LEGACY - The Voice from the Darkside

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Björn Backes (BB)

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SANTA CRUZ "Screaming For Adrenaline"

Sunday, 18 May 2014 12:33 Published in A-Z

Mit Alexi Laiho haben SANTA CRUZ bereits einen prominenten Supporter, doch auch grundsätzlich scheint die Hair Metal-Welt nach Begutachtung des ersten Materials dieser finnischen Glam-Rocker ziemlich steil auf das zu gehen, was die vier Jungspunde auf die Beine stellen. "Screaming For Adrenaline", das Debüt des nordischen Quartetts, soll nun den Beweis antreten, dass die zahlreichen Vorschusslorbeeren ihre Daseinsberechtigung haben. Und zumindest wenn man die Hollywood-Vergangenheit und ganz konkret Acts wie Mötley Crüe und Ratt immer noch schätzt und nach Vergleichbarem lechzt, haben SANTA CRUZ einen großen Teil ihrer Mission bereits erfüllt. Allerdings ist auf "Screaming For Adrenaline" noch lange nicht alles perfekt; einigen wirklich guten Kompositionen, die sich durchaus mit dem Output der Sixx-Posse messen können, stehen auch ein paar durchschnittliche Nummern gegenüber, die man vielleicht später als naive Jugendsünden betrachten wird, welche aber im Gesamtkontext definitiv qualitätsmindernd auftreten. 'Sweet Sensation' oder 'Aiming High' sind solche Stücke, die man genauso schnell vergessen wie kennen gelernt hat, und auch der einleitende Titelsong ist bei Weitem nicht das Gelbe vom Glam-Ei. Viel stärker tritt die Band speziell in denjenigen Tracks auf, in denen man das Tempo ein wenig herausnimmt und die ganze Energie in den Chorus investiert. 'Let Me (Lay My Love On You)', High On You' und 'Anthem For The Young 'n' Restless' sind solche Geschichten, die man immer wieder gerne hört, aber auch das schnellere 'Relentless Renegades' ist ein Volltreffer, von dessen Kaliber man sich insgesamt mehr wünscht, als letztendlich auf "Screaming For Adrenaline" geboten wird. SANTA CRUZ haben schlichtweg noch ein bisschen Nachholbedarf beim Songwriting, insbesondere bei der Gestaltung der Hooklines. Ihr Debüt ist zwar alles andere als enttäuschend, wird der guten Vorab-Presse und den damit verbundenen Erwartungen aber nur phasenweise gerecht.

Q.AGE "Stop The Clocks"

Sunday, 18 May 2014 12:12 Published in A-Z

Dass Q.AGE sich konzeptionell und musikalisch immer neu aufgestellt haben, muss nicht zwingend von Vorteil sein. Besetzungswechsel sind nicht erst seit gestern ein ständiges Thema, aber auch die kompositorische Ausrichtung hat sich im Laufe der vergangenen anderthalb Dekaden mehrfach verändert. Ihre innere Mitte hat die zum Trio geschrumpfte Kapelle anno 2013 aber scheinbar immer noch nicht gefunden, denn auch der zweite Part des insgesamt vierteiligen Konzepts, welches die Band auf ihren derzeitigen Releases verfolgt, ist ein großes Potpourri aus progressiven Alternative Rock-Sounds, die trotz ihrer kompakt formulierten Arrangements nur selten eine echte Punktlandung hinlegen. Auf "Stop The Clocks" ist es vor allem der erste Abschnitt, der recht sperrig geraten ist und auch in den melodischen Passagen nach Argumenten sucht, die den Zuhörer mitreißen könnten. Die Harmonien in 'I Live', der Chorus von 'Freedom Of A 1000 Miles' oder auch die Hookline 'Stand Up' sind sicherlich mehr als passabel, aber irgendwie fehlt der letzte Kick, der hier das Maximum herausschlagen könnte. Mit dem melancholischen Titelsong, dem packenden 'Mountain' und dem einprägsamen 'Children Of The Underworld' bietet die zweite Halbzeit hingegen drei Nummern, die nicht nur direkt auf den Punkt kommen, sondern auch die melodische Komponente wesentlich effizienter nutzen. Grundsätzlich tasten alle elf Stücke von "Stop The Clocks" dieses Niveau an, aber der durchgängige Drang, die Eigenständigkeit des Materials besonders zu betonen, steht den drei Musikern so manches Mal im Wege. Das zweite Album unter dem Q.AGE-Banner ist ein gutes, ein musikalisch außergewöhnliches, aber noch kein herausragendes.

PRIME CIRCLE "Evidence"

Sunday, 18 May 2014 12:05 Published in A-Z

Sie sind die erfolgreichste Rockband Südafrikas, haben erst kürzlich eine gefeierte Tour im Vorprogramm von 3 Doors Down absolviert und sind mit den Kanadiern und all ihren anderen prominenten Landsleuten schon längst auf Augenhöhe, bleiben aber nach wie vor nicht mehr als ein Geheimtipp. Warum PRIME CIRCLE international noch nicht so massiv durchgestartet sind, wie es ihr von fantastischen Hooklines gezeichneter Mainstream-Rock schon seit einer Dekade ungebremst einfordert, wird wohl auch die aktuelle Veröffentlichung der Insider-Lieblinge nicht aufdecken können. Doch "Evidence" ist eine weitere Chance, endlich einmal den Bann zu brechen, wenngleich die Herren aus dem südlichsten Teil des schwarzen Kontinents diesmal phasenweise etwas übertrieben auf die Tränendrüse drücken. Ist die erste Halbzeit der neuen Scheibe noch recht unbeschwert und vor allem angenehm heavy, verrennen sich PRIME CIRCLE später in allerlei pathetischen Floskeln, die schließlich in eher durchschnittlichem Material wie 'King For A Day' und 'Staring At Satellites' münden. Ganz anders schaut da noch der Start mit wahrlich grandiosen Songs wie 'Changes' und 'Evidence' aus, in denen die Band wiederholt ihre Ansprüche auf mehr Anerkennung erhebt. Doch in diesem Fall ist trotz vieler überzeugender Momente nicht alles Gold, was glänzt. PRIME CIRCLE bleiben eine überdurchschnittliche Modern Rock-Truppe, die diesmal jedoch nicht all ihre Fähigkeiten auszuspielen weiß.

PARIS "Only One Life"

Saturday, 10 May 2014 20:41 Published in A-Z

Frédéric Dechavenne und Sébastien Montet haben bereits vor mehreren Jahren in einigen Bands gemeinsame Sache gemacht, irgendwann jedoch beschlossen, dass ihre musikalischen Wege in zwei Richtungen führen sollten. Eher zufällig haben die beiden Franzosen dann aber doch wieder zusammengefunden und mit PARIS ein Projekt aus der Taufe gehoben, bei dem sie ihre gemeinsamen Visionen von melodischem Hard Rock endlich fokussiert in die Tat umsetzen können. Mit dem Debütalbum "Only One Life" schließt sich nun nach zwei Dekaden ein ganz besonderer Kreis, der das Duo erstmals auf die internationale Bildfläche teleportiert. Das Songwriting des PARIS-Erstlings orientiert sich dementsprechend auch vornehmlich an den frühen 80er-Einflüssen, gepaart mit AOR-Einsprengseln der Marke Hardline und Lionville sowie Melodiebögen, wie sie Gary Hughes und seine Mannen von Ten über die Jahre als Referenz etabliert haben. Problematisch ist lediglich, dass die Franzosen in kreativer Hinsicht keine Bäume ausreißen; "Only One Life" ist ein allzu konventionelles Melodic Rock-Album geworden, das zwar mit einer angenehmen Dynamik aufwartet, aber eben keine echten Hymnen offenbart, mit denen sich PARIS nachhaltig schmücken könnten. Songs wie 'America', 'When The Lights Fade Away' und 'On Fire' sind absolut in Ordnung, aber keine echten Ausreißer in die Top-Regionen. Letztgenannte wären jedoch notwendig, um die beiden Westeuropäer endgültig auf der AOR-Landkarte zu platzieren. Denn so butterweich dieses Debüt auch durch die Ohrmuscheln segelt, so kurzlebig sind leider auch Teile des ersten PARIS-Albums.

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