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Saturday, 28 April 2012 02:00

 

PARADISE LOST „Tragic Idol“

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Additional Info


Bewertung: 12


Label: Century Media/EMI
Band-Website: Band-Webseite
erschienen in Ausgabe Nr.: 078
PARADISE LOST „Tragic Idol“

 

Retro oder nicht retro – das ist hier die Frage... Wer die Herren aus West-Yorkshire mit „In Requiem“ oder „Faith Divides Us – Death Unites Us“ auf dem Pfad der Tugend zurück wähnte, wird froh sein, zu hören, dass PARADISE LOST diesen auch weiterhin beschreiten. Auch wenn Sänger Nick Holmes im kürzlich geführten Interview eine erklärte „Back To The Roots“-Attitüde seitens der Band dementiert, lässt sich feststellen, dass „Tragic Idol“ zumindest viel vom PARADISE LOST-Sound der frühen und mittleren Neunziger reflektiert. Was aktuell auffällt, ist die Konzentration aufs Wesentliche – die Fokussierung auf Greg Mackintoshs charakteristisches Gitarrenspiel sowie auf Holmes' ebenso markante Vocals. Die Songs sind noch einen Tick härter und druckvoller als auf dem Vorgänger, und insbesondere der Wiedereinzug des Doom-Riffings in die Klangwelt der Briten beschert einem durchaus das eine oder andere Déjà-vu-Erlebnis. Musikalische Flashbacks liefern u.a. 'Honesty In Death', 'Fear Of Impending Hell' oder auch der Titeltrack. Aber hört man einmal öfter und intensiver hin, offenbart sich dann doch, dass „Tragic Idol“ ein Stück Gegenwart ist, bei dem einfach der Charme der alten PARADISE LOST mit dem Hier und Jetzt der Band zu einer gut funktionierenden Einheit verschmilzt. So verhilft beispielsweise das energische 'Theories From Another World' der Scheibe nicht nur zu mehr Dynamik, sondern setzt zudem moderne Akzente, indem es sich doch ein wenig von den fast schon übermächtigen, traditionellen Trademarks des Quintetts löst. Dem Duo Mackintosh/Holmes kann man in puncto Songwriting nichts anlasten. Das althergebrachte Konzept der eingängigen Melodie- und Choruslines in Verbindung mit prägnanten Gitarren-Riffs/-Leads verfehlt nach wie vor nicht seine Wirkung. Vielleicht hat nicht jedes Stück auf „Tragic Idol“ das Zeug zum Smash-Hit à la 'Ember's Fire' & Co. aber es gibt durchaus potentielle Kandidaten mit entsprechend hohem Nachwirkfaktor. Mit ihrem 13. Album tun PARADISE LOST ihren Fans und auch sich selbst einen großen Gefallen, indem sie ihren viel geliebten klassischen Sound aufgreifen, aber gleichzeitig herausstellen, dass sie nicht in den Neunzigern stecken geblieben sind. „Tragic Idol“ bewahrt klar die Identität der Band, ohne dabei verstaubt zu klingen. (SL)
12 Punkte

 

(c) 2012 www.legacy.de

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