LEGACY - The Voice from the Darkside

Switch to desktop

Björn Backes (BB)

Björn Backes (BB)

Website URL:

WALKING PAPERS "Walking Papers"

Tuesday, 04 March 2014 22:06 Published in A-Z

Es war einmal eine Menge wert, als die beste und wichtigste Band in Seattle zu gelten. Doch der endgültige Tod der Grunge-Szene und ihrer verschiedenen Nachzügler hat das einstige Mekka der alternativen Musik zu einer geografisch kaum mehr interessanten Anlaufstelle für junge Bands gemacht. Bands wie WALKING PAPERS können daher nicht auf ihren bis dato wirklich vortrefflichen Ruf bauen, sondern müssen ihren Teil dazu beitragen, eine geschundene Szenerie neu aufzubauen. Mit Tausendsassa Duff McKagan und Ex-Screaming-Trees-Drummer Barrett Martin sind jedoch Leute am Start, die Ahnung von der Materie und die aktive Hochburg an der Ostküste noch hautnah miterlebt haben. Und es sind ihre völlig unterschiedlichen Einflüsse, die den Stoff von WALKING PAPERS prägen, ihn aber auch vergleichsweise außergewöhnlich machen. Blues Rock trifft auf grungige Gitarrenklänge, 70s-Riffs mischen sich mit modernem Alternative Rock, und als wären die Kontraste nicht schon ziemlich weit ausgedehnt, präsentiert die Band ihr neues Material in kleinen, fast schon improvisierten Jams, die von der ersten bis zur letzten Sekunde eine erstklassige Live-Atmosphäre innehaben. Andererseits benötigen die Nummern des selbst betitelten Debüts eine überraschend lange Eingewöhnungszeit; das Material ist zwar nicht zwingend sperrig, aber die gewagten Gegensätze sind eben auch keine überfallartigen Attacken, die sofort überzeugen. Doch die Langzeitwirkung von "Walking Papers" ist einzigartig, das innovative Element der Songs bestens ausgeprägt - und das Album auf lange Sicht ein richtiger Hochgenuss, welcher durch kompositorischen Wagemut und handwerkliche Finesse charakterisiert wird. In den Staaten sind WALKING PAPERS schon hoch gehandelt; hierzulande dürfte dies nur eine Frage der Zeit sein! 

YOUNGBLOOD "No Retreat"

Tuesday, 04 March 2014 19:25 Published in A-Z

YOUNGBLOOD schreiben eine weitere dieser Geschichten, die erst nach einer halben Ewigkeit fortgesetzt werden und inzwischen so charakteristisch für den melodischen Hard Rock-Sektor sind. Eigentlich 1989 aufgenommen, wurden die 16 Songs ins Archiv gestellt und dort auch mit Staub bestückt, während sich die alternative Rockmusik ihren Weg ins Business bahnte. Erst jetzt tauchen YOUNGBLOOD wieder auf und stellen das fertig, was schon vor mehr als zwei Dekaden für eine goldene Scheibe gut gewesen wäre. Denn auf "No Retreat" bedienen die sechs Musiker das Publikum solcher Acts wie Slaughter und Warrant mit feinsten Melodic Rock-Songs, würzen ihre Kompositionen immer wieder mit richtig coolen Sleaze-Gitarren, haben genügend Arena-Rock-Nummern für die ganz großen Momente, übertreiben es derweil aber auch nicht in den balladeskeren Stücken. Man könnte fast vermuten, "No Retreat" wäre eine Art Best-Of-Compilation, so dicht sind hier die Hits aneinander gereiht worden, doch gerade dieser Umstand macht die jahrelange Abstinenz dieses Materials erst zu einer Katastrophe. Denn ob man nun das Songwriting, die Variabilität der 16 Songs oder einfach nur die fantastische Performance von Frontmann Bobby Sisk nimmt: "No Retreat" ist feinster Poser-Stoff und wirkt auch nach all den Jahren nicht verstaubt und altbacken. Im Gegenteil: Was Steel Panther mit reichlich Klischees erreichen, schaffen YOUNGBLOOD ausschließlich durch die Musik - nämlich Eindruck schinden!

WARNOT "His Blood Is Yours"

Tuesday, 04 March 2014 19:10 Published in A-Z

Nach seinem Ausstieg bei den Prog-Metallern von Cloudscape scheint Gitarrist und Songwriter Björn Eliasson in einen kreativen Jungbrunnen gefallen zu sein, dessen Früchte nun sein bereits länger aktives Projekt WARNOT tragen darf. Mit "His Blood Is Yours" haben die Schweden ein echtes Leckerli aufgenommen, welches sich an den ersten Werken von Symphony X und Beyond Twilight orientiert, den neoklassischen Anteil jedoch durch eine ausgeprägte Theatralik ersetzt, der vor allem in der vokalen Performance eines der herausragenden Elemente dieses neuen Albums darstellt. Eliasson gelang es, einige weniger namhafte, aber sehr talentierte Gesangsakrobaten ins Studio zu lotsen und in der Bilanz eine Art metallisches Musical zu inszenieren, welches nicht nur aufgrund seiner facettenreichen Ausrichtung auf Anhieb zu begeistern weiß. Denn so stimmungsvoll die Darbietung der einzelnen SängerInnen auch ist, so ausgefallen sind auch die instrumentalen Breaks, mit denen selbst straighte, melodische Songs wie 'I Am A Ghost' und 'The Wrong Path' ausgestattet sind. Die Schweden unter der Führung ihres wirklich versierten Komponisten entpuppen sich mit wachsender Spielzeit immer mehr zur Ausnahmeerscheinung, die zwar auf vertraute Inhalte setzt, diese jedoch mitsamt ihrer symphonischen Nuancen immer wieder auf erfrischende Art und Weise neu belebt. Dass auf "His Blood Is Yours" schließlich progressive Kabinettstückchen neben genialen Ohrwürmern existieren dürfen, ohne dass es zwischenzeitlich zu Unverträglichkeiten kommt, spricht weiterhin für das aktuelle Schaffen von WARNOT – und führt schlussendlich dazu, dass der Split mit Cloudscape wohl niemanden weiter stören dürfte. So souverän wie auf diesem Album konnte Eliasson nämlich in all den Jahren nie auftrumpfen.

WAKEUPCALL "Batteries Are Not Included"

Tuesday, 04 March 2014 19:07 Published in A-Z

Bubblegum-Sounds aus Italien ist man in dieser Variante gar nicht gewohnt; doch bei WAKEUPCALL ist die westliche Ausrichtung ein wesentlicher Bestandteil des Bandklangs, angefangen bei den Mainstream-verdächtigen, manchmal auch poppigen Arrangements über diverse Emo-Momente bis hin zur Modern Rock-Rahmenuntermalung auf der gesamten neuen Platte. Dass dies alles sehr massentauglich wirkt, hat mitunter damit zu tun, dass Erfolgsproduzent Beaul Hill sich der Truppe aus Rom angenommen hat. Aber auch in Sachen Songwriting haben WAKEUPCALL offenkundig immer ein Auge auf die breite Zielgruppe gerichtet, was sich manchmal in müden Easy-Listening-Refrains entlädt, stellenweise aber dann auch recht klug genutzt wird, um eine eher intime Melodie mit einem sehr angenehmen Groove zu kreuzen. Richtig gut sind WAKEUPCALL schließlich, wenn es auch mal etwas explosiver zur Sache geht; aber da Nummern wie 'Asshole' und 'Not Like You' auf "Batteries Are Not Included" eher Raritätenprogramm sind, fehlt es an stichfesten Argumenten, mit denen sich diese Scheibe empfehlen ließe. Die vier Römer haben zwar kein schlechtes Album am Start, aber eben keines, welches auf Ecken, Kanten und massiver Hingabe fußt.

(c) 2012 www.legacy.de

Top Desktop version