LEGACY - The Voice from the Darkside

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Björn Backes (BB)

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N.O.W. "Bohemian Kingdom"

Thursday, 08 May 2014 12:05 Published in A-Z

Wer heute noch den Überblick behält und sich tatsächlich in der Lage sieht, die Crème de la Crème aus der Unmenge neuer Melodic Rock-Bands und -Releases herauszufiltern, kann sich selbst gratulieren. Die Schwemme auf dem Markt ist extrem, und erstaunlicherweise ist sie diesmal viel globaler ausgerichtet und nicht mehr so deutlich auf die beiden Szene-Hochburgen Skandinavien und Großbritannien ausgerichtet. Auch N.O.W. genießen einen vergleichsweise recht exotischen Status, verlassen sich bei der Gestaltung ihrer Songs aber dann doch auf verlässliche Einflüsse. "Bohemian Kingdom" ist eine stille Hommage an Acts wie Journey und Foreigner, und das bei gleichermaßen ähnlicher Qualität. Die zehn Songs, die Alec Mendonca und sein Team zusammengestellt haben, sind ausladend arrangiert, mit zahlreichen Widerhaken versehen, vielseitig ausgerichtet und mit all jenen Zutaten gesegnet, die es für eine Spitzenposition in der umtriebigen Szene braucht. Selbst die ruhigeren Tracks meistern N.O.W. mehr als souverän, nähern sich hierbei nicht mal ansatzweise der Pomp-Falle, sondern umschiffen jedweden Anflug von Kitsch mit einer leidenschaftlichen, sehr intensiven Performance. Musikalisch mögen die Brasilianer vielleicht nicht so sehr aus der allseits bekannten, kompositorischen Reihe tanzen, die vollends überzeugende Umsetzung der vertrauten Ideen macht aber einen bedeutenden Unterschied. "Bohemian Kingdom" ist ganz klar eines der besten Melodic Rock-Alben der laufenden Saison, und das will beim anhaltenden Konkurrenzdruck schon einiges heißen.

MOLLY HATCHET "Paying Tribute"

Thursday, 08 May 2014 11:47 Published in A-Z

Was die Herren Southern-Rocker angetrieben hat, ihren letztjährigen Release "Regrinding The Axes" nun noch einmal in einer schlankeren Variante neu aufzulegen und alibimäßig mit ein paar Live-Songs aufzuwerten, ist nicht wirklich ersichtlich. Denn auf "Paying Tribute" findet man im Grunde genommen nichts anderes als eine Auswahl der bereits kürzlich verwendeten Coversongs, angereichert mit drei livehaftigen Aufnahmen, die zwar sehr ambitioniert und hörenswert sind, unterm Strich aber eben nicht dafür herhalten sollten, dass der Fan hier ein zweites Mal ins Portemonnaie greifen muss. Sicherlich sind die Neuinterpretationen von ZZ Top, den Eagles, den Stones und den Allman Brothers nebst einer wirklich phänomenalen Fassung des Thin Lizzy-Gassenhauers 'The Boys Are Back In Town' absolut der Rede wert und von MOLLY HATCHET auch prima in den eigenen Sound integriert worden. Doch warum wird das Ganze nun ein zweites Mal nachgeschoben? Die Antworten bleibt die Band vorerst schuldig, doch die Fangemeinde sei gewarnt: "Paying Tribute" entpuppt sich für Besitzer von "Regrinding The Axes" als Mogelpackung mit relativ wenig frischem Content.

MAEGI "Skies Fall"

Thursday, 08 May 2014 11:27 Published in A-Z

Oganalp Canatan ist kein Unbekannter in der Power Metal-Szene; mit seiner Kapelle DREAMTONE konnte er bereits kurzzeitig Fuß fassen und auch einen lukrativen Label-Deal ergattern. Mehr sollte es dann aber nicht werden, wobei die musikalischen Qualitäten der türkischen Band nun auch nicht sonderlich nennenswert waren. Nichtsdestotrotz ist es eben jenem Songwriter gelungen, eine ganze Heerschar prominenter Vokalisten anzulocken und für sein neues Projekt MAEGI zu begeistern. Ein echter Coup scheint hierbei die Verpflichtung von Hansi Kürsch zu sein, der sich ja bekanntermaßen nicht so einfach für irgendwelche Nebenschauplätze überzeugen lässt. Aber auch Chris Boltendahl, Zak Stevens und Tim Owens sind Kaliber, die man nicht mal eben so ins Studio bekommt, ohne vorher etwas Präsentables ausgepackt zu haben. Und so erstaunt es auch kaum, dass Canatan und seine Mannen mit ihrem neuen Konzeptwerk ziemlich forsch in die Spitzenregionen des traditionellen Heavy Metal vordringen, ganz besonders wenn ihre illustren Gäste das Zepter in die Hand nehmen. Der simpel gestrickte Opener 'Skies Fall' um Grave Digger-Reibeisen Boltendahl ist ein erstes Aufrufezeichen, welches der Circle II Circle-Fronter in 'Communications Breakdown' noch weiter ausbauen kann. Die wirklich grandiosen Momenten folgen jedoch, wenn die Herren Kürsch und Owens ins Geschehen eingreifen. Das Krefelder Original greift im ruhigen 'Those Who've Left Behind' nach den Sternen und zaubert mit der entsprechenden Begleitung einen Track hervor, der an den Demons & Wizards-Meilenstein 'Fiddler On The Green' erinnert. Und die einstige Priest-Sirene beweist in 'Demise Of Hopes' einmal mehr ihre Ausnahmefähigkeiten, auch wenn sich die Stimme des Rippers schon deutlich von der seiner Kollegen abhebt. Und die übrigen Songs? Tja, hier offenbart "Skies Fall" hin und wieder ein paar dezente Schwächen, die aber im gesamten Kontext nicht weiter der Rede wert sind. Es ist lediglich die Schwelle zwischen „nur“ gut und wirklich brillant, die hier sofort auffällt. Doch mit Kompositionen wie 'Take No Prisoners' und vor allem 'Hide And Seek' sichern sich MAEGI auch ohne prominente Unterstützung souverän ab und nehmen selbst denjenigen die Zweifel, die unter Berücksichtigung des eher schwächeren Dreamtone-Materials verständlicherweise sehr skeptisch waren. Alleine für die vier Gastbeiträge sollte hier schon der Geldbeutel geöffnet werden - und der Rest ist eine anständige Zugabe!

KEE MARCELLO "Judas Kiss"

Thursday, 01 May 2014 22:35 Published in A-Z

Die Vergangenheit bei Europe hängt KEE MARCELLO immer noch nach; und dabei ist der damalige Norum-Ersatz schon seit zwei Dekaden nicht mehr bei den inzwischen längst wiederbelebten Schweden aktiv. Dennoch hat der Gitarrist in all den Jahren seit dem Split mit den Superstars nie wieder so richtig Fuß fassen können, obschon er sich nie von der musikalischen Bildfläche verabschiedet hat. Mit "Judas Kiss" veröffentlicht Marcello nun ein weiteres Soloalbum, welches seinen Status als nach wie vor äußerst tauglichen Komponisten noch einmal von Neuem festigen soll - und diesmal spricht kaum etwas dagegen, dass der Mann an den sechs Saiten sich endgültig von seiner Vergangenheit löst. Auffällig ist vor allem die Entschlossenheit, mit der Marcello an sein frisches Werk geht. Schon zum Auftakt in 'Zombie' überzeugen er und seine Band mit knackigen Riffs und lebendigen Grooves und setzen damit den rauen Grundton von "Judas Kiss" unmissverständlich fest. Das darauf folgende 'Dog Eat Dog' erinnert zwar ein wenig zu stark an den gleichnamigen AC/DC-Track, untermauert jedoch die Zielstrebigkeit des Masterminds ebenso wie das deftige 'I'm Stoned' und das starke 'Get On Top'. Und bei 'Metal Box' gerät man zum Schluss noch einmal richtig ins Schwärmen und überlegt, welch brillantes Duo Norum und Marcello wohl als Twin-Guitar-Kombi bei der Neuauflage von Europe abgegeben hätten. Bevor man aber zu weit abdriftet, muss man sich vor Augen führen, dass "Judas Kiss" zwischendurch auch ein paar kleine Schwächephasen durchlebt. 'Coming Home' mit seiner Country-Schlagseite ist verzichtbar, 'das etwas schmalzige 'And Forever More' sowie das Joy Division-Cover 'Love Will Tear Us Apart' ebenfalls. Doch auch mit diesen Abzügen bleiben auf dem neuen Solowerk des Herren Gitarristen immer noch zehn teils bärenstarke Tracks, mit denen sich Kee Marcello auch als Songwriter endlich mal freischwimmen sollte. Nach 20 Jahren wäre es dafür auch längst mal an der Zeit!

(c) 2012 www.legacy.de

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