LEGACY - The Voice from the Darkside

Switch to desktop

Thursday, 05 July 2012 08:19

 

Blackmore's Night @ Burg Abenberg, 04.07.2012

Written by 

Eintritt: 50 - 60 Euro
Besucher: ca. 1.000

Nachdem ihre letzte Scheibe "Autumn Sky" von vielen Kritikern und Fans wegen der allzu plakativen Synthie-Weichzeichung mit wenig Begeisterung aufgenommen wurde und auch die seit Kurzem im Handel befindliche Live-DVD/CD alles andere als positiven EIndruck hinterlassen hat,  durfte man gespannt sein, wie der Besucherzuspruch beim Tourauftakt am gestrigen Mitwoch auf der Burg Abenberg ausfallen würde. Trotz der vorgenannten Mängel scheinen Ritchie Blackmore und die Mutter seiner Kinder, Candice Night, nichts in der Gunst der Fans eingebüßt zu haben. So füllte sich der bestuhlte Innenraum bereits bei der kurzfristig angekündigten Vorgruppe zügig. Die beiden Comedy-Barden, deren Namen ich mir leider nicht merken konnte (wollte?), lieferten eine beim Erst-Konsumenten sicher ganz witzig ankommende Mischung aus flotten Sprüchen und MInnesang, dürften bei Wiederholungskonsumenten allerdings auch recht schnell Abnutzungserscheinungen hervorrufen. Ihren auf 30 Minuten angesetzten "Gig" überzogen die beiden dann auch um ordentliche 15 Minuten.

Gegen 21:15 Uhr enterten dann der ehemalige Riffgott und seine Mistrels die Bühne und starteten direkt mit drei, vier sehr ordentlich dargebotenen Ohrwürmern, bei denen sowohl Sound als auch die Performance stimmten. Leider verzettelte man sich mit fortschreitender Konzertdauer in ausgiebiger Griffbrett- und Tatstatur-Onanie und bot definitiv zu viele Pseudo-Rock-Dudel-Instrumental-Passagen an. Das, in Kombination mit dem zunehmend alles übertönenden Bass-Sound, schmälerte den Genuss doch beträchtlich. Renaissance ist definitiv etwas anderes. Das - wie immer zu einem beachtlichen Teil gewandete - Publikum, das erfreulicherweise nicht gemischter hätte sein können, nahm das Dargebotene jedoch wie eine Schar meinungsloser Lemminge hin und applaudierte brav und begeistert. Den Höhepunkt dieser Huldbekundungen erfuhr der Abend bei dem regelrechten Begeisterungssturm, den das sinnbefreite Drum-"Solo" den Besuchern entlockte. Hier sei anzumerken, dass dieses vollkommen sinnfreie Einprügeln auf die Felle bei jedem halbwegs ernstzunehmenden Metal-Festival mit einem Shitstorm "abgefeiert" worden wäre. Na ja. Hier wäre es definitiv sinnvoll, wenn sich die Instrumental-Giganten, die ihr Ego offensichtlich noch immer durch derartige Dudel-Orgien aufrichten müssen, zu einer Prog-Post-Uralt-Rock-Combo zusammenschließen würden und dann nächtelang vor sich hin dudeln und die Griffbrett-Onanie-Bewunderer zu begeistern versuchen. Hier war es einfach nur fehl am Platze. Sehr schade war auch, dass deshalb auch die Rock-Instrumente - allen voran der Bass - derart laut gedreht wurden, dass der wieder einmal sehr angenehme Gesang von Frau Night stellenweise nur noch zu erahnen war.

Sehr schade und leider kein Vergleich zu den früheren Shows, bei denen BLACKMORE'S NIGHT generell vollends zu begeistern wussten.

Dass sich Herr Blackmore während der beiden ersten Songs, bei denen man fotografieren konnte, wieder einmal ausschließlich mit hübschem violett-rosa Licht ins Gesicht strahlen ließ, ist nach wie vor nicht nachvollziehbar. Klar, wenn man keine Schärfe in die Bilkder bekommt, kann man auch keine Falten erkennen. Dennoch würde ich ihm lieber eine monatliche Dosis Botox empfehlen. Ritchie Blackmore ist ja nun nicht gerade für sein extremes Mimik-Spiel bekannt - insofern würde er damit allen einen Gefallen tun, und man könnte das verdammte Rosa-Licht endlich einstampfen.

Etwas Positives zum Schluss darf allerdings nicht fehlen: Die Burg Abenberg ist nach wie vor eine der schönsten und stimmungsvollsten Locations und definitiv immer eine Reise wert!

Image Gallery

(c) 2012 www.legacy.de

Top Desktop version