jungs und Krawallbrüder. Zwar wird sich beständig auf die eigentlichen Wurzeln dieser Formationen berufen, die eher in der Punk-, Rock’n‘Roll- und/oder Oi-Szene zu finden sein sollen, letzten Endes drängt sich einem jedoch der Eindruck auf, dass ziemlich viele der Vertreter dieses Genres in der Vergangenheit ziemlich viel Böhse Onkelz konsumiert haben müssen. Eigene Ansätze sucht man oftmals vergeblich, die Originalität wird im Keim erstickt. Auch HERZLOS aus der Pfalz stoßen lauthals in jenes Horn: Wohl als reine Cover-Band gestartet, gibt man auch heutzutage auf Konzerten noch Hits von den Vorbildern der Marke Frei.Wild, Kärbholz oder Wilde Jungs zum Besten. Erst vor kurzem erschien mit „Volldampf voraus“ das randvoll mit eigenen Songs gepackte Debüt-Album. Nunmehr meinen HERZLOS scheinbar, dass es an der Zeit ist, diesem Werk sogleich einen weiteren Longplayer nachfolgen lassen zu müssen. Vielleicht hätte sich die Band mehr Zeit nehmen sollen, um definitiv einen eigenen Charakter in ihrem Sound herauszuarbeiten? Ich vermute allerdings, dass genau dies auch nicht gerade im Sinne der Herren Musikschaffenden ist… Zu sehr bleibt man den eigenen Inspirationsquellen verhaftet. Man mag zu den Onkelz, Frei.Wild & Co. stehen wie man will: Fest steht, dass aus den Unmengen an Kopien, die dieser Tage die Szene unsicher machen, nur ein Bruchteil überhaupt versucht, zumindest ansatzweise abseits der Wege zu operieren. HERZLOS tun das nicht und zocken vorhersehbare Songs, die einerseits eingängig und unterhaltsam daherkommen. Andererseits krankt die Scheibe an einer drucklosen Produktion, nichtssagenden Riffs sowie an (fast schon genreüblichen) Fremdschäm-Texten.

(c) 2012 www.legacy.de

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