LEGACY - The Voice from the Darkside

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Björn Backes (BB)

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WARNOT "His Blood Is Yours"

Tuesday, 04 March 2014 19:10 Published in A-Z

Nach seinem Ausstieg bei den Prog-Metallern von Cloudscape scheint Gitarrist und Songwriter Björn Eliasson in einen kreativen Jungbrunnen gefallen zu sein, dessen Früchte nun sein bereits länger aktives Projekt WARNOT tragen darf. Mit "His Blood Is Yours" haben die Schweden ein echtes Leckerli aufgenommen, welches sich an den ersten Werken von Symphony X und Beyond Twilight orientiert, den neoklassischen Anteil jedoch durch eine ausgeprägte Theatralik ersetzt, der vor allem in der vokalen Performance eines der herausragenden Elemente dieses neuen Albums darstellt. Eliasson gelang es, einige weniger namhafte, aber sehr talentierte Gesangsakrobaten ins Studio zu lotsen und in der Bilanz eine Art metallisches Musical zu inszenieren, welches nicht nur aufgrund seiner facettenreichen Ausrichtung auf Anhieb zu begeistern weiß. Denn so stimmungsvoll die Darbietung der einzelnen SängerInnen auch ist, so ausgefallen sind auch die instrumentalen Breaks, mit denen selbst straighte, melodische Songs wie 'I Am A Ghost' und 'The Wrong Path' ausgestattet sind. Die Schweden unter der Führung ihres wirklich versierten Komponisten entpuppen sich mit wachsender Spielzeit immer mehr zur Ausnahmeerscheinung, die zwar auf vertraute Inhalte setzt, diese jedoch mitsamt ihrer symphonischen Nuancen immer wieder auf erfrischende Art und Weise neu belebt. Dass auf "His Blood Is Yours" schließlich progressive Kabinettstückchen neben genialen Ohrwürmern existieren dürfen, ohne dass es zwischenzeitlich zu Unverträglichkeiten kommt, spricht weiterhin für das aktuelle Schaffen von WARNOT – und führt schlussendlich dazu, dass der Split mit Cloudscape wohl niemanden weiter stören dürfte. So souverän wie auf diesem Album konnte Eliasson nämlich in all den Jahren nie auftrumpfen.

WAKEUPCALL "Batteries Are Not Included"

Tuesday, 04 March 2014 19:07 Published in A-Z

Bubblegum-Sounds aus Italien ist man in dieser Variante gar nicht gewohnt; doch bei WAKEUPCALL ist die westliche Ausrichtung ein wesentlicher Bestandteil des Bandklangs, angefangen bei den Mainstream-verdächtigen, manchmal auch poppigen Arrangements über diverse Emo-Momente bis hin zur Modern Rock-Rahmenuntermalung auf der gesamten neuen Platte. Dass dies alles sehr massentauglich wirkt, hat mitunter damit zu tun, dass Erfolgsproduzent Beaul Hill sich der Truppe aus Rom angenommen hat. Aber auch in Sachen Songwriting haben WAKEUPCALL offenkundig immer ein Auge auf die breite Zielgruppe gerichtet, was sich manchmal in müden Easy-Listening-Refrains entlädt, stellenweise aber dann auch recht klug genutzt wird, um eine eher intime Melodie mit einem sehr angenehmen Groove zu kreuzen. Richtig gut sind WAKEUPCALL schließlich, wenn es auch mal etwas explosiver zur Sache geht; aber da Nummern wie 'Asshole' und 'Not Like You' auf "Batteries Are Not Included" eher Raritätenprogramm sind, fehlt es an stichfesten Argumenten, mit denen sich diese Scheibe empfehlen ließe. Die vier Römer haben zwar kein schlechtes Album am Start, aber eben keines, welches auf Ecken, Kanten und massiver Hingabe fußt.

VIZA "Carnivalia"

Tuesday, 04 March 2014 19:04 Published in A-Z

Sollten sich System Of A Down irgendwann einmal zu alt für die etwas aggressiveren Töne fühlen, wäre vielleicht ein wenig Anschauungsunterricht bei den Kollegen von VIZA ganz hilfreich. Die Truppe aus Los Angeles widmet sich schon seit einigen Jahren den etwas verrückteren Klängen, ist nicht selten vergleichbar durchgedreht wie der Tankian-Trupp, mag es aber lieber etwas lässiger und rockiger. Auf ihrer fünften Scheibe feiert die Band ihren ganz persönlichen "Carnivalia", schafft ein wenig Zirkusstimmung, tanzt aber nicht immer wagemutig auf dem Hochseil, wenn es um die Grundarrangements der zwölf Songs geht. Ausgefallen sind sie, manchmal auch abgefahren, immerzu mit einer eigenwilligen Hookline versehen, aber niemals konfus oder ziellos. VIZA spielen mit der allgemeinen Heiterkeit, verpacken sie in ein ziemlich breit gefächertes Potpourri, jonglieren derweil mit den wildesten Rhythmen, verrennen sich aber nicht - und das ist der springende Punkt - in ihrer ausdrucksstarken Freakshow. Der Jahrmarkt ist eröffnet, VIZA sind die Gastgeber, und sie haben mit "Carnivalia" den Soundtrack zu einem außergewöhnlichen, aber jederzeit abenteuerreichen Event eingespielt. Jetzt fehlt nur noch die internationale Aufmerksamkeit, die sich die Westamerikaner allerdings spätestens jetzt voll und ganz verdient haben.

VIOLET GIBSON "American Circus"

Tuesday, 04 March 2014 19:01 Published in A-Z

Würden VIOLET GIBSON die angenehmen Grundvoraussetzungen ihres Bandsounds mit ein paar griffigeren Hooklines verbinden, könnte die erste Scheibe der fünf Italiener wesentlich spektakulärer sein, als sie es letzten Endes geworden ist. Der Alternative-Sound mit leicht traditioneller Neigung geht vor allem im Gitarrenbereich ziemlich flockig in die Lauscher, kann sich dort jedoch mangels entsprechender Widerhaken nicht für allzu lange Zeit halten. Das Quintett hat zwar hier und dort ein paar richtig anständige, gute Nummern in der Auswahl, doch sobald man mit Songs wie 'Forget About The Rain' und 'Game Of Sorrow' mal ein paar Minuten auf konstant hohem Niveau verbracht hat, stürzt man wieder mit plakativen Melodien ('I Wish I Could') bzw. anstrengenden Arrangements ('Parasite', 'From The Moon To Your Feet') in die zwischenzeitliche Durchschnittlichkeit ab. Insofern ist "American Circus" das Gegenextrem zu vielen Modern-Rock-Releases: Ecken und Kanten sind nämlich vorhanden, packendes Hymnenfutter jedoch leider nur abgestuft.

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