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Wednesday, 27 June 2012 06:58

 

Metalfest 2012 - Tag 2 - 04.06.12, Puntamika, Zadar

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Montag 04.06.2012

Auch der Montag bringt nicht mehr Zuschauer, so dass die Kroaten STIMULANS ihren guten Heavy Metal zu früher Stunde vor etwa 50 Fans intonieren, was die Spielfreude der jungen Truppe jedoch nicht mindert. Das erste Highlight des zweiten Tages sind HUNTRESS, wobei das Medieninteresse an Frontfrau Jill Janus größer ist als das Interesse der Fans an der Band. Nachvollziehbar, denn was auf der Bühne abgeht, ist eine One-Woman-Show, die von belangloser Musik von annehmbaren Musiker untermalt ist. Für einige Zuschauer die Verlierer des Festivals.

NEXUS INFERIS und SEPTICFLESH wecken dann die Krachfraktion, wobei sich auch hier der Zuschauerandrang überschaubar gestaltet, da wohl für beide Bands gilt, dass man diese Musik entweder mag oder für völlig belanglos hält. Gespannt hingegen sind viele auf POWERWOLF, war es doch nicht klar, inwieweit die Bühnenshow und der Akzent von Attila Dorn auch in nicht deutschsprachigen Ländern funktionieren. Für die Show kann man bedenkenlos den Daumen nach oben zeigen, aber wo ist der herrliche Akzent bei den englischen Ansagen? Dennoch ist der Frontman der Wölfe stets Herr der Lage und erklärt auch international, dass 'Resurrection By Erection' kein Song für die Frauen ist und dass das „Ha“ bei 'Werewolves Of Armenia' kurz und knackig sein muss. POWERWOLF liefern 45 Minuten tollen „Mitmach“-Metal ('Raise Your Fist, Evangelist') ab, wenngleich der Keyboardsound vom Band kommt, da die Band auf Falk Maria Schlegel verzichten muss. Dass sie den Spaßfaktor von ALESTORM locker erreichten, zeigten auch die ersten Crowdsurfer des Tages.  

Mit GRAND MAGUS entern die ersten Gewinner des Festivals die Bretter. Mit ihrer leichten Stilkorrektur hin zum traditionellen Metal kommt der schwedische Dreier auf der Hauptbühne sehr gut an und schafft es, die fast 1.000 Fans gut zu unterhalten. Bei ihrer Setlist legen sie weniger Wert auf die doomigen Anfänge als auf die neueren, eingängigeren Stücke. So findet mit 'Valhalla Rising' sogar ein Track des neuen Albums "The Hunt" den Weg ins Set, der Appetit auf das neue Werk macht.

Mit dem Death Metal von VADER konnte ich mich noch nie recht anfreunden, woran auch dieser Auftritt nichts ändert. Den Fanreaktionen zufolge muss es wohl ein gelungenes Set sein, das jedoch aus einiger Entfernung eher gleichförmig anmutet. Doch aufgrund der Zunahme der VADER-Shirts im Laufe des Abends müssen die Polen vieles richtig gemacht haben, denn der Merch-Stand ist hoch frequentiert. ELUVIETIE treffen mit ihrer fröhlichen Spielart des Pagan Metal genau den Nerv des Publikums, das in vorzüglicher Feierlaune ist. Als großes Plus entpuppt sich, dass die Fiedlerin und Sängerin Meri Tadic Kroatisch spricht und somit die Gunst des Publikums sofort für sich gewinnen kann. Bei der Songauswahl wird das Hauptaugenmerk auf das neue Album "Helvetios" gelegt. Das einzige Manko der guten Show lag darin, dass die Bühne für die acht (!) Musiker viel zu klein ist und sie sich während der knappen Stunde ständig fast auf den Füßen stehen.

Gespannt war man auf dem Metalfest auf SYMPHONY X und wie ihr Progressive Metal auf einer großen Festivalbühne funktionieren würde. Von Beginn an schaffen es die Amerikaner um Ausnahmesänger Russell Allen nicht nur, technisch brillante Songs in die Menge zu feuern, sondern auch eine gute Show abzuliefern. Als Einsteiger dienen drei Songs vom aktuellen Album "Iconoclast", der Titelsong selbst, 'The End Of Innocence' und 'Dehumanized'. Im weiteren Verlauf werden Highlights früherer Longplayer zum Besten gegeben. Trotz aller progressiven Elemente ist das Set nicht nur etwas für Prog-Liebhaber, die sicherlich das eine oder andere Mal verzückt die Augen verdrehen, sondern auch spaßig für den gemeinen Metalhead, der richtig abgehen kann.

BEHEMOTH locken dann mit ihrem Black- und Death Metal wieder die „böseren“ Jungs vor die Bühne und zelebrieren eine Stunde lang einen Auftritt, der bei ihren Fans zufriedene Gesichter hinterlässt.. Das Inferno, das über die kroatische Halbinsel hereinbricht, ist wahrlich beeindruckend. KREATOR, Headliner des zweiten Tages, zeigen, wer Herr im Ring ist und machen keine Gefangenen. Mit einem Hitfeuerwerk thrashen sie sich durch ihr 75-minütiges Set und machen jedem deutlich, dass sie auch international zu den Größten des Genres gehören und sich vor den Big 4 nicht verstecken müssen. Mille und Co. sind in absoluter Topform und der Gig absolut brillant. Die Setlist spricht für sich: 'The Patriarch', 'Violent Revolution', 'Hordes Of Chaos (A Necrologue For The Elite)', 'Phobia', 'Phantom Antichrist', 'Extreme Aggression', 'People Of The Lie', 'From Flood', 'Into Fire', 'Coma Of Souls', 'Enemy Of God', 'Endless Pain', 'Pleasure To Kill', 'Terrorzone', 'Betrayer', 'Flag Of Hate' und 'Tormentor'.

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