LEGACY - The Voice from the Darkside

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Björn Backes (BB)

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SIXTY MILES AHEAD "Millions Of Burning Flames"


Sunday, 18 May 2014 13:14 Published in A-Z

Als SIXTY MILES AHEAD vor zwei Jahren ihre Debüt-EP zur Diskussion stellten, schienen die italienischen Heavy-Rocker auf dem besten Wege, ihren amerikanischen Vorbildern von Soundgarden und Co. ernsthafte Konkurrenz zu machen. "Blank Slate" wurde dementsprechend gefeiert, die Band schien derweil den großen Knall vorzubereiten. Allerdings ist das nachfolgende Album nicht ganz so gewaltig geworden, wie man es den ersten Eindrücken zufolge eigentlich erwartet hatte. "Millions Of Burning Flames" ist zwar keinesfalls eine Enttäuschung oder gar ein Fehlstart ins größere Business - aber die 13 neuen Stücke sind eben auch nicht durchweg brillant und lassen vor allem in vorderen Teil des Albums gelegentlich einige Federn. Dem italienischen Quartett gelingt es hierbei in erster Linie nicht so recht, den dicken Riffs ein paar ebenbürtige Hooks zur Seite zu stellen. Es ist zwar alles ganz nett, was sich in Nummern wie 'While Luck Is On Our Side' und 'Unfaithful Confessions' tut und regt, aber es fehlen die Anknüpfungspunkte, einfach etwas Charakteristisches, was abseits von Black Sabbath-Einflüssen und alternativem Einschlag hängen bleibt. Letzteres liefern SIXTY MILES AHEAD schließlich in flotteren Songs wie 'Split Personalities' oder 'Millions Of Burning Flames', in denen sie eine bis dato noch unbekannte Rock'n'Roll-Attitüde an den Tag legen und damit auch sogleich Erfolge erzielen - einprägsame Melodien inklusive. Und auch das Iommi-Gedächtnisriff in 'Something To Blame' sowie der furztrockene Rocksound von 'Cry, Cry, Baby' bewahren die Überzeugung, dass mit diesen Stiefel-Jungs durchaus zu rechnen ist, sofern man die entsprechende Leidenschaft ins Songwriting investiert. Dies ist auf "Millions Of Burning Flames" aber leider nicht allumfassend geschehen, weshalb man den prognostizierten steilen Werdegang ein wenig revidieren muss. Dass SIXTY MILES AHEAD aber trotzdem zu den größten Hoffnungsträgern ihres Landes und dessen Szene gehören, steht außer Frage. Denn immerhin sind zwei Drittel von "Millions Of Burning Flames" immer noch weitaus mehr als nur mittelprächtig.

SHADOWQUEEN "Don't Tell"

Sunday, 18 May 2014 12:59 Published in A-Z

Sie erfinden das Rad nicht neu, sie gehen selten eigene Wege, und sie starten auch keine Revolution - doch sie wissen verdammt noch mal, wie man eine moderne Rock'n'Roll-Scheibe komponiert, ohne sich dabei in irgendwelchen Klischees zu verzetteln. Die drei Musiker von SHADOWQUEEN um die absolut hervorragende Frontdame Robbi Zana verbinden klassische Hard Rock-Sequenzen mit zeitgemäßen Alternative Rock-Gitarren und klingen hierbei ständig wie eine Mischung aus Hole, High-Energy-Einflüssen und klassisch ausgebildetem Aussie-Stoff. Nach eher verhaltenem Start gibt die Truppe aus Melbourne dann auch mächtig Gas und knallt ihrem Publikum die Ohrwürmer nur so um die Ohren: Der Titelsong pusht sich in Arena-Rock-Sphären, 'What You Want' und 'Karma' punkten mit dickem Groove, 'Wake Up' und 'Bruised' sind richtig feine In-Your-Face-Hymnen, und mit dem abschließenden 'Get Off' prügelt der Dreier den Hörer dann auch mit genügend Schwung wieder aus dem "Don't Tell" geschimpften Vergnügen. Das ist alles weder neu noch besonders spannend, aber es hat reichlich Eier und ausreichend Energie, um international auch ohne innovative Ausgangsposition problemlos zu bestehen. Und in Zeiten, in denen sowieso alles okkult und retro sein muss, ist ein etwas modernerer Arschtritt eine ziemlich angenehme, herzlich willkommene Angelegenheit!

SCORPION CHILD "Scorpion Child"

Sunday, 18 May 2014 12:45 Published in A-Z

Die Retro-Rock-Welle hat die einstige Hauptstadt des extremen Stoffes nun endgültig angefixt: Nach dem sensationellen Debüt von Free Fall folgt mit dem gleichnamigen SCORPION CHILD-Erstling gleich die nächste Granate in Sachen erdiger Classic Rock im Zeppelin-Style. Gefüllt mit vereinzelten psychedelischen Elementen, großartigen Hooklines, prächtigen Soli, manch epischem Part und erstklassigen Vokaleinlagen ist "Scorpion Child" ein weiteres dieser Alben, die man als Liebhaber der Page/Plant-Serie sofort lieb gewinnen wird. Das Songwriting ist vielschichtig, größtenteils herausragend und trotz der klaren Beziehung zu den 70ern erstaunlich originell, während die Performance ebenfalls locker mit den ganz großen Kalibern der Szene mithalten kann. Mit dem epischen 'Salvation Slave' und dem semi-balladesken 'Antioch' stehen ferner zwei Ausnahme-Kompositionen in der Setlist, die einen angenehmen Kontrast zu furztrocken rockendem Stoff wie der ersten Single 'Polygon Of Eyes' und dem ebenfalls lässig-coolen 'Paradigm' bilden und die ganze Bandbreite von SCORPION CHILD bzw. deren Debüt veranschaulichen. Der eine oder andere wird der Schwemme an derartigen Releases vielleicht schon längst überdrüssig sein; doch wer auch nur einen minimalen Deut auf handgemachte Rockmusik gibt, der wird sich am erstklassigen Stelldichein dieses Top-Quintetts nicht vorbei winden können.

SANTA CRUZ "Screaming For Adrenaline"

Sunday, 18 May 2014 12:33 Published in A-Z

Mit Alexi Laiho haben SANTA CRUZ bereits einen prominenten Supporter, doch auch grundsätzlich scheint die Hair Metal-Welt nach Begutachtung des ersten Materials dieser finnischen Glam-Rocker ziemlich steil auf das zu gehen, was die vier Jungspunde auf die Beine stellen. "Screaming For Adrenaline", das Debüt des nordischen Quartetts, soll nun den Beweis antreten, dass die zahlreichen Vorschusslorbeeren ihre Daseinsberechtigung haben. Und zumindest wenn man die Hollywood-Vergangenheit und ganz konkret Acts wie Mötley Crüe und Ratt immer noch schätzt und nach Vergleichbarem lechzt, haben SANTA CRUZ einen großen Teil ihrer Mission bereits erfüllt. Allerdings ist auf "Screaming For Adrenaline" noch lange nicht alles perfekt; einigen wirklich guten Kompositionen, die sich durchaus mit dem Output der Sixx-Posse messen können, stehen auch ein paar durchschnittliche Nummern gegenüber, die man vielleicht später als naive Jugendsünden betrachten wird, welche aber im Gesamtkontext definitiv qualitätsmindernd auftreten. 'Sweet Sensation' oder 'Aiming High' sind solche Stücke, die man genauso schnell vergessen wie kennen gelernt hat, und auch der einleitende Titelsong ist bei Weitem nicht das Gelbe vom Glam-Ei. Viel stärker tritt die Band speziell in denjenigen Tracks auf, in denen man das Tempo ein wenig herausnimmt und die ganze Energie in den Chorus investiert. 'Let Me (Lay My Love On You)', High On You' und 'Anthem For The Young 'n' Restless' sind solche Geschichten, die man immer wieder gerne hört, aber auch das schnellere 'Relentless Renegades' ist ein Volltreffer, von dessen Kaliber man sich insgesamt mehr wünscht, als letztendlich auf "Screaming For Adrenaline" geboten wird. SANTA CRUZ haben schlichtweg noch ein bisschen Nachholbedarf beim Songwriting, insbesondere bei der Gestaltung der Hooklines. Ihr Debüt ist zwar alles andere als enttäuschend, wird der guten Vorab-Presse und den damit verbundenen Erwartungen aber nur phasenweise gerecht.

(c) 2012 www.legacy.de

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