LEGACY - The Voice from the Darkside

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Björn Backes (BB)

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ODD DIMENSION "The Last Embrace To Humanity"

Saturday, 10 May 2014 20:24 Published in A-Z

Wäre "The Last Embrace To Humanity" in mancherlei Hinsicht nicht so sperrig, könnte man den neuen Release von ODD DIMENSION getrost als Prototyp des modernen Prog Metal-Albums akzeptieren. Das italienische Quintett begibt sich auf ihrem zweiten regulären Silberling erneut auf die Spuren von Symphony X, packt Spätzünder-Melodien in teils arg verschachtelte Arrangements, zeigt sich verspielt und leidenschaftlich, verliert dabei aber keine der acht neuen Kompositionen im Wesentlichen aus den Augen. ODD DIMENSION etablieren auf "The Last Embrace To Humanity" vor allem spannendes, meist intensives Songwriting, ohne ihre neuen Stücke mit allzu vielen Details vollzupumpen. Dieser Schachzug ist nicht revolutionär, aber in der hiesigen Inszenierung schlichtweg packend, auch wenn das Gros des Materials eine Weile benötigt, bis sich die versteckten Hooklines erstmals festbeißen. Der Verzicht auf bombastische Strukturen erweist sich dabei als entscheidender Schlüssel, denn auch wenn "The Last Embrace To Humanity" an vielen Stellen fordert, suchen die Italiener ihr Glück niemals in pompösen Ausflüchten, die von den anspruchsvollen, nicht immer einprägsamen Melodiebögen ablenken sollen. Stattdessen gehen ODD DIMENSION wieder zur Wurzel des progressiven Power Metal zurück, packen das Ganze in einen zeitgemäßen Sound und funktionieren als nicht ganz so deftiges, aber kaum minder hörenswertes Pendant zur Romeo-Posse prächtig. Auch wenn "The Last Embrace To Humanity" ein paar Durchläufe erfordert, bis sich die Materie erschließt: Dieses Album hat seine erhabenen Momente und sollte die Band als bedeutsamen Mitstreiter auf der großen Prog Metal-Landkarte endgültig in der Weltspitze festigen.

NICUMO "The End Of Silence"

Saturday, 10 May 2014 19:54 Published in A-Z

Wahrscheinlich würde die Mischung aus melancholischen Melodien und dynamischem Metal wesentlich besser funktionieren, hätten sich die Finnen von NICUMO nicht so krampfhaft darauf versteift, ihren Landsmännern von Sentenced in nahezu allen Facetten des Songwritings nachzueifern. Zwar herrscht auf der ersten Full-Length ein dauerhaftes reduziertes Tempo, mit dem die düstere Atmosphäre noch intensiver bemüht wird, doch im Großen und Ganzen kommt man zu keiner Zeit um den ständig präsenten Vergleich mit den abgetauchten Superstars herum. Dies bedeutet gleichzeitig natürlich, dass "The End Of Silence" in Sachen Songwriting ein gewisses Niveau bedient und dieses auch aufrechterhält, aber ebenfalls einer ständigen Gegenüberstellung mit der gestorbenen Legende ausgesetzt ist, die NICUMO niemals für sich entscheiden können. Da Sentenced bekanntermaßen nichts Neues mehr veröffentlichen werden, kann man dieses Debüt zwar als Alternative abgreifen, sollte sich aber bewusst machen, dass Platten wie "Down", "Amok" und "The Cold White Light" einen viel zu großen Schatten auf "The End Of Silence" werfen und es auf lange Sicht auch komplett ersticken werden.

N.O.W. "Bohemian Kingdom"

Thursday, 08 May 2014 12:05 Published in A-Z

Wer heute noch den Überblick behält und sich tatsächlich in der Lage sieht, die Crème de la Crème aus der Unmenge neuer Melodic Rock-Bands und -Releases herauszufiltern, kann sich selbst gratulieren. Die Schwemme auf dem Markt ist extrem, und erstaunlicherweise ist sie diesmal viel globaler ausgerichtet und nicht mehr so deutlich auf die beiden Szene-Hochburgen Skandinavien und Großbritannien ausgerichtet. Auch N.O.W. genießen einen vergleichsweise recht exotischen Status, verlassen sich bei der Gestaltung ihrer Songs aber dann doch auf verlässliche Einflüsse. "Bohemian Kingdom" ist eine stille Hommage an Acts wie Journey und Foreigner, und das bei gleichermaßen ähnlicher Qualität. Die zehn Songs, die Alec Mendonca und sein Team zusammengestellt haben, sind ausladend arrangiert, mit zahlreichen Widerhaken versehen, vielseitig ausgerichtet und mit all jenen Zutaten gesegnet, die es für eine Spitzenposition in der umtriebigen Szene braucht. Selbst die ruhigeren Tracks meistern N.O.W. mehr als souverän, nähern sich hierbei nicht mal ansatzweise der Pomp-Falle, sondern umschiffen jedweden Anflug von Kitsch mit einer leidenschaftlichen, sehr intensiven Performance. Musikalisch mögen die Brasilianer vielleicht nicht so sehr aus der allseits bekannten, kompositorischen Reihe tanzen, die vollends überzeugende Umsetzung der vertrauten Ideen macht aber einen bedeutenden Unterschied. "Bohemian Kingdom" ist ganz klar eines der besten Melodic Rock-Alben der laufenden Saison, und das will beim anhaltenden Konkurrenzdruck schon einiges heißen.

MOLLY HATCHET "Paying Tribute"

Thursday, 08 May 2014 11:47 Published in A-Z

Was die Herren Southern-Rocker angetrieben hat, ihren letztjährigen Release "Regrinding The Axes" nun noch einmal in einer schlankeren Variante neu aufzulegen und alibimäßig mit ein paar Live-Songs aufzuwerten, ist nicht wirklich ersichtlich. Denn auf "Paying Tribute" findet man im Grunde genommen nichts anderes als eine Auswahl der bereits kürzlich verwendeten Coversongs, angereichert mit drei livehaftigen Aufnahmen, die zwar sehr ambitioniert und hörenswert sind, unterm Strich aber eben nicht dafür herhalten sollten, dass der Fan hier ein zweites Mal ins Portemonnaie greifen muss. Sicherlich sind die Neuinterpretationen von ZZ Top, den Eagles, den Stones und den Allman Brothers nebst einer wirklich phänomenalen Fassung des Thin Lizzy-Gassenhauers 'The Boys Are Back In Town' absolut der Rede wert und von MOLLY HATCHET auch prima in den eigenen Sound integriert worden. Doch warum wird das Ganze nun ein zweites Mal nachgeschoben? Die Antworten bleibt die Band vorerst schuldig, doch die Fangemeinde sei gewarnt: "Paying Tribute" entpuppt sich für Besitzer von "Regrinding The Axes" als Mogelpackung mit relativ wenig frischem Content.

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