LEGACY - The Voice from the Darkside

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Björn Backes (BB)

Björn Backes (BB)

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STAHLMANN "Quecksilber"

Monday, 19 May 2014 21:01 Published in A-Z

Ein totgeglaubtes Genre erwacht in den letzten Monaten zu neuem Leben: Die Neue Deutsche Härte nutzt die kreative Auszeit ihrer einstigen Protagonisten derzeit, um eine ganze Flut an Newcomern in Lauerposition für die Thronfolge zu bringen - doch bislang war leider noch keine Truppe in Sicht, die nach musikalischen Gesichtspunkten tauglich für das noch nicht ausgegebene Erbe wäre. Auch STAHLAMMN, deren gleichnamiges Debüt schon eher kritisch begutachtet wurde, werden wohl nicht in den Genuss kommen, in einem Atemzug mit Gruppen wie Oomph! oder Megaherz genannt zu werden. Die Band hat nicht nur ein gewaltiges Problem mit der Eigenständigkeit ihres Materials, sondern agiert viel zu brav und konform innerhalb der vorgefertigten Genre-Schemen. Der neue Silberling ist daher ein absolut treffendes Beispiel für ein seelenloses, fremdgesteuertes Album, das zwar hier und dort mit typisch-eingängigen Chorushooks zu punkten versucht, insgesamt aber so austauschbar ist wie all die anderen Plagiate, die derzeit vom Comeback der pompös inszenierten Brachialität profitieren wollen. "Quecksilber" ist nicht mal dringend ein musikalischer Reinfall, aber eben auch nichts, was die heimische Sammlung aufwerten könnte.

SPEED STROKE "Speed Stroke"

Monday, 19 May 2014 20:54 Published in A-Z

Es geschehen noch Zeichen und Wunder: War die Stiefelregion vor nicht allzu langer Zeit noch ein Garant für pompöses, aufgeblasenes Einerlei, hat sich die italienische Härtner-Szene inzwischen in nahezu allen Bereichen zu einer Top-Adresse auf der Rock'n'Roll- bzw. Metal-Landkarte hochgearbeitet. Auch die schmutzigen Facetten des klassischen Hard Rock sind den Pasta-Verehrern mittlerweile voll und ganz geläufig, wie die Herrschaften von SPEED STROKE auf ihrem gleichnamigen Debütalbum wirklich sehr, sehr eindrucksvoll unter Beweis stellen. Die souveräne Performance sowie das absolut formidable Songwriting schicken die sich kaum mehr selbst überlebende L.A.-Szene endgültig in die Rente. Die Guns N' Roses können bei Nummern wie 'Sick Of You' oder dem Arena-tauglichen 'Lookin' Down' sofort einpacken, Tracii Guns und seine bunten Schauplätze sind gegen schmutzigen Classic Rock wie 'Trust Me, I Care' und 'Flesh & Nerve' machtlos, und auch die Herren um Jon Bongiovi sollten bei Kompositionen wie 'Burning Heart' und 'One Day Is Enough' einsehen, dass selbst ihre härtesten Songs nicht ernsthaft mit dem Material der italienischen Herzblüter mithalten können. Bands wie SPEED STROKE gab es einst wie Sand am Meer; doch Truppen, die auch heute noch so gut sind wie die Originale seinerzeit in den 80ern, sind so selten geworden wie ein Wassertropfen in der Wüste.

SIXTY MILES AHEAD "Millions Of Burning Flames"


Sunday, 18 May 2014 13:14 Published in A-Z

Als SIXTY MILES AHEAD vor zwei Jahren ihre Debüt-EP zur Diskussion stellten, schienen die italienischen Heavy-Rocker auf dem besten Wege, ihren amerikanischen Vorbildern von Soundgarden und Co. ernsthafte Konkurrenz zu machen. "Blank Slate" wurde dementsprechend gefeiert, die Band schien derweil den großen Knall vorzubereiten. Allerdings ist das nachfolgende Album nicht ganz so gewaltig geworden, wie man es den ersten Eindrücken zufolge eigentlich erwartet hatte. "Millions Of Burning Flames" ist zwar keinesfalls eine Enttäuschung oder gar ein Fehlstart ins größere Business - aber die 13 neuen Stücke sind eben auch nicht durchweg brillant und lassen vor allem in vorderen Teil des Albums gelegentlich einige Federn. Dem italienischen Quartett gelingt es hierbei in erster Linie nicht so recht, den dicken Riffs ein paar ebenbürtige Hooks zur Seite zu stellen. Es ist zwar alles ganz nett, was sich in Nummern wie 'While Luck Is On Our Side' und 'Unfaithful Confessions' tut und regt, aber es fehlen die Anknüpfungspunkte, einfach etwas Charakteristisches, was abseits von Black Sabbath-Einflüssen und alternativem Einschlag hängen bleibt. Letzteres liefern SIXTY MILES AHEAD schließlich in flotteren Songs wie 'Split Personalities' oder 'Millions Of Burning Flames', in denen sie eine bis dato noch unbekannte Rock'n'Roll-Attitüde an den Tag legen und damit auch sogleich Erfolge erzielen - einprägsame Melodien inklusive. Und auch das Iommi-Gedächtnisriff in 'Something To Blame' sowie der furztrockene Rocksound von 'Cry, Cry, Baby' bewahren die Überzeugung, dass mit diesen Stiefel-Jungs durchaus zu rechnen ist, sofern man die entsprechende Leidenschaft ins Songwriting investiert. Dies ist auf "Millions Of Burning Flames" aber leider nicht allumfassend geschehen, weshalb man den prognostizierten steilen Werdegang ein wenig revidieren muss. Dass SIXTY MILES AHEAD aber trotzdem zu den größten Hoffnungsträgern ihres Landes und dessen Szene gehören, steht außer Frage. Denn immerhin sind zwei Drittel von "Millions Of Burning Flames" immer noch weitaus mehr als nur mittelprächtig.

SHADOWQUEEN "Don't Tell"

Sunday, 18 May 2014 12:59 Published in A-Z

Sie erfinden das Rad nicht neu, sie gehen selten eigene Wege, und sie starten auch keine Revolution - doch sie wissen verdammt noch mal, wie man eine moderne Rock'n'Roll-Scheibe komponiert, ohne sich dabei in irgendwelchen Klischees zu verzetteln. Die drei Musiker von SHADOWQUEEN um die absolut hervorragende Frontdame Robbi Zana verbinden klassische Hard Rock-Sequenzen mit zeitgemäßen Alternative Rock-Gitarren und klingen hierbei ständig wie eine Mischung aus Hole, High-Energy-Einflüssen und klassisch ausgebildetem Aussie-Stoff. Nach eher verhaltenem Start gibt die Truppe aus Melbourne dann auch mächtig Gas und knallt ihrem Publikum die Ohrwürmer nur so um die Ohren: Der Titelsong pusht sich in Arena-Rock-Sphären, 'What You Want' und 'Karma' punkten mit dickem Groove, 'Wake Up' und 'Bruised' sind richtig feine In-Your-Face-Hymnen, und mit dem abschließenden 'Get Off' prügelt der Dreier den Hörer dann auch mit genügend Schwung wieder aus dem "Don't Tell" geschimpften Vergnügen. Das ist alles weder neu noch besonders spannend, aber es hat reichlich Eier und ausreichend Energie, um international auch ohne innovative Ausgangsposition problemlos zu bestehen. Und in Zeiten, in denen sowieso alles okkult und retro sein muss, ist ein etwas modernerer Arschtritt eine ziemlich angenehme, herzlich willkommene Angelegenheit!

(c) 2012 www.legacy.de

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