LEGACY - The Voice from the Darkside

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Sunday, 17 June 2012 20:19

 

MANOWAR "The Lord Of Steel"

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Additional Info


Bewertung: 14
Spielzeit: 47:40 Min.
Tracks: 10
Label: Magic Circle
Band-Website: Band-Webseite
MANOWAR "The Lord Of Steel"

Dass zwischen den Veröffentlichungen vier bis fünf Jahre ins Land gehen, ist man bei MANOWAR mittlerweile gewohnt. Doch die Wartezeit auf das nun vorliegende Album „The Lord Of Steel“ war für die Fan-Seele besonders strapaziös. Zunächst unter dem Titel „Hammer Of The Gods“ angekündigt, wollte man in Zusammenarbeit mit Wolfgang Hohlbein ein in der nordischen Sagenwelt angesiedeltes Konzept-Album auf den Weg bringen. Der Roman „Thor“ von Hohlbein erschien, MANOWAR dagegen veröffentlichten lediglich die „Thunder In The Sky“-MCD. Nach dem Tod von Scott Columbus und dem Wiedereinstieg von Ur-Drummer Donnie Hamzik kam die überraschende Abkehr vom Konzept der Asgard-Saga. Joey DeMaio informierte die Fan-Gemeinde via Videobotschaft, dass man sämtliche bereits für „Hammer Of The Gods“ geschriebenen Songs über Bord geworfen habe, und zusammen mit Rückkehrer Hamzik völlig neu mit dem Songwriting beginnen werde. Jetzt, anderthalb Jahre später, liegt das Ergebnis dieser Neuorientierung vor: zehn komplett neue Songs mit einer Spielzeit von 47 Minuten. Lediglich der Soundtrack-Beitrag ‚El Gringo‘ war schon vorher im Internet zu hören. Beim ersten Hören von „The Lord Of Steel“ wird sofort klar: Bei MANOWAR ist etwas passiert. Keine ausladenden Keyboard-Intros, keine endlosen Spoken Word-Passagen mit Pferdegetrappel im Hintergrund. Stattdessen gibt es knackige Heavy-Rocker, die auf den Punkt kommen. Allein das Eröffnungsdoppel bestehend aus dem Titel-Song und der Fan-Hymne ‚Manowarriors‘ hätte auch auf „Louder Than Hell“ oder „Warriors Of The World“ zu den Highlights gezählt. Die Ballade ‚Righteous Glory‘ hingegen braucht sich hinter keiner balladesken Großtat der  New Yorker verstecken. ‚Touch The Sky‘ Ist ein Goodtime-Rocker der auch auf „Fighting The World“ Spass gemacht hätte. „Born In A Grave“ begeistert mit tollen Gesangslinien, die immer eine andere Wendung nehmen, als man erwarten würde. Generell scheint es, als hätte Eric vielmehr Freiraum zur eigenen Interpretation der Songs gehabt. Oftmals hält er sich in tieferen Regionen auf und vermeidet dabei zu sehr auf bewährte Muster zu setzen. Auch beim Sound gehen MANOWAR neue Wege, die allerdings nicht jedem gefallen werden.  Joeys Bass verfügt über eine heftige Fuzz-Verzerrung, wie man sie sonst höchstens bei Doom- oder Psychedelic-Bands zu hören bekommt. So entsteht ein interessanter Sound, den man in dieser Kombination noch nicht gehört hat. Donnies Schlagzeug klingt einerseits natürlich, lässt aber den massiven Druck nicht vermissen, den man heute im Studio erzeugen kann. Doch auch hier hört man Referenzen an frühere Zeiten. So liegt oftmals ein ausladender Hall auf der Snare, der aber schnell und abrupt ausklingt. Man könnte die Produktion als gelungenen Versuch bezeichnen, Vintage-Sounds mit den heutigen Möglichkeiten der Sound-Gestaltung zu vereinen. Im hinteren Teil der Platte gehen MANOWAR sogar im Songwriting neue Wege. ‚Black List‘ beginnt als schwer schiebender Stoner/Doom-Track, in dem vor allem Joeys Bassspiel an Black Sabbath erinnert, was gleichzeitig symptomatisch für die Rückbesinnung auf ein viel melodischeres Spiel ist. Es scheint geradezu, als hätte er die Lust daran verloren nur die Grundtöne in Sechzehnteln zu schrammeln. ‚Expandable‘ und ‚Annihilation‘ sind groovig-thrashige Stampfer, während ‚Hail, Kill & Die‘ nach den ersten Durchläufen noch keinen besonderen Eindruck hinterlassen konnte. Vielleicht könnte man kritisieren, dass manches auf „The Lord Of Steel“ unfertig klingt. Vielleicht resultiert dieser Eindruck aber auch aus der Abkehr von am Reißbrett durchgestylten Songs von „Gods Of War“ und „Thunder In The Sky“. Zum ersten Mal seit „Louder Than Hell“ wirken MANOWAR wieder wie eine Band, die gemeinsam Songs schreibt. Karl Logan wird als Mit-Komponist bei zwei Songs genannt und in der Tat finden sich auf „The Lord Of Steel“ mehr Riffs als auf „Gods Of War“ und „Thunder in The Sky“ zusammen. Und wem Logans Solierkünste bis jetzt noch nicht zugesagt haben, der wird auch jetzt kaum zufriedenzustellen sein. Man sollte aber nicht den Fehler machen, ihm seinen eigenen Stil abzusprechen. Die Mischung aus Shredding und Blues Rock-Referenzen ist mittlerweile einfach Teil des so oder so polarisierenden Sounds von MANOWAR geworden. Als Fazit bleibt zu sagen, dass MANOWAR mit „The Lord Of Steel“ das in sich schlüssigste Werk seit „Louder Than Hell“ abgeliefert haben. Was die Vielseitigkeit und Experimentierlust angeht, darf sogar „The Triumph Of Steel“ als Referenz genannt werden. In diesem Sinne: „Manowarriors Raise Your Hands“! 

Tracklist:

The Lord Of Steel
Manowarriors
Born In A Grave
Righteous Glory
Touch The Sky
Black List
Expendable
El Gringo
Annihilation
Hail, Kill And Die

 

(c) 2012 www.legacy.de

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